Unsere Erfahrung zum Durchstieg ins Fahrerhaus

von root

Irgendwie stand bei unserer Planung für den Innenausbau unseres Wohnkoffers von Anfang an fest, daß wir einen Durchstieg haben wollten. Diese Fragestellung ist natürlich in erster Linie für die LKW-Kategorie unter den WoMos relevant. Die Argumente dafür und dagegen hielten sich fast die Waage. Ein oft zitiertes Pro-Argument, daß man im Ernstfall schnell vom Wohnkoffer in die Fahrerkabine krabbeln kann, um das Auto zu starten und g’schwind wegzufahren, war für uns keines, denn uns war natürlich bewußt: Die Ausgangstreppe ist in solch einem Fall bestimmt noch draußen, und der Aufbau des Luftdrucks in unserem System, bevor sich die Feststellbremsen lösen und man überhaupt losfahren kann, dauert auch seine Zeit. Für uns überzeugte hingegen das Argument, daß man Dinge wie Jacken, Navi-Tablett und Co. direkt von hinten nach vorne räumen kann, oder – falls man mal während der Fahrt etwas von hinten holen muß – dies auch währenddessen tun kann und nicht anhalten braucht. Aber ist dies so eingetreten?

An dieser Stelle möchten wir zunächst auf den Artikel von Burkhard (Pistenkuh) verweisen, der diesen Aspekt bereits behandelt hat. Interessant sind auch vor allem die Kommentare von Hundebesitzern, die einen solchen Durchstieg aus verschiedenen Gründen für sehr praktisch erachten.

Bei unserer Planung des Innenraumes für den Wohnkoffer hat jener Durchstieg einige Konzepte „kaputt“ gemacht, denn eine Idee, wo wir im vorderen Bereich gerne eine Rundsitzgruppe gehabt hätten, kollidierte sehr mit jenem Wunsch nach einem Durchstieg. Dieser ist einerseits zwar nicht hoch bzw. breit, aber sitzt doch recht niedrig, d.h. ca. 20 cm über unserem Fußboden. Dieses ist notwendig, damit er in der Fahrerkabine an der richtigen Stelle bzw. auch Höhe herauskommt. Insofern wäre er mitten durch eine geplante Sitzgruppe gegangen und wir haben keine wirklich praktikable Lösung gesehen, dieses dann so zu realisieren. Wir mußten auch schauen, wie unsere Badtür und die Tür von jenem Durchstieg aufgehen, damit sie nicht zueinander kollidieren. Ein wirkliches Manko ist jedoch unser Badmülleimer, den wir an unsere Badtür montiert haben, denn dieser ist nunmehr im Weg beim Öffnen des Durchstieges – vorausgesetzt, die Badtür ist geschlossen. Dies war uns bei der Montage bewußt, aber wir haben keinen anderen Platz für jenen Mülleimer gefunden, und er war unabdingbar für uns. Nachteilig ist auch der Faltenbalg aus LKW Plane, der inzwischen Risse und Löcher bekommen hat, und daher anfällig für Wassereinfall ist. So langsam müßten wir diesen nach knapp 5 Jahren erneuern. Generell ist solch ein Durchgang natürlich auch ein Risiko bei Verschiffungen – trotz Sicherung mit Schloß o.ä. -, denn meistens bleibt das Fahrerhaus unabgeschlossen, wenn das Fahrzeug im Schiffsbauch verschwindet. Den in Burkhards Artikel angemerkten zusätzlichen Kostenaspekt hatten wir nicht wirklich auf dem Schirm, ist dennoch valide.

Wir nutzen unseren Durchstieg tatsächlich, um hauptsächlich Sachen hin- und herzuräumen. Seien es die erwähnten Jacken oder Getränke vor der morgentlichen Abfahrt, oder das „ganze Zeugs“, was im Fahrerhaus liegt – insbesondere in unserem dortigen „Graben“ -, bevor wir dieses kippen können. Beides geht natürlich auch ohne einen solchen Durchstieg, ist aber definitiv komfortabler, bzw. das „ganze Zeug“ muß dann nicht auf einem dreckigen Boden liegen, wenn wir in der Werkstatt sind, sondern blockiert dafür unseren ganzen, zuvor noch sauberen Innenraum. 😉 Eben nochmal schnell den Kilometerstand am Abend ablesen, oder schauen, ob alles ausgeschaltet ist, oder der Druck noch ok. ist, geht auch schneller, wenn man vom Wohnkoffer nur schnell noch die Tür aufmachen muß, um vorne hineinzuschauen. Auch zur Kontrolle, ob vor dem Auto alles Ok. ist oder wir eingeparkt werden, geht so deutlich schneller. Während einer Autofahrt – oder bei Fahrzeugstillstand – nach hinten zu gehen, um Dinge zu erledigen oder etwas zu holen, kam bei uns faktisch nie vor. Es ist sehr umständlich, über den Mitteltunnel, mit Wählhebel, Sperren und einer Konsole zu klettern, um nach hinten zu kommen. Es geht, aber ist alles andere als komfortabel. Dieses ist natürlich Fahrzeug-spezifisch. Vielleicht sollte man dies bei seinem Grundfahrzeug erstmal testen, ob man so nach hinten krabbeln könnte und möchte, bevor man das Loch in die Rückwand schneidet. Andere Aspekte, wie ein zusätzliches Bett in der Fahrerkabine oder eine „Leseecke“, sind für uns nicht relevant, da wir dieses nicht vorgesehen haben.

Einen Aspekt, den wir jedoch nicht auf dem Schirm hatten, war: Aufgrund einer Fußverletzung war dies für uns die einzige Möglichkeit, vom Wohnkoffer in das Fahrerhaus zu gelangen. Die Ausgangstreppe hoch und runter wäre noch gegangen, aber nicht die Trittstufen hoch in die Fahrerkabine. In jenen Wochen – nicht nur Tagen! – waren wir dankbar über diese Möglichkeit, auch wenn natürlich alles andere als komfortabel. Natürlich hofft man nie, daß sich eine solche Situation wiederholt, oder daß anderen Reisenden das gleiche wiederfährt, aber uns hat dies die Möglichkeit gegeben, weiter mobil zu bleiben.

Würden wir einen solchen Durchstieg noch einmal machen? Wir tendieren nach wie vor zu „Ja“, auch wenn dies nicht mehr ein so „klares Ja“ wie damals ist. Es ist in erster Linie der Komfortaspekt, der für uns nach wie vor gegeben ist. Natürlich nicht beim engen, niedrigen Durchkrabbeln… 😊

(Musik von: https://www.musicfox.com/)

 

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