Wie alles begann…

von root

Achtung: Lang – Superlang-Version!

Kannst Du Dich eigentlich noch daran erinnern, wie wir überhaupt darauf kamen? Du weißt schon, als wir das erste Mal das Wort „Expeditionsmobil“ hörten. „Ich glaube, dies muß irgendwann in 2015 gewesen sein. Damals hatten wir ja vor, unseren Urlaub in der Mongolei zu verbringen. So mit Selber-Fahren; Offroad natürlich.“ Stimmt! Durch Zufall sind wir damals auf der Seite von RoadToSomewhere gelandet und hatten uns den Film über Claus und Gunters „Hausführung“ angeschaut, wie sie selber auf 4 m2 in ihrem Landy leben. Einfach nur lustig und genial! „Aber zu dieser Zeit hatten wir noch nicht von „Expeditionsmobil“ oder gar „Weltreise“ gesprochen. Das kam ja erst dann, als Du dann weiter im Internet recherchiert hast (eigentlich meint er: versackt bist!). Auf einmal war Deine Welt „lila“ und es wurde klar, das Urgestein der deutschen Weltreisenden ist die lila Pistenkuh von Sabine und Burkhard.“ Aber die Offroad-Fahren-DVD von den beiden ist einfach nur klasse, die wir uns damals bestellt hatten. Und keine Ahnung, warum wir uns dann auch noch die DVD mit ihren Tipps über ihr Reisemobil gekauft hatten… Wahrscheinlich war unbewußt der Virus übergesprungen – oder wurde der gleich kostenlos mit ihren DVDs mitgeliefert?

Es begann irgendwie ganz schleichend und langsam. Zunächst war es nur ein ab-und-zu-mal-Stöbern auf der Pistenkuh Seite. Von dort ein Link auf eine Seite von einem Expedi-Hersteller auf Unimog-Basis. Auf einmal war das Wort „Expeditionsmobil“ nicht mehr ganz so fremd. Und es vergingen nur ein paar Wochen, bis wir wußten, daß es die Allradmesse in Bad Kissingen gibt, DIE größte Offroad Messe der Welt. Aber es war schon später im Jahr geworden; der Juni vorbei, zu spät für die Allradmesse in jenem Jahr. Und auch die Organisation einer Reise in die Mongolei scheiterte an den überzogenen Preisen für Allradmietfahrzeuge. So haben wir dann alternativ Kuba geplant; ist ja so ähnlich wie die Mongolei…

Ein knappes Jahr später…

Inzwischen wissen wir: Die Pistenkuh ist nicht alleine auf der Welt! Manni von ManToCo fährt auch noch im Süden von Afrika. Und die Two-Vagabonds düsen in Südamerika umher. Aber vor allem: Wir haben Karten für die Allradmesse 2016!
Sollen wir mit unserem Auto dorthin fahren oder unserem Motorrad? Meinst Du, das Wetter hält, wenn wir dort auf der Camp-Area zelten? Und mit unserem kleinen Zelt inmitten der ganzen Autos stehen, kann man dies so machen? „Hey, laß uns doch einfach spontan entscheiden. Ich schaue mal in das Regenradar. Genau für diesen Donnerstag sieht’s ok. aus, auch wenn’s jetzt noch gerade vom Himmel schüttet. Aber laß‘ uns schon mal den Mittwoch Abend für die Anreise in unserem beruflichen Kalender blocken.“
Wir brauchen nicht viel. Schnell ein paar Klamotten in die Motorradkoffer am Dienstag Abend eingepackt. Brot, Butter, Käse und Kaffee für’s schnelle Frühstück auf der Camp Area besorgt. Und am späten Mittwoch Nachmittag hetzen wir von der Arbeit nach Hause und werfen uns in die Motorradklamotten. Das Bike rollt ‚gen Schweinfurt. Eine knappe halbe Stunde vor Erreichen Bad Kissingens fahren wir plötzlich auf ein vor uns langsamer fahrendes Expeditionsmobil auf. DAS ERSTE Weltreisefahrzeug, welches wir sehen! Ich klopfe Boris auf den Rücken und rufe begeistert durch den Helm: Siehst Du, da vorne! Echt cool! … als ob ich noch nie ein solches Fahrzeug gesehen hätte. Erst „neulich“, in Botswana, waren wir einem solchen begegnet, hatten es aber nicht gewagt, die Reisenden anzusprechen. Und jetzt, direkt vor uns!
Als wir in Bad Kissingen um die Ecke biegen, liegt auf einmal der riesige Platz mitsamt seiner Camp Area zu unseren Füßen: In der Abendsonne glitzerndes Metall der vielen Expeditionsfahrzeuge; dazwischen Rauchschwaden von den Lagerfeuern! Was für ein überwältigender Anblick! So viele Expeditionsfahrzeuge auf einmal hatten wir noch nie gesehen. Und vor allem eine Mischung aus normalen Allradlern (Landcruiser & Co.) bis hin zu riesigen LKWs. Und wir als einzige mit dem Motorrad und unserem kleinem Zelt mittendrin! Wir fühlen uns noch fremd. „Zumal Du unbedingt einen Preisnachlass für die Camp Area aushandeln mußtest…“

Blick auf die Camp Area
Pizza- und Getränke-Stand auf der Camp Area
Packungsdichte pur
Unser kleines Zelt inmitten der großen Fahrzeuge
Klein neben Groß
Die lila Pistenkuh ist auch da

Am nächsten Tag stehen wir ganz früh auf. Wir wollen mit die Ersten sein, die mit dem Shuttlebus zum Messegelände gebracht werden. Gespannt stehen wir mit unseren Tickets vor dem noch geschlossenen Einlass. Als sich die Tore wenige Meter vor uns öffnen, geht’s los. Im Nachhinein gab es wohl kein Fahrzeug, welches wir nicht von innen gesehen hatten. Rein- und rausklettern, hoch die Treppe, das Innere fotografieren, Fragen stellen, und wieder die Treppe runter. Mit bestimmt 5 kg Prospektmaterial laufen wir am Abend erschöpft, aber zufrieden über das Messegelände. Der Muskelkater am nächsten Tag ist hier noch fern. Und immer wieder die Frage: Muß es ein LKW sein? Oder doch ein kleineres Auto? Welches? Nein, es soll schon eine Toilette und eine Dusche haben. Aber wirklich sooooo teuer? Das erste Mal werden wir hier mit Preisen konfrontiert und vergleichen insgeheim: Wieviel haben wir noch einmal für unser Haus bezahlt? Wer soll das denn bezahlen können? „Tja, wenn wir zu diesem Zeitpunkt schon wüßten, daß dies später mal das größte Problem werden wird…“

Bald öffnet sich das Tor
Unimog-Expeditionsmobil
Landcruiser mit Dachzelt
Einfach nur gemütlich
Vielleicht doch mit Quad?
MAN-Mobile
Einfach nur schräg
Landcruiser mit fester Kabine
Technik-Konsole

Die nachfolgenden Tage werden die Prospekte immer wieder durchforstet. So langsam haben wir auch eine erste Linksammlung jener namhaften Hersteller, die Expeditionsmobile bauen. Und aufgrund unseres Besuches im letzten Fahrzeug kurz vor Toresschluß – einem Landcruiser mit fester Kabine -, sind wir seitdem Dauergast auf der Abenteuertour-Seite von Petra und Klaus. Und fragen uns: Ist dies nicht vielleicht kompakt genug für uns?

Das Expedi von Petra und Klaus

So informativ die Messe auch war, so ratlos waren wir nun ob der vielen neuen Optionen. Da hilft nur eines: Wir abbonieren ein – damals – 4x im Jahr erscheinendes „Entdecker-Magazin“ und unsere Linksammlung von Abenteurern aller Welt wächst. Aber Klarheit gewinnen wir erstmal dadurch nicht. Obwohl manche Antworten in diversen Foren vermutlich recht haben, wenn sie auf die Frage „LKW oder Allrad-PKW“ antworten: Hast du dich in Wahrheit nicht schon innerlich entschieden und suchst hier nur Bestätigung für jene = deine Richtung? Eventuell ist dieses für den einen oder anderen von Euch eine kleine Entscheidungshilfe?

In jenem Jahr 2016 gesellt sich zu der Frage nach dem „Wie unterwegs sein?“ auch die Frage nach dem „Wann?“. „Am besten nächste Woche“, heißt da die schnelle Antwort, voller Inbrunst. Die Frage nach dem „Wie finanzieren wir dies?“ wird erstmal hinten angestellt. Vermutlich sind wir eher noch im Traummodus als in der Planungsphase. Da ist unsere Planung für Alaska und Belize schon konkreter. Vor allem das Fazit nach Alaska ist: So ein Fahrzeug (Ford F350 Pick-up mit Absetzkabine) ist schon ein toller Luxus! So mit Bett, Bad und Küche! Vor allem, wenn es regnet! „Werden wir jemals wieder in unserem Zelt campen?“

Unsere Linksammlung von diversen Weltreiseseiten wächst. Es kommen vor allem auch Reiseblogs hinzu, die nicht zwingend wie wir mit Auto unterwegs sind, sondern wo das Auto ein Kann, nicht ein Muss ist. Auf einmal steht die Frage im Raum: Wollen wir später auch einen Reiseblog haben? Natürlich einfach so zum Spaß und zur Information anderer.
Einer meiner Lieblingsreiseblogs ist von Katrin (viel-unterwegs). Ich glaube, es liegt an ihrer Mischung aus Reiseinformation, interessanten Geschichten und ihrem Schreibstil, der Authentizität versprüht. Von Katrin erhalte ich ein eBook „Beruf-Reiseblogger“ von Patrick Hundt (dieses kann man sich mittlerweile hier kostenlos runterladen). Da werden einem erstmal die Augen geöffnet, mit welchen nüchternen Aspekten wie Blog-Struktur, Tracking & Reporting, Leserbindung und Partnerprogrammen man sich beschäftigen – nicht nur sollte, sondern – muß, um einen Reiseblog zu erstellen. Hört sich alles logisch und nachvollziehbar an, aber wollen wir dies später? Wir wollen doch „einfach nur Reisen und darüber berichten“, oder? Einen Einblick, was Bloggen wirklich bedeutet, bekommt Ihr von Nicole von Passenger-X: 6 Gründe, warum bloggen scheiße ist – eine Reisebloggerin packt aus.
Auf jeden Fall kann ich das eBook – für Anfänger wie mich – sehr empfehlen, weil es sachlich und einfach beschreibt, auf was es ankommt. Ob man dies dann auch so umsetzt, bleibt dann natürlich einem selber überlassen, aber seit meinem Lesen hat zumindest Google Analytics auf unserer Homepage Einzug gehalten und: „It’s all about traffic“.

Ein weiteres Jahr vergeht…

2017, Déjà-vus: Motorrad ist eh‘ klar, um auf die Allradmesse zu fahren. Und auch unser inzwischen nicht mehr ganz so regenfestes Zelt muß mit. Aber, wie wird das Wetter? „Laut Wetterbericht kommt wieder nur der Donnerstag in Frage. Und diesmal haben wir den Luxus, daß unsere Freunde, Agnes und Martin, ihren Bus mitbringen und auch Kaffee für uns.“ Doch diesmal verläuft die Anfahrt nicht nach Plan. Wir sind gerade von der A3 auf die B286 abgefahren und müssen beim Abbiegen auf die Hauptstaße wegen laufendem Verkehr halten. Plötzlich rumpelt’s gewaltig. Ein heftiger Schlag von hinten auf das Motorrad läßt uns nach vorne hüpfen und mitsamt dem Motorrad umstürzen. „Alles ok. bei Dir? Kannst Du Dich bewegen? Aufstehen?“ Ich glaub‘, ich brauch‘ ein paar Sekunden. Gaaanz langsam. Es tut weh. „Hey, können Sie bitte mal helfen? Was, Sie schauen sich die Beule an Ihrem Auto an? Meine Frau liegt hier!“ … ohne Worte… Es dauert bestimmt 1 1/2 Stunden, bis wir alles geregelt haben. Die Polizei nimmt alles auf, der Verursacher kann vondannen ziehen, und unser kaputtes Motorrad wird abgeschleppt. Bei jener Abschleppfirma erhalten wir temporär einen Ersatzwagen, denn wir wollen UNBEDINGT auf die Allradmesse! Wir haben seit letztem Jahr wieder 12 Monate auf dieses Event gewartet, und solange wir – einigermaßen – laufen können, hält uns nichts auf. Diesmal kommen wir auf der Camp-Area mit tief liegendem 1er BMW an, sowie Oberschenkelprellung bei mir und Schulterverletzung bei Boris. Und am nächsten Tag sieht es alles andere als „elegant“ aus, wie wir in die Expeditionsmobile klettern. Ob es daran liegt, daß wir uns diesmal auf eher LKWs beschränken und die haben halt eine gewisse Höhe? Oder haben wir uns doch zwischenzeitlich innerlich entschieden?

Toller Blick auf die Camp Area
Unser kleines Zelt hat noch einen Platz gefunden
Gemütlichkeit in tiefblau
Orange und kompakt
Fahren über die Wippe; zum Schluß rutschte ein Fahrzeug ab
Einfach nur schräg – wie schon 2016
Dieser Steyr wird bald auf große Fahrt gehen
Luxuriöser Wohnraum

Eines von 2 erweiterten Camp Arealen in der Nähe
Mehr Besucher als im vergangenen Jahr füllen die „Fress-Area“
Parkkünste – von einem Regensburger Landsmann/-frau
Grün und Oldie
Kompakt am hinteren Ende
Hubbett
Großer Bad-Bereich mit Durchstieg in die Fahrerkabine

In diversen Foren werden immer Für und Wider hinsichtlich der Größe des Fahrzeuges diskutiert. Wir hätten am liebsten auch „von außen klein“ und „von innen groß“ – und mit Klo (für Tanja) und Dusche (für Boris). Inzwischen zeigt bei uns das Pendel in Richtung Unimog 435 bzw. 437 – teuer! -, Steyr 12M18 – günstiger, aber Ersatzteilversorgung soll weltweit so lala sein! -, Mercedes Benz Atego 1023/1024 oder MAN TGM 13.x – dann brauche ich ja doch noch einen LKW Führerschein! Und wir merken: Wichtigstens Kriterium bzw. bisheriges KO-Kriterium ist die Innenhöhe im Koffer! Denn wir brauchen mindestens 2m. Wir zählen schon nicht mehr die Absagen, die wir deswegen erhalten, wenn wir Verkäufer hinsichtlich ihrer Annoncen von Gebrauchtfahrzeugen kontaktieren. Denn momentan sind wir auf dem Trip „gebraucht kaufen“. Vermutlich sind wir momentan froh, daß es an der fehlenden Innenhöhe scheitert, denn dann würde dies ja konkret werden… Und wir haben ja noch nicht das „Wie bezahlen?“, „Wann geht’s los?“ und „Wollen wir wirklich trotz der Risiken alles aufgeben und in die Welt ziehen?“ geklärt.

„Was ist eine Anwartschaft? Lohnt sich das wirklich? Welche Möglichkeiten gibt es alles, hier eine Meldeadresse zu behalten? Wie teuer ist denn so eine Vollversicherung für so einen Truck und muß das sein? Ist unsere Privathaftpflicht ausreichend? Carnet de Passage, häh? Das werden ja mehr Fragen als Antworten! Ist denn alles so kompliziert?“ Wir haben noch längst kein Expeditionsmobil und gehen heute von mindestens 5 weiteren Jahren arbeiten aus. Irgendwie scheinen die Fragen immer mehr zu werden! Sind wir in einem „Ernüchterungsloch“? Klaus von Abenteuertour hat uns geraten, uns einen Zeitpunkt zur Abfahrt zu setzen, und was bis dahin nicht erledigt oder geklärt ist, ist halt so.

Ein kleiner Schlenker für den interessierten Leser: Sebastian Kühn, von Wireless Life, hat nicht nur viele wertvolle Informationen zu dem Thema „Krankenversicherung“ oder „Meldepflicht“ usw., sondern auch tolle Zitate, die zum Nachdenken bewegen. Mein Lieblingszitat davon:
>> Travel is the only thing you buy that makes you richer! <<
Aber auch Cel und Dani von den Break-a-Ways haben ein schönes auf ihrer Seite: >> Reisen ist Leben für Fortgeschrittene. <<


Es ist später im Sommer: Wir sitzen auf unserer Holzbank vor unserer braun gestrichenen Grillkota, dem höchsten Punkt unseres terrassierten Grundstücks, und schauen über den bunt bewachsenen Garten. Darin unser, in der Abendsonne orange-gelb leuchtendem Haus, und dahinter die, auf einem Felsen thronende Burg in unserem Ort Wolfsegg. „Willst und kannst Du dies wirklich alles so aufgeben? Würde Dir dies leicht fallen? Unser Traumhaus, direkt hier am Waldrand?“ Ja!, meine kurze Antwort. Ich weiß nicht wirklich, ob dies einfach wäre, aber was ist die Alternative? Es zu vermieten, während man auf Weltreise ist, und dann potentielle Scherereien aus der Ferne managen? Nein, so schwer es dann auch fallen möge: Verkaufen und nicht mehr zurückschauen, um nicht zu sehen, wie andere es nach ihrem Belieben verändern. „Unser Haus ist ein echter Traum. Wir haben es nach unseren Wünschen gestaltet und gebaut. Und auch das große Grundstück, in dieser ruhigen, idyllischen Lage direkt am Waldrand. Mit den Geräuschen vom Wald, und seinen Bewohnern, die uns auf unserem Grundstück besuchen. Wir haben unser Leben so gestaltet, wie wir wollten. Unseren Traum in jenem Haus verwirklicht, und auch nicht auf unsere vielen Reisen verzichtet. Wenn ich zurückblicke, kann ich sagen: Ich bereue nichts und habe so gelebt, wie ich wollte. Ich habe auf nichts, was mir wichtig ist, verzichtet!“

Zielkonflikte… oder: Konflikt, sich zu entscheiden?

Anscheinend ergeht es nicht nur uns, sondern auch allen(?) anderen so, daß man die eierlegende Wollmilchsau als Expedi sucht – oder in Bayern, den Wolpertinger -, aber sich permanent mit sich gegenseitig ausschließenden Wünschen befassen muß. Also auch hier: Das echte Leben!

Auf zwei Web-Seiten haben wir eine lustige und wohl auch wahre Übersicht gefunden, die wir Euch nicht vorenthalten möchten.

Von Tom von den 7Globetrotters:

  • Permanenter Allrad, aber Freilaufnaben
  • Innen groß wie ein Schloss, aber außen klein wie Hermines Handtasche  „… tja, unser Hauptdiskussionspunkt.“
  • Schnell im sechsten, aber langsam im ersten Gang
  • Großer Motor, aber kleiner Verbrauch
  • Billiger LKW, aber billige Ersatzteile (Hä?)
  • Altes Auto, aber neuer TÜV
  • Kleiner Wendekreis, aber große Aufbaulänge
  • Hübsche Motorhaube, aber praktisches Kippfahrerhaus
  • Alles hochwertig, aber niederpreisig
  • Hell und schick, aber robust und schmutzabweisend
  • Grobe Reifen, aber feines Gehör
  • 5 Tonnen Zuladung, aber 3,5 Tonnen Gesamtgewicht
  • Großer Laster, aber nur den kleinen Führerschein
  • Kräftige Farben, aber schwache Absorption
  • Unten viel Bodenfreiheit, aber oben nicht zu hoch
  • Keine Elektronik, aber ABS und Euro 4
  • Richtig klackende Relais, aber LED’s sanft am Touchscreen anschalten

Ergänzend von Anton als Kommentar in einem Web-Beitrag:

  • Eine Tonne Diesel und 500 Kilo Wasser an Bord, aber mit B-Lizenz zu fahren
  • Große Solaranlage mit Lipo und 5 KW Wechselrichter, aber soll wenig kosten
  • Echtglasfenster, aber zum Preis einer Plastikfolie
  • Selbst geschweißter Zwischenrahmen, aber soll halten
  • Alles selber am Fahrzeug machen, aber kein Werkzeug
  • Zulassung als Wohnmobil, aber ohne Unterfahrschutz
  • Stabiler Heckträger für Motorrad, Quad, 2 Reserveräder, aber 50/50 Achslasten

Oh je, werden wir uns jemals festlegen?


Mittlerweile gibt es auch einen Gastbeitrag von Rolf Schettler auf den Seiten der Pistenkuh, aus dem wir gerne auszugsweise zitieren möchten.

Die EIERLEGENDE WOLLMILCHSAU ist eine umgangssprachliche Redewendung, mit der etwas umschrieben wird, das “nur Vorteile hat, alle Bedürfnisse befriedigt und allen Ansprüchen genügt”.   Beim Kauf des 1. Expeditions- oder Fernreisemobils scheint offensichtlich bei vielen Reisenden die Idee vorzuherrschen, dass gerade ihr Mobil diesen utopischen Idealvorstellungen entsprechen oder zumindest eine unübersehbare Individualität ausstrahlen, vielleicht sogar ein Unikat sein sollte.   Da die Ideen für das ultimative Reisemobil oftmals während oder nach einem anstrengenden Arbeitsleben am Schreibtisch entstehen, kann daraus leicht die Kombination eines 100 T€ teuren Kofferaufbau auf einem weniger als 10 T€ kostenden (und im allgemeinen nicht vom Ausbau-Hersteller ausgewählten) Gebrauchtfahrgestell werden.  …


Ja, so werden wir uns knapp 2 Jahre später tatsächlich fühlen! Aber lest selbst. Wir wollen nicht zuviel vorweggreifen.

Resümee Sommer 2017…

Ein kleines Resümee, wo wir stehen; was ist klar bzw. noch unklar. Alles schön in akademisch tabellarischer Form – so wie es sich von Ingenieuren Schrägstrich einer Physikerin gehört. Dafür unsortiert.

Welches Expeditionsfahrzeug wollen wir fahren? Wir wissen: Keinen Landcruiser o.ä. Es soll ein möglichst kleiner LKW mit 7.5 to sein. Wie erwähnt: Außen klein, innen groß, auch wenn die bislang gesehenen Fahrzeuge eher anders herum wirken.
Wichtig ist: Mind. 2m Stehhöhe – auch in der Dusche! Sonst kriegen wir’s noch im Kreuz. Ob mit Festbett oder Hubbett kommt auf’s Fahrzeug an.
(Im nachhinein werden wir das Hubbett ausgeschlossen haben. Grund: Wir brauchen mind. 2.10 m Länge und dies würde ohne weiteren Auflieger in der Mitte durchhängen. Außerdem ist der Standard – sofern man davon überhaupt sprechen kann – 2 m. Ach ja, und da war ja noch was mit dem maximal erlaubten Gewicht auf dem Bett…)
„Eigentlich sollten wir mal eine Liste anfangen mit den technischen Details, die wir brauchen, nicht?“
Wann soll es losgehen? Und: Wie lange? 2025?!? Evtl. früher… Oder: Am liebsten Morgen!

Was die Zeitdauer angeht: Am liebsten forever, aber wir wollen erstmal mit einer begrenzten Zeitdauer starten.

Und was ist überhaupt mit der Frage „warum“? Komisch, denn diese Frage hat sich für uns nie wirklich gestellt. Es war „irgendwie“ auf einmal klar: Das ist unser Ding!
Erst zwei Jahre später bin ich auf diesen wirklich gut geschriebenen Text gestoßen: https://www.bravebird.de/blog/ueber-den-traum-vom-leben-in-der-weiten-welt/  Und Ute hat weitere, sehr interessante Artikel über ihr Leben und ihre Einsichten verfaßt. Ein Stöbern lohnt sich hier definitiv!
Was passiert mit dem Haus? Wir werden es verkaufen, denn das Geld soll in jenes Fahrzeug fließen und unsere Reise absichern. Wir haben zumindest gelernt, daß sich die Angaben der meisten Weltreisenden hinsichtlich ihres benötigten Budgets nur auf die direkten Kosten auf ihrer Weltreise beziehen (Sprit, Lebensmittel, Extras), aber nicht auf weitere laufende Kosten „zuhause“ wie Altersvorsorge, KFZ-Versicherung, Auslandskrankenkasse, ggf. auch Kosten für die Haltung einer Wohnung etc.
Wollen bzw. können wir weiterhin in Deutschland gemeldet sein? Eine sehr schwierige, wenn nicht gar die schwierigste Frage für uns! Auch wenn wir dank der Page von Wireless Life nicht mehr so viel Angst vor dem Stempel „obdachlos“ in unseren Pässen hätten, so hätte dies dennoch Vorteile, hier gemeldet zu bleiben. Was wir zwischenzeitlich auch in Erfahrung gebracht haben, ist, daß das ab 01.11.2015 neu formulierte Meldegesetz strenger gegen Scheinanmeldungen vorgeht und die Mitwirkungspflicht des Wohnungsgebers fordert. Siehe hier.
Wie wollen wir krankenversichert sein? Wir sind noch am Schwanken, ob wir eine große Anwartschaft für unsere private Versicherung wählen, oder wieder zurück in die gesetzliche Versicherung inkl. Kündigung wechseln – sofern dies geht. Man muß natürliche jene strikte Bedingungen für einen noch möglichen Wechsel zurück berücksichtigen. Was wir definitiv wollen: Ausländische Krankenversicherung. Uns ist das Risiko, ohne eine solche unterwegs zu sein, zu hoch.
Wie soll das Fahrzeug versichert sein? Steht noch nicht fest. Manche fahren ohne, andere haben sogar eine Vollkasko für ihr Auto.
Und bezüglich Zulassung als WoMo oder LKW finden wir hier eine Übersicht über die Vor- und Nachteile. Steuerlich angemeldet sollte es jedoch sein bzw. bleiben, damit man legal unterwegs ist.
Mit welchem Budget rechnen wir unterwegs? Momentan setzen wir 1300 Euro in unserer Kalkulation an. Dieser Wert ist leicht höher als die Angabe von anderen Weltreisenden. Wie erwähnt, nur für die direkten Kosten, unterwegs zu sein. Eine schöne Übersicht haben wir hier gefunden.
Wollen wir ein Satellitentelefon mitnehmen? Was ist mit einem Motorrad für Notfälle? ‚Ja‘ bzgl. Satellitentelefon, auch wenn wir noch nicht wissen, welches. Wir finden jenen Artikel und noch Infos über einen sog. Notfallsender.
Großer Diskussionspunkt ist noch: Motorrad und/oder Fahrrad und/oder Quad. Wie groß war nochmal das Auto?
Hier ersparen wir Euch das Hin und Her unserer Diskussion, denn wenn zwei Ingenieure, pardon Physikerin, „Faktencheck“ machen…
Haben wir Angst vor den potentiellen Gefahren? Es wäre falsch, zu sagen, wir hätten keine Angst: Vor Überfällen, daß wir mitten im Nichts festsitzen und nicht mehr wegkommen, vor gefährlichen Tieren – „oder Du vor riesigen Spinnen!“ -, daß wir plötzlich krank werden oder uns schwer verletzen, und Hilfe ist weit entfernt, … Und insbesondere die Unsicherheit vor einem Land als Ganzes ist groß, wenn man hier zu Hause sitzt und in die Medien oder auf die Homepage des Auswärtigen Amtes schaut. Denn vor Ort ist es dann weniger die Angst vor Allem, als dann „nur“ in manchen Situationen und Gegenden. Und wir reisen ja jetzt auch schon in die ganze Welt.
Wir wurden bislang 4x in unserem Leben beklaut (Essen (Ruhrgebiet), Mallorca, irgendwo in Holland, Colombo in Sri Lanka), und auch ein gesundheitlicher Notfall fernab der Zivilisation ist mal passiert. Wir sind mehrfach im Sand stecken geblieben und ein Löwe und ein Bär sind bereits um unser Zelt geschlichen. Aber immer ist alles gut ausgegangen. Wahrscheinlich ist etwas Wahres dran an dem Spruch: Wer denkt, Abenteuer seien gefährlich, sollte es mal mit Routine versuchen: Die ist tödlich. (Paulo Coelho)
Wollen wir uns dann ein „Haustier“ zulegen? Einige Weltreisende haben einen – oder gar mehrere – Hunde. Aber nie hatten sie sich diese extra für die Reise angeschafft. Oft ist es auch so, daß man hiermit Schwierigkeiten in Nationalparks bekommt.
Wir haben bislang kein Haustier und dies auch nicht vor. Es mag beruhigend sein, einen Wachhund zu haben, aber wir wollen alternativ Pingu mitnehmen:

Pingu spricht fliessend koreanisch und hat Boris daher immer auf seinen Dienstreisen begleitet. Und mittlerweile hat sich Pingu auch für einen französich, rumänisch und serbisch Sprachkurs angemeldet…
Wie wird das sein, so nur „zu zweit“ auf der Weltreise? Wir sind jetzt knapp 24 Jahre zusammen. Feiern also fast „Silberne(s) Hochzeit Zusammensein“. Wir meinen, wir sind ein gut eingespieltes Team; insbesondere in brenzligen Situationen hat entweder der Eine oder die Andere einen kühlen Kopf. Bislang kamen wir auf längeren Reisen – ok., die waren maximal 4 Wochen lang – gut miteinander aus. Aber vermutlich wird unsere Sprache verrohen, wenn wir keine intelligenten und intellektuellen Gespräche mehr mit unseren Arbeitskollegen haben werden …
„Was ist der Unterschied zu unseren Wochenendgesprächen?“

Aber abgesehen von der Frage, wie dies zu zweit sein wird, 24/7 permanent zusammen, ist auch interessant: Was wird das Reisen aus uns machen? Auf vielen Homepages und Blogs von Weltreisenden ziehen diese ein Fazit nach 100 Tagen, einem Jahr oder gar 1000 Tagen. Und es geht immer darum, daß man einerseits sehr seine Flexibilität unter Beweis stellen muß, um sich immer wieder auf’s Neue unterschiedlichen, auch schwierigen Situationen zu stellen. Andererseits, daß man viele Dinge schlussendlich aus einem anderen Blickwinkel sieht und daher nur wenige Freundschaften mit „Daheimgebliebenen“ überdauerrn. Einen sehr schönen Artikel von Birgit (Giraffe13), der Erkenntnisse zusammenfaßt, was wir hierbei von anderen – in diesem Fall, Afrikanern – lernen können, findet Ihr hier.
Wo wollen wir anfangen, zu reisen? Momentan gehen wir noch von einem erstmaligen Testtrip, z.B. nach Marokko oder in die Ostgebiete Europas, aus. Und dann ab nach USA und Kanada. Warum? Irgendwo muß man ja anfangen, und die Krankenversicherung für Nordamerika wird mit dem Alter immer teurer… Kanada, USA und Alaska waren einfach nur traumhaft. Also, warum nicht dort starten, wo es „einfach“ und auch teurer ist. Dann können wir gleich prüfen, ob wir sparsam leben können.
„Bist Du sicher? Nicht doch erst nach Afrika?“ Leider wird dort die Sicherheitslage auf der West- und der Ostroute nicht gerade entspannter…
„Was ist mit Australien? Wo das Fahrzeug dann noch so schön sauber ist…“ Ja, die lieben Einreisebestimmungen nach Australien…
Wie wollen wir das Ganze dokumentieren? Wir bemerken, daß immer mehr Reisende, nicht speziell „dauerhaft Reisende“, eine Drohne dabei haben. Wir „fürchten“, wir werden in baldiger Zukunft auch solch ein „Ding“ besitzen (z.B. Mavic Pro von DJI). Die Videos von oben, das Weltreisemobil begleitend, sehen einfach zu umwerfend aus! (Mehrere Beispiele von atemberaubenden Filmen findet Ihr bei Stefan und Thomas von Einmalrundum.) Wir wissen, daß wir in puncto Videoaufnahmen besser werden müssen. Erste Versuche für unsere jetzige Homepage sind zwar nett, hauen uns aber selber nicht um.
Mehr Tipps und Infos zur Benutzung einer Drohne und gesetzlichen Regelungen in den verschiedenen Ländern unserer Erde findet Ihr hier.
Kommen wir mit dem „Weniger“ an Luxus (Restaurants, Klamotten, Unternehmungen, …) aus? Wir genießen momentan, z.B. in einen Biergarten gehen zu können, ohne den Pfennig umzudrehen. Aber auch jetzt geben wir nicht viel für täglichen Luxus wie Klamotten, Kino etc. aus. Lieber genießen wir die Zeit beim Grillen in unserem Garten oder geben das Geld für und auf Reisen aus. Das ist uns wichtig! Jedoch würden wir ungern auf diverse Unternehmungen vor Ort in den Reiseländern – wie z.B. eine Tour zur Attraktion XY – verzichten wollen. Daher versuchen wir, mehr Puffer einzuplanen (also, anstatt z.B. 1000 Euro, 1300 Euro). Aber man wird erst vor Ort und wenn wir die Reise beginnen, sehen, wie’s  wirklich ist.
„Und Du willst ja auch noch vorher in die Antarkis! Dieser teure Spaß kostet uns dann weitere 5 Jahre Warten auf den Start!“
Und wer hat schon einmal von dem Begriff „Frugalismus“ gehört? Zumindest auf uns paßt er nicht vollständig, sonst hätten wir uns nicht in unseren roten SLK verliebt.

Aber dass Reisen nicht gleich Urlaub ist, ist uns wohl bewußt. Denn schon heute versuchen wir, soviel wie möglich in unseren Jahresurlaub zu packen, so nach dem Motto: Ein Urlaub, ein Land – Entspannen können wir danach zu Hause. „Oder wie du immer sagst: Gib Gas!“ Daß es dann natürlich auch eine Art von Alltag – nur halt anders zu heute – geben wird, ist auch klar. Hierüber haben Eva und Alfred von den Globenomaden einen schönen und wohl wahren Artikel geschrieben. Und auch Petra und Klaus von Abenteuertour lassen uns an ihren Gedanken teilhaben.
Inzwischen existiert auch ein Begriff für unseren derzeitigen „Urlaubseifer“: FOMO (Fear of Missing Out). Oder umgekehrt, was man wieder lernen sollte: Slow Travel.

Um final dann noch mit der „ganz großen Ernüchterungs-Keule“ auszuholen – auch wenn nicht sooo negativ gemeint -, könnt Ihr Euch gerne noch die folgenden Artikel durchlesen: Meine wichtigsten Erkenntnisse über das Reisen von Philipp Laage, sowie Der Rausch des Reisens von Aylin und Stefan.
Wie wird unsere Rollenaufteilung sein? „So wie immer: Ich mache alles, Du relaxst!“ Wahrscheinlich ist die Wirklichkeit nicht weit davon entfernt. Boris fährt und buddelt uns aus dem Sand aus. Ich plane und organisiere. „Und kochen?“ Mmh, eigentlich kann keiner von uns wirklich kochen, denn wir sind – nach dem Auszug aus dem Elternhaus – mit Kantinenküche und Restaurantessen „groß geworden“. „Wir müssen aber Kosten sparen!“ Hier muß noch eine Strategie her. Später bestimmen wir: Er = Resteverkocher, ich = Schnibbelsmutje.

Ein paar Gedanken zu der Rollenaufteilung – als auch zur Reisemüdigkeit – hat sich Caro von den Gufligers gemacht. Ich sage nur dazu: Ich = THE Brain, um mich in solch‘ einem Fall wieder aufzumuntern.

Ich weiß nicht, ob es den anderen Weltreisenden schwer oder leicht gefallen ist, ihre Entscheidung zu treffen. Und ob sie immer sehr selbstsicher und geradlinig dabei gewesen sind. Manche haben laut ihren Erzählungen bewußt viele Jahre auf dieses Ziel hingearbeitet. Andere haben sich mehr oder minder spontan dazu entschlossen und ihre Reise innerhalb von wenigen Monaten in die Tat umgesetzt. Vermutlich gehören wir irgendwo „zur Mitte“: Das Schwanken zwischen Kontrolle, alles Mögliche zu organisieren und zu planen auf der einen Seite, und auf der anderen Seite, daß Nicht-zu-lange-Warten-Wollen. Was mir jedoch immer bewußter wird, ist der große Spagat zwischen der beruflichen Welt und der privaten, wo wirklich an jedem Tag nach einem passenden Reisegefährt Ausschau gehalten wird. Tagsüber im Job gibst du alles und denkst nicht an deinen Traum. Du managst deine Arbeit und dein Team, und willst auf jeden Fall noch den nächsten Karriereschritt machen. Du bist bereit, alles für deine Firma zu geben. „Wie war das nochmal mit dem Hamsterrad?“ Und zu Hause fängst du an, zu grübeln, nachzudenken, was wichtig ist, und ob du noch dieses oder jenes am Haus verändern möchtest, denn wenn du es doch „bald“ verkaufen willst…

Wir wollen einen Unimog…

Ende November 2017: Wir wollen uns das erste Mal intensiv beraten lassen und haben einen Termin bei Michael Dennig (Atlas4x4) vereinbart. Frühmorgens geht es die 360 km Richtung Gaggenau, bei 3 Grad und strömendem Regen, der bis Zielankunft nicht aufhört. Und da stehen sie, im Freien und in der Halle: Fertige und angefangene Unimogs, und 2 noch im Originalzustand vom Bund und der Feuerwehr. Michael nimmt sich Zeit, sehr viel Zeit für uns. Er erzählt uns, wie schwierig es ist, mittlerweile noch an gute, gebrauchte Unimogs heranzukommen. Er zeigt uns seinen ausführlicher und erklärt uns die Arbeiten an den aktuellen Fahrzeugen, die Kunden beauftragt haben. Dass er bis Ende 2020 ausgebucht ist, freut uns für ihn; zeigt uns aber, wir sollten rechtzeitig anfangen. Denn Ähnliches hatten wir auch auf der Messe von Excap gehört. Wir sind begeistert, wie kompakt alles gebaut ist, und uns überrascht im positiven Sinn, daß Michael uns bereits ein detailliertes Gefühl für Preise gibt. Er wirkt sehr kompetent und technisch versiert auf uns, und alle, die sich für ihn entscheiden, sind bestimmt in guten Händen bei ihm.
Jedoch kommt in diesem Termin auch die totale Ernüchterung für uns:

  1. Preislich würden wir bei einem kompletten Neuaufbau doch deutlich über unserem Budget landen. Es bestätigt uns, wir müssen weiterhin auf dem Gebrauchtmarkt Ausschau halten.
  2. Das Möbelkonzept im Koffer ist funktional und optimiert, allerdings wirkt es auf uns eher so, daß man gut ein paar Monate damit auf Reisen gehen kann, aber richtig darin leben? Irgendwie zu wenig „heimelig“ für uns.
  3. Die Fahrerkabine ist zu klein, zu wenig Abstand zu der Pedallerie bzw. dem Cockpit. Jetzt fällt uns auf, daß wir auf der Messe nur in neuen Unimogs gesessen hatten. Dies ist damit das KO-Kriterium für den Unimog generell.

Wir wollen keinen Unimog mehr! Er fällt für uns durch’s Raster. Mit neuem Wissen, aber dennoch enttäuscht fahren wir die ganze Strecke am gleichen Tag wieder nach Hause. Der immer noch anhaltende Regen untermalt unsere Stimmung.

Aufbereiteter Unimog vor der Werkshalle *)
Fertiger Unimog vor der Werkshalle *)
Die Werkshalle war sauber und aufgeräumt – trotz laufender Arbeiten
Sitzecke im hinteren Teil des Koffers *)
Blick von der Sitzecke in den vorderen Bereich des Koffers *)

*) Professionelle Bilder von Michaels Facebook-Seite

Aufbereitetes Unimog Fahrgestell vor der Werkshalle *)
Diese 2 Unimogs suchen gerade ihre Käufer – als wir Michael besucht haben
Unimog-Motor
Das elektrische Hubbett kann 200 kg tragen *)
Badbereich, mit fest über der Toilette angeordnetem Waschbecken *)

Diskussion „Domain-Name“ leicht gemacht…

Wenn das schon mit der Fahrzeugauswahl so schwierig ist, dann wird das Finden eines passenden Domain-Namens für unsere zukünftige, neue Homepage bestimmt einfacher werden. Gemäß dem zuvor bereits erwähnten eBook „Beruf Reiseblogger“ sollte man folgendes beachten:

  • der Name sollte – sofern nicht zwingend sinnvoll – möglichst keinen speziellen örtlichen oder zeitlichen Bezug haben
  • keine Bindestriche im Domain-Namen – „also nicht sowas wie roy-otto.de
  • der Name sollte Bezug zum Reisen haben, aber noch Möglichkeiten für Veränderungen lassen, und leicht aussprechbar sein
  • der Name sollte – sofern nicht zwingend sinnvoll – möglichst keinen speziellen örtlichen oder zeitlichen Bezug haben

und last but not least:

  • er sollte sich von anderen abgrenzen und „markenfähig“ sein, dabei möglichst kurz

… also, alles ganz einfach.

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, wie man hier zum Ziel kommt:
Entweder legt man eine Nachtschicht mit viel Alkohol ein und versucht sich im lustigen Brainstorming. Oder man startet eine hochoffizielle Umfrage im Internet und lobt einen Preis aus. Oder – die Low-Budget-Variante: Notiert sich sämtliche Begriffe auf einem Blatt Papier, die einem im Zusammenhang mit „Reisen“ in den Sinn kommen, und bildet jegliche Kombinatorik. Dann streicht man 75% weg, die den obigen Regeln nicht genügen, und den Rest schaut man im Internet nach, ob es jenen Domainnamen bereits gibt. Unsere momentanen Favoriten sind folgende: www.allwheeldancing.de oder www.4wheeldancing.de, aber wenn man jene, einzelne Begriffe im Internet sucht, findet man diverse Homepages über Tanzgruppen im Rollstuhl, oder aber ein Bild eines Rollators. „Vielleicht sollten wir uns einfach für <<www.Rollator-Tours.de>> entscheiden. Würde gut zu unserem Alter passen.“ Ne, hätte ja einen Bindestrich im Namen.

Der Vorteil beim Schreiben über die Vergangenheit ist, daß man hier beliebig in den Zeiten vor- und zurückspringen kann. Daher machen wir jetzt einen Ausflug 1/2 Jahr in die Zukunft und landen im Mai 2018, genauer gesagt, auf die Insel Korsika, auf welcher wir gerade einen tollen Roadtrip- und Campingurlaub verbringen.
Hier kommt uns wie von Zauberhand die Idee des neuen Domain-Namens: www.passion4patina.de. Wie das? Mit dem Begriff „Patina“ hatten wir schon eine Weile geliebäugelt, denn in so manchem Offroad-Urlaub war es wie eine Art Wettbewerb, dem Mietwagen die gewisse Patina zu verleihen. Umso dreckiger, umso besser. Also, Patina hat schon was! Insofern lag es nahe, daß wir „Passion for Patina“ gewählt haben.
Gleich zuhause angekommen, haben wir uns diese Domain inkl. Sicherheitszertifikat für HTTPS registrieren lassen, auf dessen Seite Ihr nun diesen Bericht lest.

Damit einhergehend steht auch der Name unseres späteren Expedis fest: Patina Shaker = Patsha. Wie passend! „Und hoffentlich wirklich kein ‚Pascha‘.“

Noch sieht unsere Seite so aus. Die Farbe lila ist purer Zufall – hat nichts mit der Pistenkuh zu tun! – und soll den Farbton der Hose des kleinen Malers widerspiegeln.

Noch ein paar Infos: Hier haben wir nach passenden Layouts für unseren Reiseblog gesucht: Wordpress.org, Themeforest, TemplateMonster.
Und bezüglich Logo-Erstellung haben wir uns hier umgeschaut (ein Tipp von Bernd von den Bodensee-Overlander): Logaster, Designmantic.

Wir verlieben uns…

Beruflich sind wir wieder so stark eingespannt, daß das Thema „Expeditionsmobil-Suche“ in den Hintergrund rutscht. Wir schauen zwar jeden Tag bei mobile.de und anderen Plattformen nach, aber bislang ist nichts dabei und wir kümmern uns auch nicht aktiv darum. Ist ja auch Winter und die Angebote halten sich in Grenzen. So raffen wir uns doch tatsächlich eines Tages auf und machen einen Termin mit Stefan Pfeifer von der Firma Excap aus. Ende Februar 2018 ist es soweit: Direkt im Anschluß an eine 4-tägige Korea-Dienstreise von Boris düsen wir Richtung Darmstadt, in dessen südöstlicher Richtung das überschaubare Örtchen Gadernheim im Odenwald liegt. Zuvor hatten wir noch mit einem ehemaligen Kunden von Stefan telefoniert: Dirk, dessen englischsprachige Homepage wir durch Zufall gefunden hatten. Dirk hat uns von Stefans Betreuung und Qualität vorgeschwärmt, und hat auch – wie einige mehr in der Zwischenzeit – seine Kabine bei Krug Expedition in der Ukraine fertigen lassen. Wie es der Zufall so will, kommt er sogar aus einem Nachbarort von mir, wo ich aufgewachsen bin. Und wie es der weitere Zufall so will: Sein Fahrzeug steht genau dann nach einer Marokko-Tour bei Stefan, als wir diesen besuchen.

Es geht also los: Wir klemmen uns um 8 Uhr auf die Autobahn und bei eisigen -2° C geht’s ‚gen Westen. Mit Erschrecken sehen wir die uns entgegenkommende Blechlawine, die sich mehr und mehr staut. Mindestens 50% der Kennzeichen sind gelb; die Autos haben wider Erwarten eine Dachbox drauf, keinen Wohnwagen im Schlepptau. Krokusferien unserer holländischen Nachbarn? „Na, das kann ja heiter werden, wenn wir später hier wieder zurück müssen.“ Um es gleich vorweg zu nehmen: Es wurde ein perfekter Tag!!! Traumhaftes Wetter mit Sonnenschein, wenn auch eisigen Temperaturen. Gutes Durchkommen hin- und zurück! Schöne Pausen mit tollem Frühstück in Dieburg, als auch klasse Abendessen in einem Landgasthof in Wiesentheid. Aber insbesondere die Infos von Stefan, die Werkstatt und vielen Steyrs, die wir uns anschauen konnten, und sogar eine Probefahrt in der idyllischen Gegend bei Schnee, haben den Tag zu einem Traumtag werden lassen.
Wie zuvor Michael Dennig ist Stefan technisch sehr versiert und kann uns alles haarklein erklären. Wir gehen unsere Fragen durch, bevor wir den ersten Blick in die Hallen werfen. Dabei wird auch eines deutlich: Stefan ist sein eigener, perfekter Vertriebsmensch, und als wir zum Schluß die ganze Optionsliste durchgehen, wird schnell klar: Es gibt eigentlich nichts, was man nicht machen sollte. So hat alles seinen Preis – der einzige Wehmutstropfen an diesem Tag.

Stefan überzeugt uns: Die Hallen und Werkstätten sind sehr aufgeräumt und sauber. Die Qualität in der Verarbeitung sieht in unseren Augen erstklassig aus. Wenn man das Ergebnis in seiner Halle nach Fertigstellung sieht, und die noch „unfertigen“ Steyr auf seiner Wiese hinter dem Gelände dazu im Vergleich, so liegen Welten dazwischen. Seine Steyr sind zwar ca. 30 Jahre alt, aber wenn er sie „entläßt“, sind es fast Neuwagen. Jede Schraube wird ausgetauscht, alles feingestrahlt mit Metallspäne, sowie verzinkt bzw. lackiert. Und seine Eigenbauten wie Mittelkonsole mit „Kaffee-Tropfschutz“, PE-Tanks in verschiedenen Formen oder kleine Details wie die Schutzhalterungen um die Ventilkappen der Reifen sind gut durchdacht und innovativ.

„Lagerware“: Von 45 Original Steyr hat Stefan nur noch 5 zum Verkauf
Aufgeräumte Werkshalle; Excap Fahrerkabine auf fremdem Steyr Fahrgestell
Alle Motoren werden ausgetauscht, Anbau-Teile gesäubert und Motortuning als Option angeboten
Metall-Strahl-Raum mit Absaugung
2 fertige Excaps: einmal mit Bliss-Kabine, einmal mit Krug-Kabine
Hintere Bank; diese müßten wir etwas kürzen für mehr Platz auf dem Fahrersitz
Weitere Steyr hinter den Werkshallen; 2 davon sogar mit Seilwinde
Blick von oben; immer bei unserem Besuch dabei: Stefans beide Hunde
Lagerraum mit u.a. PE Teilen, wie z.B. einem selbstentworfenen Kunststofftank
Wieder draußen im Freien: Boris in einem der unrestaurierten Steyr
Blick von unten auf das hintere Differential
Aufgeräumter Sicherungskasten im Beifahrerraum (herungergeklappt); der Steyr läuft sogar weiter, wenn man alle Sicherungen bei Motorlauf herausnimmt

Stefan bietet uns sogar an, eine Probefahrt zu machen. Wer kann dazu schon ’nein‘ sagen und es macht wahnsinnigen Spaß! Kleiner Wendekreis, wir kommen bei Matsch, Schnee und Eis gut durch die umliegende Hügellandschaft, aber vor allem: Auch Boris darf sich kurz hinter’s Lenkrad setzen. Der Steyr ist unser Auto! Das Cockpit ist übersichtlich und selbsterklärend. 10 Gänge lassen sich gut schalten; die Kupplung muß mit etwas Kraft getreten werden. Der Motorsound steckt an. Begeisterung bei Boris – und Stefan! – macht sich breit, während ich auf der Rücksitzbank unangeschnallt und ohne Platz für die Füße hin- und herrutsche und versuche, Fotos zu machen.

Stefan hat uns mit seiner Begeisterung angesteckt und sich sehr viel Zeit für uns genommen. Wir werden an dem Tag der 2.te von 3 Kunden sein, aber es wirkt absolut nicht wie eine „Massen“-abfertigung. Durch Zufall kommen wir noch auf das Thema „leider keine gebrauchten Excaps im Netz“, als er meint: In ca. 2-3 Wochen kriegt er evtl. einen gebrauchten Excap wieder zurück. Nach nur 4000 km Fahrt durch seine Besitzer, die sich doch auf etwas weniger Geländegängiges einschießen wollen. Hoffnung keimt bei uns auf: Evtl. kommt uns dies preislich entgegen? Wir werden warten, so oder so, denn 115.000 € für das Basisfahrzeug auszugeben, ohne Koffer, ist doch eine Menge Geld. Und wie der Zufall es so will: Am Tag zuvor hat uns Arno von Expedition Trucks angeschrieben und einen Iveco 4×4 ACM für ca. 57.000 € inkl. Koffer angeboten. Dieser hat die richtige Innenhöhe und Bettlänge – bisherige KO-Kriterien -, wenige Kilometer auf dem Buckel, sieht auf den Fotos top in Schuss aus, sehr gute Ausstattung in Fahrerkabine und Koffer, nur: Er ist nicht nur Italiener, sondern steht auch bei seinen Besitzern in Mailand. Und wir hatten bislang Iveco nicht auf dem Schirm. Ist dieser wirklich offroad-tauglich? Wie aufwändig ist eigentlich eine Einführung eines Fahrzeuges von Italien nach Deutschland?

Noch am gleichen Wochenende schreiben wir Hrn. Eden (Krug Expedition) an und bitten um ein Angebot bzgl. eines Koffers für den Steyr. Und Arno fragen wir nach der E-Mail-Adresse des italienischen Iveco-Besitzers. Geht jetzt alles doch sehr schnell?

Praktisch gedacht…

Weit gefehlt! Geht doch nicht so schnell. Zumindest, was unsere Fahrzeugwahl anbelangt. Bislang keine Entscheidung! Heißt: Zusammen mit dem Krug Expedition Angebot würden wir für einen „kompletten Steyr“ bei über 300.000 € landen, und die Mailändischen Besitzer des Ivecos haben anscheinend unsere vielen Fragen auch nicht „überlebt“; zumindest gab es keine Antwort auf diese. Wir haben aber auch nicht gerade dazu beigetragen, eine Rückmeldung einzufordern, sondern erschrecken vor unserer eigenen Courage und dem potentiellen Aufwand, ein Fahrzeug hierhin zu überführen. Das Angebot ist wirklich klasse, aber wir finden sehr viele „Abers“, auch in punkto Ersatzteilversorgung (der hiesige Iveco Händler hatte da so seine Bedenken geäußert, bei den rein italienischen Komponenten wie z.B dem Fiat Motor).
Jetzt sind wir auch gleich bei dem richtigen Begriff: Überführung – oder einfach: „Ab unter die Erde“. Richtig geraten: Wir haben unsere Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erledigt. Und auch das Testament ist geschrieben. Vor kurzem wußten wir noch gar nicht, daß es ein Vorsorgeregister gibt und daß man das Testament auch privat im Amtsgericht, und hierüber direkt im Testamentsregister, für wenig Geld hinterlegen kann. Wer hätte gedacht, daß dies der erste Punkt auf unserer zwischenzeitlich erstellten Liste ist, was wir alles für unsere Weltreise erledigen müssen. Abgehakt!

Apropos Checkliste bzw. -listen: Claudia und Andreas von 14qm haben verschiedenste Arten von Checklisten erstellt. Vielleicht ist da auch etwas für Dich dabei?
„Wieviel Excel Listen hast Du eigentlich?“ Geflissentlich überhöre ich diese Frage. Unsere kategorisierten Vorbereitungspunkte beziehen sich momentan auf:  

Versicherungen abschließen bzw. kündigen:
private /gesetzl. Krankenversicherung
Auslandskrankenversicherung Link 1, Link 2, Link 3, Link 4, Link 5, Link 6
Haftpflichtversicherung mit Gültigkeit im Ausland Link 1, Link 2
Hausratsversicherung
PKW Versicherung, WoMo Versicherung, TÜV
„altes Zuhause auflösen“:
Haus und Auto verkaufen, ggf. Sachen einlagern
Klärung Meldeadresse bzw. aus Deutschland abmelden Link 1, Link 2, Link 3, Link 4
Postanschrift ändern lassen, ggf. auch neue Email Adresse
Lohnsteuer via Elster
wichtige Dokumente einscannen Link 1, Link 2
Scanauftrag für Post einrichten Link 1, Link 2, Link 3
Verträge und Abos kündigen:
GEZ
Telefon, Handy
div. Zeitschriftenabos
Internetpräsenz:
Homepage erstellen, neues Logo
Visitenkarten für unterwegs
„Reisedokumente“ besorgen:
Reisepass
ggf. LKW Führerschein
internationaler Führerschein
Visum
Kreditkarte(n) Link 1, Link 2
Gesundheitscheck:
Gesundheitscheck / Impfungen Link 1, Link 2, Link 3
Reiseapotheke Link 1, Link 2
Erste-Hilfe-Training (z.B. spezielles Outdoor Training)
Diverses:
Satellitentelefon
GPS mit Karten
Festplatten
Drohne
Transport:
Verschiffung inkl. Versicherung
ggf. Carnet de Passage
diverse Reisetipps – gefunden auf der Matsch & Piste Seite, sowie Top 10 Ratgeber zur Geländewagenausstattung; Reisevorbereitung (Matsch & Piste)

Osterüberraschung…

Eigentlich brachte die Überraschung der Postbote und nicht der Osterhase: Die neueste Ausgabe des Explorer-Magazins enthielt einen ausführlichen Artikel sowie Testbericht über den Iveco Daily 4×4 (55S17W), mit der Besonderheit eines um 40 cm verlängerten Radstandes. Keine Ahnung, warum hier auf einmal der Funke übersprung, denn bereits in der Ausgabe vom Frühling 2016 war ein ähnlicher Artikel enthalten. Aber irgendwie machte es jetzt  ‚klick‘.
Es wurde den ganzen Sonntag im Internet recherchiert, diverse private und kommerzielle Homepages entdeckt – so auch die private Seite von Uwe Hasubek mit ganz tollen Fotographien! -, und wir haben zusätzlich angefangen, Angebote für Koffer einzuholen.

Der (zwischenzeitlich verkaufte) Rockhopper von Uwe Hasubek

Fazit: Günstiger als die bisherigen Expedi, die wir in die Auswahl zogen, wenn auch immer noch ein schönes Sümmchen. Außen deutlich kleiner und kompakter, dafür innen noch akzeptabel groß genug für uns. (Anmerkung: Für uns käme dennoch nur jener Iveco Daily mit 340 cm Radstand in Frage.) Mit 5.5 to unter der berüchtigten Marke von 7.5 to, also noch mit einem Pkw-Führerschein zu fahren. Zuladung je nach Ausstattung des Basisfahrzeuges zwischen 520 kg und 1.1 to – inklusive Koffer. Wattiefe ähnlich wie bei den größeren Lkws, dafür natürlich geringere Bodenfreiheit. Permanenter Allradantrieb mit Untersetzung und 3 Sperren sowie 100% Steigfähgikeit. 4 Zylinder Motor mit 170 PS, sowie 6-Gang Schaltgetriebe. Und er scheint einem Defender oder Landcruiser offroadtechnisch in nichts nachzustehen. Welches Ei hat uns hier der Osterhase ins Nest gelegt?

Hier mal eine Übersicht über die derzeitigen Kosten, die wir eruiert haben – für Fahrzeuge inkl. neuem Koffer (Stand Anfang 2018):

Unimog ca. 220.000 €gebrauchtes Basisfzg. super aufbereitet,
aber Fahrerkabine für uns zu klein
Steyrmind. 230.000 €, Koffer nur mit Minimalausstattung,
daher realistisch eher ab 280.000€
gebrauchtes Basisfzg. super aufbereitet,
Ersatzteilversorgung heiß im Netz diskutiert
Iveco 90-16
MB917
ab 200.000 €, eher mehrgebrauchtes Basisfzg. aufbereitet nach Bedarf,
super Ersatzteilversorgung für Mercedes Benz,
gut für Iveco (Magirus) – sofern deutscher Motor und Getriebe
Iveco Daily 4×4ab 170.000€, eher mehrbei diesem Preis: Neuwagen, daher (leider) Euro 6

Eine für uns realistische Einschätzung der Preissegmente finden wir ein Jahr später auf der Q&A-Seite von OnWheels.travel (unter: Wieviel kostete Euer MAN?). Und knapp 3 Jahre später teilt auch Andre von Amumot seine Übersicht.

Auf einmal wirkt der Daily wie eine echte Option auf uns, die wir nicht auf dem Schirm hatten. Vielleicht kriegt man einen „alten“ Iveco Daily 4×4, mit Euro 3 oder 4, und wenigen Kilometern? Leider zeigen die diversen Suchmaschinen momentan genau „0“ Einträge.
Statt weiter zu grübeln, nehmen wir uns erstmal eine kleine Auszeit und düsen über die Osterfeiertage nach Madrid.

Als kleiner Ausflug ein paar Seiten, wo wir weitere Details zu dem Daily finden:
http://www.tuckstruck.net/
https://www.hagis-on-tour.com/
https://privat.albicker.org/
https://wilde-weite-welt.de/erfahrungen-mit-iveco-4×4-exploryx-kabine/
http://www.bremach-reisemobile.org/reisemobile/ich-will-auch-eines/die-wahl-des-fahrgestells/iveco-daily-4×4
http://www.alles-selbst-erlebt.de/weltreisepraxis/ausrustung/wahl-des-fahrzeuges.html
http://www.points-of-compass.de/iveco.html

Nachdem wir aus dem Oster-Kurzurlaub wieder zurück sind, telefonieren wir mit Uwe als auch 2 Iveco Händlern. Schade, daß Uwes ‚Rockhopper“ (Euro 5) gerade verkauft wurde, und noch mehr schade, daß es keine Iveco Dailys mit Euro 3 oder 4 auf dem Gebrauchtwagenmarkt gibt. Selbst Euro 5 ist schwierig, zu kriegen. Dafür handel ich mir diverse, tägliche Spam-Mails ein, als ich auf europäischen Internetseiten von Truck-Suchmaschinen meine Anfrage platziere. Grund, daß wir ein Modell mit möglichst kleiner Euro-Norm haben wollen, ist, daß es möglichst keine Elektronik, kein DPF (Diesel-Partikel-Filter) oder Komponenten ausgelegt für Add-Blue haben sollte, damit wir später auch in z.B. Afrika problemlos umherfahren können.
Abgesehen davon, daß derzeit eine Neubestellung aufgrund der nach der zukünftigen IAA erscheinenden neuen Modelvariante nicht möglich ist, scheidet ein Euro 6 Model für uns definitiv aus (s. auch hier). Jetzt haben wir endlich ein kompaktes und auch offroad-taugliches, kleines Fahrzeug gefunden, aber weitere Nachteile wie mangelnde Höhentauglichkeit des Motors oder Fahren am Gewichtslimit, d.h. maximale Belastung der Komponenten, tragen desweiteren dazu bei, daß wir allen angefragten Kabinenbauern absagen.

Wie wir zu DER Bibel kamen…

Eher durch Zufall sind wir auf der Seite von Sabine und Micha (Herman-unterwegs) gelandet. Wir hatten dort zwar schon mal in der Vergangenheit gestöbert, als es um das Thema „Meldeadresse“ ging, aber diesmal fasziniert uns der Beitrag über die diversen Basisfahrzeuge für ein Expeditionsmobil. Zusammen mit Tobias Teichmann von 4Wheel24 bewerten sie die verschiedenen Fahrzeuge und liefern eine fundierte technische Beschreibung auf ihrer Page. Abgerundet wird dies durch ein Fahrvideo. Mit dem sympathischen und kompetenten Mitarbeiter von Tobias, Ludwig Baumgartner, hatten wir zwischenzeitlich auch schon mal Kontakt gehabt, als wir diverse Fragen bzgl. dem „mailändischen Iveco“ klären wollten – dies, weil sie selber einen Iveco 90-16 zu ihrem Flaggschiff auserkoren haben.

Kurzum: Wir vereinbaren Mitte April einen Termin mit Ludwig und düsen bei strahlendem Sonnenschein nach Hasloch – zwischen Aschaffenburg und Würzburg gelegen. Während wir noch rätseln, ob es Has-loch oder Hasl-och ausgesprochen wird, sind wir schon auf dem großen Industriegelände, welches sie für ihre Zwecke angemietet haben. Die Masse an Basisfahrzeugen überwältigt uns – so sehr, daß wir den kleinen Besucherparkplatz übersehen und uns prompt im Bereich der Werkshallen wiederfinden. Ludwig ist sogleich zur Stelle, wir kehren um und treffen uns erstmal im Bürogebäude, in welchem wir unsere Frageliste durchgehen. Hinter Boris hängt eine große Tafel mit ihren Ausbauprojekten in 2018; viele Ivecos sind dabei, aber nicht nur. Für 2019 haben sie ebenfalls schon einen Auftrag, erwarten aber dank der bevorstehenden Allradmesse 2018 in Bad Kissingen weitere Projektaufträge, die das nächste Jahr füllen werden. „Wir haben ja Zeit!“ … am liebsten möchte ich morgen schon los….

Nach unserem „Bürogespräch“ machen wir einen ausgiebigen Spaziergang auf dem Gelände: Ludwig zeigt uns die verschiedenen Modelle, erklärt uns den, auf vielen Federn gelagerten, Hilfsrahmen. Er erläutert uns, wie sie Fahrerkabinen kürzen und eine neue Rückwand anschweißen, und auch eine – zwar leere – GFK-Kabine können wir uns anschauen. Inzwischen können wir schon prima mit fachsimpeln bzw. unsere vermutlich immer noch große Wissenslücke geschickt kaschieren. Eigentlich ist es wie beim Hausbau: Vom komplett Fachfremden, die Rolle des Fachidioten ignorierend, zum Fachspezialisten für alle baulichen Aspekte. Na ja, fast…und auch nicht heute.

Das Gelände von 4Wheel24 in Hasloch
Ein Fahrzeug reiht sich an das andere. Rechts im Bild das Rallye-Begleitfahrzeug von Tobias Teichmann.
An diesem MB917 erklärt  man uns die mehrfache Federlagerung des Rahmens, auf welchen später der Koffer fest montiert wird
Wir spazieren mit Ludwig und einem weiteren Mitarbeiter über das Gelände und schauen uns die verschiedenen Fahrzeuge an. Diesen Mercedes Benz 1222 von der Feuerwehr werden wir später als ersten fahren.
Ein fertiges Basisfahrzeug – Iveco 90-16 – wartet auf seine Abholung
Große Fahrerhäuser werden gekürzt. Hier wird später eine Rückwand angeschweisst

Wir gehen gerade auf eine der unteren Hallen zu, da leuchtet uns etwas in grün-lila-blau entgegen. Wie der Zufall es will, ist Hermann, der Steyr von Sabina und Micha, immer noch vor Ort. Leider sind die beiden nur nicht zugegen, sonst hätten wir gerne mal ‚Hallo‘ gesagt. Dank ihnen sind wir ja schließlich hier. Dafür ist eine weitere „Prominenz“ vor Ort: Ulrich Dolde mit seiner Frau Edith und seinem „Sternchen“. Ulrich bietet uns sogleich sein ‚Du‘ an und wir tauschen uns kurz darüber aus, was uns hierher führt und was unsere Pläne sind. Ich wußte zwar nicht, wie er aussieht, aber der Name ist mir sehr geläufig und in der Szene altbekannt. „Ach ja….?“ Ja, Ulrich hat doch DIE Bibel geschrieben, DAS Wohnmobil Selbstausbau-Buch.

Wir verabschieden uns von Ulrich, denn womit wir nicht rechnen: Ludwig bietet uns an, 3 Basisfahrzeuge Probe zu fahren. Eigentlich wollten wir hier nur die Möglichkeit nutzen, die verschiedenen Fahrerkabinengrößen zu prüfen, denn der Vorteil ist: Hier stehen viele verschiedene Grundfahrzeuge. Aber daß wir sogar Probe fahren dürfen, das ist wirklich klasse!

Restarbeiten an einem fast fertigen Expedi mit Gfk-Koffer
Diesen Gfk Koffer können wir von innen besichtigen – noch leer
Mercedes Benz 1222: Boris muß übernehmen, als ich nicht um die Kurve komme
Iveco 120-25:  Der V8 mit 250 PS brummelt schön vor sich hin. Boris ist sofort begeistert.
Wer hätte das gedacht: Links der Steyr 680 mit Namen „Hermann“ von Sabine und Micha, rechts der MB914 mit Namen „Sternchen“ von Ulrich und Edith
Wir fahren den MB1222 Probe. Ohne Lkw-Führerschein auf dem Gelände: Das erste Mal im Truck!
Im Iveco 90-16: Anderes Cockpit, etwas weniger Kopffreiheit, und auch das Lenkrad hat „normalere“ Dimensionen
Wir dürfen sogar eine Rundtour in der Gegend machen, um den Iveco 120-25 in der „Hügellandschaft“ zu testen

Wie soll ich meinen Eindruck der Fahrzeuge beschreiben und auch die Unterschiede bewerten können, wenn ich zum ersten Mal, ohne Klasse 2 Führerschein, hinter dem riesigen Lenkrad sitze und mich konzentriere? Boris wird es mir auf dem Nachhauseweg erklären, aber jetzt bin ich erstmal nur damit beschäftigt, das große Schiff, einen Mercedes Benz 1222, ohne jeglichen Gangwechsel über das zu einem winzigen Tunnel schrumpfende Gelände zu manövrieren. 2.30 m Breite hört sich nicht viel an, aber der Platz zwischen Boris und mir in der Fahrerkabine ist riesig, während der Platz zwischen den Außenspiegeln und den anderen Autos rechts und links nur gefühlte Millimeter breit ist. Bloß immer geradeaus, den Gang wechseln kann man irgendwann später mal machen, und bitte auch rechtzeitig bremsen. Ja, das Bremsen! Einmal normal drauf treten, läßt den LKW schlagartig stehen. Einmal sanft drauf treten, … Mist, irgendwie bremst der gar nicht. Und da ist ja noch dieser komische Knopf im Fußraum, auf welchen ich gleich zu Anfang gekommen bin…
Die Kurve zum Schluß wird irgendwie heikel. Ich schaffe es nicht in einem Zug, und durch das Vor und Zurück stehe ich zum Schluß zwischen einer anderen Feuerwehr vorne und einer großen Box hinten eingeklemmt. Und das ganz ohne Park-Assistent! Boris, ich will wechseln! Geschickt manövriert Boris ihn wieder raus. Na ja, hätte ich auch gekonnt, bestimmt!
Beim zweiten Fahrzeug, einem Iveco 90-16, fahre ich schon fast wie ein Profi, und parke zum Schluß sogar auch auf einer Schräge. Obwohl das Fahrzeug weniger Leistung hat wie jenes zuvor, habe ich das Gefühl, es läuft „g’schmeidiger“ und mit „mehr Dampf“. Vermutlich liegt es nur daran, daß ich mich an das Fahren eines Trucks so langsam gewöhne… Die Aussicht, so hoch oben in der Fahrerkabine, ist schon toll. Aber richtig „warm“ werde ich mit den LKWs nicht. Es ist alles so groß, und richtig komfortabel fährt es sich auch nicht. Wie sollen wir dann später enge Passstraßen elegant umrunden und gefühlvoll Offroad-Passagen meistern? Bestimmt werde ich den halben Dschungel mitnehmen…
Das dritte Fahrzeug, ein Iveco 120-25, fährt ausschließlich Boris – denn wir fahren auf öffentlichen Straßen. Bei allen Fahrten werden wir von einem netten Mitarbeiter von 4Wheel24 begleitet, der sich genau wie wir an dem tollen Sound dieses Motors erfreut. Und Leistung hat das Fahrzeug ausreichend – soweit wir dies auf dieser Strecke beurteilen können.
Alle 3 Fahrzeuge sind ausreichend von der Innenhöhe und dem Sitzabstand zum Lenkrad und zur Pedallerie. Und beim letzten Fahrzeug erklärt man uns, daß man den Radstand von 3.95 m gut kürzen kann. Aber nachdem wir später zu Hause von Durchschnittsverbräuchen von 25 – 40 l lesen, scheidet dieses aus.

Beeindruckt von der Möglichkeit, verschiedene Basisfahrzeuge fahren zu dürfen, aber auch von der vielen Zeit, die man sich für uns nimmt, fahren wir im Dämmerlicht die 250 km nach Hause. Nicht, ohne zuvor noch ein Abschiedsgeschenk zu erhalten: Die Bibel! Wir vereinbaren, daß wir uns wieder melden: Mit einer Skizze für den Kofferausbau, der geschätzten Höhe unseres Strombedarfes, der Info, zu welchem Basisfahrzeug wir tendieren würden, und dem Preis, welchen wir bereit wären, in Summe für das Expeditionsmobil auszugeben. Das erste Mal hören wir, daß wir mit unserem preislichen Limit hinkommen können. (Nachtrag Wochen später: Mmh, hat sich dann doch leider nicht bewahrheitet! Vermutlich sind unsere Anforderungern einfach zu groß!)

Die Bibel! Geschenk von 4Wheel24 – neben den 2 Overlander Magazinen inkl. einem kurzen Bericht über sie

Wieder zu Hause: In nur 2 Tagen verschlinge ich DIE Bibel, und frage mich, warum ich mir das Buch nicht vorher schon gekauft habe. Wir wissen zwar, daß wir kein Fahrzeug selber aufbauen können/wollen/werden, und ein großer Teil vom Buch ist daher zu detailliert für uns. Aber der Rest verschafft einen prima Überblick und komplettiert – oder besser: ergänzt – unser Wissen. Insbesondere die Fragestellungen zu Anfang des Buches sind sehr hilfreich und es wird bestimmt einiges an Diskussion geben, diese für sich zu klären. Wir fangen gleich schon mal an: Motorrad mit dabei oder nicht?

Es gibt auch eine Homepage von Uli, auf der viele Selbstausbauer ihre „Werke“ zeigen.

Unsere erste Hausmesse…

Als wir in der Vergangenheit Kontakt mit Bimobil aufnahmen, um diverse Fragen zu klären, hatten wir auch um einen Besuchstermin gebeten. Vermutlich ist Bimobil so gut ausgelastet, daß sie – im Vergleich zu den anderen Expedi-Bauern, die wir besucht hatten – uns alternativ auf ihre Hausmesse aufmerksam gemacht haben. So sind wir dann kurz vor dem Muttertag im Mai 2018 nach Oberpframmern, südöstlich von München gefahren. Der Vorteil war definitiv: Wir konnten mehrere ihrer Ausstellungsfahrzeuge in den verschiedensten Varianten anschauen.
Eigentlich hatten wir den Iveco Daily 4×4 gedanklich schon aussortiert. Keine Ahnung, warum wir uns diesen dann als erstes anschauten und gleich ausprobiert haben, ob für Boris die Fahrerkabine auch groß genug ist. Das Fahrzeug sieht alleine schon super offroad-tauglich aus und ist einfach nur cool! Aber wenn man daneben steht, und auf die 3.58 m hohe Kabine schaut, kann man nachvollziehen, warum ein Testbericht diesem Auto ziemliches Wanken attestiert hatte.
An diesem Tag haben wir uns treiben lassen. Sind in fast alle Autos bzw. in die Aufbaukabinen gekrabbelt. Und immer wieder das Fazit: Geländewagen oder Pick-up zu klein bzw. mutmaßlich zu große Einschränkung in der Offroad-Tauglichkeit, LKW oder selbst der Unimog mit Kabine zu groß, und ein Iveco Daily mit kurzem Radstand und ohne Allkoven wäre wirklich ideal. Ja, wenn das Thema mit der Euro-Norm nicht wäre bzw. man gebrauchte mit Euro 4 kriegen würde…

Unimog, Atego und Iveco Daily im Vergleich
Eingangsbereich in den Daily; nach unserem Geschmack zu viele Stufen im Inneren (Stolpergefahr)
Wir bemerken, daß die Verdunkelungsrollos von KCT nur in Verbindung mit den Mückenschutzgittern an dem Magnetverschluß halten
Auch diverse Sprinter werden ausgestellt
Wohnmobilkonzept im Mitsubishi Canter
Iveco Daily 4×4 mit verlängertem Radstand – neulich im Explorer Magazin getestet
Großer Krabbeldurchgang im Unimog
Soviel Besichtigung macht durstig und hungrig
Die Optik des  Iveco Dailys 4×4 sieht alleine schon off-road tauglich aus
Große Sitzecke im hinteren Bereich mit 2 weiteren „Fahrsitzen“
Großer, bequemer Durchstieg oder besser: Durchgang ins Fahrerhaus; darüber die großen, langen Betten
Nissan Pick-up und Mitsubishi Canter
Offene Werkshallen mit im Bau befindlichen Kabinen und Flohmarkt
Hinterer Wohnbereich im neuen Iveco Daily
Ausziehbares Doppelbett mit Froli Matratzen System

Auf der einen Seite war dies ein schöner, interessanter Tag. Auf der anderen Seite war der Tag so wie „tolles Shoppen, ohne etwas gekauft zu haben“, d.h. irgendwie deprimierend. Insbesondere deprimierend für uns ist aber unser eigenes, ewiges Hin- und Her, das Schwanken zwischen den jeweiligen Fahrzeugtypen – wenn natürlich auch durch uns selbst verursacht. Es wird auch nicht leichter, als ich mir dann am Tag danach im Internet Alternativen zum Iveco Daily 4×4 anschaue und so auf den Bremach T-Rex stoße. Ob es hier leichter sein wird, gute Gebrauchte mit Euro 3 oder 4 zu bekommen? Ob dieses Fahrzeug von seiner Fahrerkabine her groß genug für uns ist? Fragen über Fragen. Ich kontaktiere Allrad-Christ, der auf seiner Homepage hierüber informiert, daß er die neueren Euro-Modelle downgraden kann – wobei dann logischerweise die Betriebserlaubnis in der EU erlöscht. Seine Antwort ist, daß man auf den diversen Internet-Fahrzeugplattformen schon fündig wird; nur leider – wenn ich wieder mal suche – sind genau „0“ Einträge.
Boris geht diesbezüglich pragmatischer vor: Zu wenig Zuladung bei Geländewagen möglich, d.h. er kann keine warmen und kalten Anziehklamotten mitnehmen. Also KO. Von den Motorkomponenten zu sensibel ausgelegt und damit nicht schlecht-Sprit tauglich, die Iveco Dailys. Also KO. Steyr bzw. Excap zu teuer. Also KO. Bleibt nur noch Iveco 90-16 oder MB1222 oder ähnliche Modelle. Für mich irgendwie zu groß. „Wir haben ja Zeit. Wenn wir durch eine Engstelle nicht durchpassen, kehren wir einfach um.“ Und wenn man dort nicht drehen kann? „Wo man vorher vorne reinkam, kann man auch rückwärts langsam wieder raus.“ … überzeugt mich irgendwie nicht.

Abermals ein kleiner Sprung in die Zukunft: Durch verschiedene Gespräche mit Fahrzeugaufbereitern verabschieden wir uns endgültig von der Idee des Iveco Dailys. Abgesehen davon, daß wir zu diesem Zeitpunkt nur einen einzigen, gebrauchten (rumänischen) Daily mit Euro 4, Kilometerstand unter 100.000 und zu niedrigem Koffer entdecken, raten uns viele davon ab, daß das Fahrzeug nicht robust und dauerhaltbar sei. Gerade, wenn man mehrere Jahre damit unterwegs sein wird und das Fahrzeug ein Exot in den Werkstätten ist, wird man „keine Freude daran haben“. Wir lassen uns überzeugen.

Das Leben der anderen…

Auch wenn ich diesen Film selber nicht gesehen habe, paßt zumindest der Titel doch zu jener Situation, die sich öfters und öfters bei mir wiederholt: Ich stöber (fast) jeden Tag auf den vielen diversen Reiseseiten und -blogs derjenigen, die bereits „frei“ und Nomaden in unserer Welt sind. Sozusagen der Laptop als Fenster zu einer anderen Welt. Die Suche nach neuen Abenteuern, Reiseberichten, Erfahrungen, aber auch Informativem. IHREN Abenteuern und Reiseberichten, IHREN Erfahrungen und informativen Erzählungen. Nicht meinen. Das ist so ein bisschen wie Soaps schauen: Jene z.B. 30-minütigen Serien, wo die ersten 10 Minuten die Wiederholung von der Folge davor sind, um allen Neu-Zuschauern den Einstieg zu erleichtern; in den 10 Minuten in der Mitte passieren die Highlights, und die letzen 10 Minuten sind Zusammenfassung. Inhaltlich mag die Struktur und der Ablauf von TV-Serie und Reiseblog gewiss nicht miteinander vergleichbar sein – sind sie definitv nicht! -, aber beides macht irgendwie süchtig! Süchtig nach mehr; süchtig nach einer Geschichte, einer Storyline und der Neugierde, wie’s weitergeht.
Die erste Serie, damals Telenovela genannt, an die ich mich – neben der Sesamstraße – erinnern kann, hieß „Sinha Moca“, und war eine 170 Folgen „starke“, brasilianische Serie, die im deutschen Fernsehen mit Start 1988 lief. Irgendwas über eine Tochter eines Sklavenhändlers, die gegen dessen Machenschaften ankämpft. Viel mehr blieb bei mir auch nicht hängen. Aber so kompakt wie eine Folge der Serie sind auch die meisten Reiseberichte. Man fiebert förmlich mit, welche neuen Erlebnisse passieren, welche neuen Begegnungen stattfinden. Und wenn dann auch mal eine brenzlige Situation dabei ist, aber glücklicherweise – und hoffentlich! – gut ausgeht, spürt man die eigene (An-)Spannung und Erleichterung. Wenn z.B. eine wackelige Brücke oder der steinige Weg gemeistert wurden. Oder man sich mit kaputten Reservereifen doch in die unendliche Wildnis wagt. „Ja, Burkhard und Sabine sind schon schmerz-befreit.“ Man wartet förmlich auf die nächste Folge: Wohin verschlägt es die Hauptdarsteller als nächstes? Welche Abenteuer werden sie als nächstes bestehen? „Du Groupie“, tönt es mir da – nicht zum ersten Mal – entgegen. Ignoriere ich geflissentlich.
Glücklicherweise sind die meisten Erzählungen auch positiv; nur ganz selten ist es negativ oder geht negativ aus. Was einerseits wiederum gut ist, andererseits auch zeigt, daß die Welt „da draußen“ doch wohl nicht so schlecht ist, wie man dies im Fernsehen immer vermittelt bekommt. Und ganz selten liest man etwas von Reise-Burnout oder noch seltener von Reiseabbruch, da man gemerkt hat, daß diese Art des Lebens doch nichts für einen ist. Wichtig ist hier, glaube ich, die gesunde Balance zwischen Einblick und Privatsphäre, denn nur schnell ist jene, individuell verschiedene Grenze gegenüber einer anonymen und unbekannten Leserschaft überschritten. Und während diese das Gefühl haben, dich gut zu kennen, weißt du faktisch nichts über sie.
So spiegelt sich das Leben der Weltreisenden auch in den vielen tollen Bildern wider, die meistens wahnsinnig faszinierende Landschaftsaufnahmen sind, und die man am liebsten alle auf seinen Bildschirmschoner oder als Monitor-Hintergrund ziehen möchte. Quasi als Mitbringsel eines Traumes, den ein anderer lebt. Oder jenen atemberaubenden Bildern aus der Vogelperspektive dank Drohne, und mancher Reisende sogar mit eigenem Youtube Kanal. Dann ist es wirklich wie Film und insbesondere dann scheint die Distanz auf ein Minimum geschrumpft: Man nimmt noch direkter an dem Leben der anderen teil – welches teilweise auch jene Grenze, die ich mir persönlich setzen würde, überschreitet.

Das alles soll gewiss nicht sentimental klingen; nicht so wie vielleicht bei denjenigen, die mitträumen, aber es nie wagen werden. Was natürlich auch legitim ist, denn jeder soll sein eigenes Leben leben. Nein, für uns fühlt es sich eher motivierend, anspornend an. Ja, wir werden es auch wagen. Ja, wir wollen „es“ auch erleben und darüber erzählen. Um hoffentlich andere mitzureissen und zu begeistern. Schön wäre natürlich, ab sofort, und nicht erst irgendwann morgen. Die Messlatte in der „Berichterstattung“ liegt schon recht hoch, nicht nur bei den Profis oder Semi-Profis. Sei es das Design der Page, die Art der Inhalte und der Schreibstil, die Qualität der Bilder bzw. auch die Häufigkeit der Aktualisierung. Man hat natürlich Zeit, aber … Nicht umsonst prämiert Matsch & Piste seit einiger Zeit die besten Offroad-Blogs, und unser bisheriger Homepage-Stil würde vermutlich keinen mehr hinter dem Ofen hervor locken. Respekt gepaart mit Herausforderung für uns! Wäre schon toll, „später“ dann auch mal unter den 10 besten Blogs zu sein. Wir strengen uns an, was sich alleine schon in der Zeit niederschlägt, die wir für die Definition DES besten, zukünftigen Domain-Namens verwenden. „Hat sich ja mittlerweile geklärt.“ Als auch die Überlegungen für ein ansprechendes, selbsterklärendes Logo.

Wenn Ihr diese Zeilen lest, wird dieser Text schon von der PC-lokalen Seite auf die richtige, unter der neuen Domain „Passion4Patina“ umgezogen sein. Die Struktur des Blogs wird gegliedert sein, und wir würden uns über Euer Feedback freuen, wie’s Euch gefällt. Dann werden vielleicht andere über uns sagen: Das Leben der anderen. Das wäre für uns Ansporn!

Wir werden dekadent…

2018: Wir machen das Triple voll! Während „wir“ in diesem Jahr – einige Wochen später – bei der Fußballweltmeisterschaft in Russland noch nicht mal die Quali ins Achtelfinale schaffen werden, zählen wir schon fast zu den Stammgästen der diesjährigen Allradmesse in Bad Kissingen. Diesmal reisen wir aber nicht mit dem Moped an – dieses hatten wir dann letztes Jahr nach dem Crash zum Schrottwert verkauft -, sondern Boris neuem Allrad-Geschoss. Zusätzlich testen wir unser neues Zelt, denn nach knapp 20 Jahren in dem bisherigen ist dieses nicht mehr ganz so dicht. Und – man wird nicht jünger – haben wir uns neue „Luxury-Selbst-Aufpuste-Matratzen“ mit knapp 8 cm Dicke gegönnt. Ach ja, und wir haben auch Campingstühle und -tisch dabei. „Fehlt noch was?“ Wie konnten wir nur die ganze Zeit auf dem Boden sitzen und hier unser Frühstück machen?

Auf Camp II haben wir noch ein Plätzchen inmitten anderer Dachzelte gefunden. Unser Zelt ist das grüne Kuppelzelt im Hintergrund (von Eureka!).

Diesmal reisen wir erst am Donnerstag (Feiertag) an, denn die beruflichen Termine erlauben keine frühere Anfahrt. So kommen wir gegen Mittag auf einem überfüllten Platz an und beschließen, auf einer der neuen Ausweichflächen zu campieren. Leider schräg, aber dafür ruhig. Camp II, in dessen Nähe es sogar auch Duschen gibt, und auch der Bäcker am nächsten Morgen frische Brötchen und Kaffee bringt. Es regnet zwar – oder Gott sei Dank – nicht, dafür brutzelt die Sonne vom Himmel. Bei gefühlten 33 Grad drehen wir langsam ein paar Runden zwischen den, durch Wald- und Ackerflächen getrennten Camps, und wundern uns über ein großes, morrastiges Teilstück, welches mittlerweile gesperrt ist. Wir scheinen den Regentag unbewußt abgewartet zu haben.

Alles ist irgendwie schon vertraut. Die vielen, verschiedenen Expedis und leider auch manche Genossen, die einfach Flächen für andere absperren oder blockieren; die leckere, laut rufend angesagte Pizza mit dem Getränkeausschank daneben; die vielen Lagerfeuer und Musik am Abend. Aber neu sind die doch vermehrt aufsteigenden Drohnen, die ihr hell summendes Rotorgeräusch in alle Richtungen abstrahlen. Mit manchen Expedi-Besitzern kommen wir ins Gespräch, aber natürlich bemerkt man auch eine gewisse Community Bildung von gleichgesinnten Modellbesitzern.

Camp II besteht aus 2 Flächen; wir campieren auf der hinteren
Schlamm und Morrast
3-Achser mal anders
Historisch. Ob dieser wirklich mal auf großer Fahrt war?
Wunderschöner Rundhauber
„Fress-Area“
Brötchen und Kaffee-Holen am nächsten Morgen
Absicht oder unabsichtlich?
Expedi kompakt: Alles was man braucht, um zu starten
Hubdachkonstruktionen
Parkkünste
Blick auf das Herzstück der Camp Area

Am nächsten Tag machen wir uns ausgeruht – „so toll waren die Matratzen nun auch nicht!“– und dank Boris Spezial-Frühstück gestärkt auf den Weg. Diesmal hatten wir keine Karten vorbestellt – wir lernen, sparsam zu werden! -, sondern kaufen diese direkt und ohne Warteschlange an dem kleinen Kassenhäuschen am Eingang der Camp-Area. Und weil die Messe dieses Jahr 20 wird, gibt’s noch gleich ein paar Plastikbecher mit Logo und Aufkleber gratis dazu.

Glücklicherweise ist jener Besuchstag nicht so heiß wie der zuvor, denn wir laufen uns wieder die Füße wund. Auch ist die Messe wieder ein Stückchen größer geworden, so daß wir den Tag gut nutzen, um uns alles anzuschauen. Diesmal wollen wir jedoch den Fokus auf Fahrzeug-, denn auf Kabinenbauer legen. Im nachhinein können wir diese jedoch an einer Hand abzählen. Und bei vielen, die zusätzlich auch die Kofferanfertigung bzw. deren Ausbau machen, wundern wir uns, daß man auf solch einer Messe so schlecht verarbeitete Exemplare zeigt. Einzig einer von den Kofferbauern sagt uns wirklich zu – für den wir jetzt keine Werbung machen wollen -, und der uns in vielen anderen Gesprächen auch immer wieder als der mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis genannt wird – wenn auch leider nicht günstig. Ein weiterer überzeugt mit gut aufbereiteten Fahrzeugen, wobei man hier leider nur von außen einen Blick durch ein weit geöffnetes Fenster in den Koffer werfen kann.

Boris Spezial-Frühstück
Aufbereiteter MB917 – leider nur in Verbindung mit einem Koffer zu kaufen
Echte Alternative?
Die Wippe war glücklicherweise diesmal nicht so rutschig
Alternative zu unserem Sitzmobiliar – gesehen auf der Messe
Schnuckeliges, kleines Expedi
Ein etwas anderes Heizungskonzept
Stimmt! Das hatten wir schon letztes Jahr witzig gefunden

Ein Fazit zu ziehen, ist dieses mal schwer. Viel Neues lernen wir nicht hinzu. Wir merken, wir haben uns tatsächlich auf die Sparte LKW festgelegt, so daß der andere, größere Teil der ausgestellten Fahrzeuge automatisch wegfällt. Und bei den Details von Kühlbox und Außenlackierung sind wir noch nicht angekommen. Auch wenn der Flair und die Atmosphäre nach wie vor „special“ sind, so werden wir uns wahrscheinlich überlegen, ob wir auch in 2019 nochmal hinfahren. Let’s see.

Es wird ernst…

Nach vielen Überlegungen sind wir nunmehr der Meinung, daß wir uns einen Mercedes Benz als Basisfahrzeug kaufen wollen. Einerseits war dieser von der Innenhöhe in der Fahrerkabine passender für uns als der Iveco. Auf der anderen Seite überzeugt das Argument der unproblematischen, weltweiten Ersatzteilversorgung. So fangen wir an, erste technische Daten vom MB917, MB1017 und MB1222 zusammen zu schreiben. Wie der Zufall so will, landen wir hier auf der Seite von Marina und Rico; genauer gesagt: ItchyWheels. Die beiden sind aus unserer Nähe und bauen sich gerade ihr zweites Expedi auf: Einen MB1120. MB1120? Was ist das denn? Wir werden neugierig. Erste Mails düsen hin und her. Marina beantwortet ausführlich, vor allem aber immer superschnell meine Fragen. Dank ihr und ihrem Bericht hinsichtlich der Fahrzeugbeschaffung profitiere ich von ihrer beiden Erfahrung. Zum ersten Mal finde ich mich auf diversen Auktionsplatformen wieder (Feuerwehr-Markt, Zoll-Auktion, Vebeg, Auktionshaus Vonau) und entdecke hierbei zwei für uns interessante Fahrzeuge von der Feuerwehr in Herrsching: Einen MB917 sowie einen MB1124 – beide mit sehr wenigen Kilometern und – wenn auch leider – langer Fahrerkabine. Anhand der Fahrgestellnummer, die man uns bereitwillig schickt, bekommen wir über Mercedes Benz heraus, daß beide Fahrzeuge die kurzen Achsen haben. Leider! Denn wir haben dank ItchyWheels gelernt, daß es hinsichtlich Spritersparnis besser wäre, die langen Achsen verbaut zu haben. Als wir uns näher damit beschäftigen, finden wir auch bei Tom auf 7Globetrotters einen interessanten und umfassenden (Umbau-)Bericht hierzu.
Wir vereinbaren einen Besichtigungstermin in Herrsching, wobei der Verantwortliche von der Stadtverwaltung einige Klimmzüge für uns macht, uns trotz eines Events bei der Feuerwehr die Fahrzeuge auf dem nahen Wertstoffhof zu zeigen; und dies an einem Samstag. Klasse!

MB1124
MB917 (im Vordergrund)
Innenleben vom 1124
Obwohl beide Kabinen gleich groß sind, wirkt diese beim MB917 kompakter

Wir schauen uns alles genau an: Von außen und innen, von der Seite und unten drunter. Und nehmen Maß. Wir haben die für uns wichtigsten Punkte, die wir prüfen können, aus einer Unimog-Checkliste herausgeschrieben. (Eine weitere Checkliste, die wir jedoch nicht verwendet hatten, ist diese hier.)
Der Fotoapparat klickt. Beide Fahrzeuge sind top in Schuss! Wir entdecken kaum Rost; Motor – zumindest das, was man hinter der Wartungsklappe sieht – sieht gut gepflegt aus. Auch innen ist alles sauber und i.O. Und von unten sieht’s aus, als ob man mit der Zahnbürste geputzt hätte. Im Vorfeld hatten wir gefragt, ob wir eine kleine Fahrt machen können. So düsen wir die 40…50 m auf dem Wertstoffhof herum, genauer gesagt, auf dem Vorplatz, sonst hätten wir sicherlich einige der Glas- und Papiercontainer platt gemacht. Beide Fahrzeuge überzeugen. Vor allem aber haben wir hier die Möglichkeit, beide direkt miteinander zu vergleichen. Abgesehen davon, daß der MB917 nur ein 5-Gang Getriebe hat, während der MB1124 ein 6-Gang Getriebe hat, scheint der MB1124 um ca. 10 cm mehr Bodenfreiheit zu haben – wenn man die unterschiedliche Reifengröße herausrechnet. Der MB917 hätte den Charme, daß wir versuchen würden, unter 7.5 to zu bleiben. Aber ein Blick in die Tabelle von Ulrich Doldes Ausbaubuch läßt uns zweifeln, ob wir dies wirklich schaffen würden.

Auf dem Rückweg entscheiden wir spontan, nicht nur am Ammersee entlang zu fahren, sondern auch noch Fabian Heidtmann einen Besuch abzustatten. Unangekündigt. Er ist natürlich nicht da. Aber wir sehen zumindest sein Werksgelände von außen – eingezäunt. Fabian hat schon diversen Weltreisenden zu ihrem passenden Basisfahrzeug verholfen und das Internet ist voll des Lobes für ihn und seinen Service.

Zeitsprung: Zwei Wochen später bieten wir mit; nur auf den MB1124. Wir haben Blut geleckt. Wohlwissend, daß wir die Fahrerkabine kürzen müssen – Mehrkosten! – und daß wir mindestens über größere Räder die Achsübersetzung verändern wollen. Aber dies scheint „unser“ Fahrzeug zu sein. Denn eine Fernfahrerkabine scheint wie die Nadel im Heuhafen zu sein, weswegen wir diesen Kompromiss eingehen. Generell sind diese Fahrzeuge laut einer erhaltenen Info – mit langer Kabine – im vergangenen Jahr wohl zwischen 10.000 und 16.000 € weggegangen; einige wenige auch für 22.000 €. So bieten wir einen für uns verträglichen Preis zum ersten Mal mit – ohne uns an die Höchstgrenze zu legen.
Kurzum: Wir landen am 10.07.18 auf Platz 3 der Bieterliste. Da es sich um anonyme Gebote handelt, weiß man nicht, wer wieviel bietet und es kann sich so auch nicht aufschaukeln. Jeder bietet das, was er bereit ist, zu bezahlen. Der MB1124 geht tatsächlich für 21.124 € weg. Boris SMS erreicht mich mitten auf meiner Dienstreise in Toulouse. Wir sind enttäuscht, nicht gewonnen zu haben, und merken zum ersten Mal: Wir sind dabei! Wir machen Ernst!

Am Wochenende danach durchsuchen wir das Internet nach weiteren Fahrzeugen dieser Art und schreiben diverse Händler an.

Kleine Anmerkung: Mittlerweile hat Tom angefangen, eine interessante Übersicht über die vergangenen Auktionspreise der Vebeg zusammen zu stellen.

Auf dem Ländle…

Zwar nicht ganz chronologisch, aber doch zeitnah und zwischen dem Besuch der Feuerwehren in Herrsching sowie unserem Gebot, haben wir uns bei Aignertrucks in Falkenberg angemeldet. Dies liegt so ländlich, daß unser Navi die Straße nicht wirklich kennt und uns mitten durch einen Wald – ohne Weg – lotsen möchte. Gut, daß hier ein kleiner Wegweiser auf den Betrieb aufmerksam macht.
Pünktlich um 13 Uhr an einem Samstag werden wir von Franz Aigner empfangen, der uns sogleich nach unseren Vorstellungen fragt und uns ein paar seiner Fahrzeuge zeigt. Insbesondere einen neu eingetroffenen MB1017 von der Bundespolizei empfiehlt er uns. Beim Laufen merken wir, wie riesig dieses Gelände ist und Franz hat auch diverse weitere Modelle verfügbar. „Was ist denn das? Eine Mäusefalle in der Fahrerkabine?“ „Nur zur Sicherheit; man kann ja nie wissen.“, so Franz Antwort. Generell würde er dem Auf- und Umbau eines MB1124 offen gegenüberstehen. Jedoch wäre dies das erste Mal für seinen Betrieb. Hauptsächlich die MB1017 scheinen laut ihm gefragt zu sein.
In seinem Büro kommen wir dann auf unsere paar Fragepunkte zu sprechen und sind beeindruckt, daß er zu jedem eine fundierte und nachvollziehbare Meinung hat. Leider ist an jenem Tag nur ein Fahrzeug im Umbau befindlich, welches wir uns anschauen können. Insofern können wir uns hier keinen wirklichen Eindruck von der technischen Versiertheit seines Teams machen. Die vielen positiven Kommentare in der Allrad LKW Gemeinschaft sprechen jedoch für sich.

Verschiedene Basismodelle reihen sich auf dem riesigen Gelände aneinander
Werkstattvorplatz

Franz empfiehlt uns, wenn wir ein Fahrzeug gekauft haben, daß er dieses technisch durchcheckt, und dann mit uns unsere einzelnen Wünsche, was wir alles modifizieren möchten, durchgeht. Anhand dessen könnte er uns auch erst eine grobe Preisschätzung machen. Positiv ist, daß – hätten wir die Feuerwehr ersteigert – wir ein solches Fahrzeug bei ihm hätten umsonst parken können. Also, kein Streß mit Scheune-Suchen. „Die gibt’s hier doch bestimmt wie Sand am Meer. Kann ja nicht schwierig sein, für 10 € im Monat eine zu finden.“ Na ja, „Meister Internet“ sagt: In 70 km Entfernung von uns zu Hause gibt es eine, die man mieten kann; zu ca. 300 € im Monat. „Bestimmt ist da noch mehr…“

Nach einer knappen Stunde treten wir unseren Rückweg an, nicht ohne einen Schweinshaxe-schlemmenden Umweg über Kloster Andechs zu machen. Währenddessen stürzt sich Franz wieder in seine Lieblingsbeschäftigung: Dem Schrauben am Fahrzeug.

Up and down…

Nachdem wir bei der Steigerung der Feuerwehr sprichwörtlich „Feuer gefangen hatten“ – jene Auktion hatten wir bekanntlich verloren -, checken wir regelmäßig das Internet nach Angeboten für einen MB1120 oder MB1124 AF. Auch wenn es hier und da ein Inserat auf den diversen Plattformen gibt, so sind diese entweder (für uns) zu alt, d.h. Erstzulassung noch in den 80er Jahren, oder viel zu viele Kilometer, oder der Preis ist zu hoch. So rückt das Thema erstmal gefühlt in den Hintergrund, denn unsere Jobs stellen uns erneut vor neue Herausforderungen. Für uns beide stehen Beförderungen an oder sind gerade geschehen, so daß wir uns motiviert noch mehr in unserem Beruf involvieren und die Freizeit inkl. Wochenende mittlerweile gegen Null geht. Wir wissen aber, worauf wir uns einlassen und wollen auch dieses Mehr an Verantwortung. „Na ja, mehr Freizeit bei gleichem Gehalt wäre aber auch nicht verkehrt.“ Insofern sind wir auf der einen Seite froh über diese neuen Möglichkeiten, die uns unsere Firma gibt, auf der anderen Seite blitzt dennoch ab und zu ein wenig „Panik“ hervor, daß wir doch irgendwann mal ein Basisfahrzeug haben sollten, um mit DEM Projekt zu beginnen.

So passiert es, daß – nicht mitten auf der Arbeit, sondern während unseres Urlaubes auf Hawaii im September – wir von einem Händler aus NRW kontaktiert werden, daß er jetzt endlich einen MB1120 AF von einer Gemeinde angeboten bekommen habe. Dieses war absehbar; standen wir mit jenem Händler bereits vor Wochen in Kontakt. Jedoch jetzt sollte es schnell gehen und er würde uns diesen ein paar Tage exklusiv reservieren. Aus seiner Sicht erstmal soweit verständlich und kulant. Ein Anflug von Nervosität stieg bei uns empor, denn mal eben so von Hawaii zurück- und wieder hinjetten geht halt nicht. Diese Feuerwehr war insofern interessant für uns, da sie die langen Achsen haben sollte (43:10). Um es kurz zu machen:
Nach ‚zig durchaus freundlichen Mails kam auf einmal die Antwort, daß man nicht an privat, sondern nur an Gewerbetreibende verkauft, und man angenommen hatte, wir hätten ein solches. Dieser Umstand stellte sich heraus, als wir fragten, ob wir rote Kennzeichen zwecks einer späteren Überführung ausleihen könnten, denn – dank Info von Marina – hatten wir herausgefunden: Als Privatpersonen können wir keine roten Kennzeichen beantragen, sondern nur sog. Kurzzeitkennzeichen. Dafür bräuchten wir aber die Fahrzeugpapiere, die wir natürlich erst nach einem Kauf erhalten. Und da wir das 2-malige Hochfahren mit je 6 Stunden One-Way vermeiden wollten, hatten wir um Ausleihe gebeten, um diese später per Post zurück zu schicken.
Ein Klärungsversuch mit 4Wheel24, diese Feuerwehr für uns „Zwischen-zu-Kaufen“, wurde zwar bejaht, allerdings – und deswegen mochte evtl. der Fahrzeughändler nur an Gewerbetreibende verkaufen – müsse man Garantie geben, welche mit Zusatzkosten zu Buche schlägt. Wir haben gelernt, daß Händler zwar an Privatpersonen verkaufen können, aber Verträge unter Ausschluß der Sachmängelhaftung nicht rechtens sind.

In erster Linie wegen dem daraus resultierenden Preis, sowie einer, basierend auf der Fahrgestellnummer aus anderer Quelle entgegengesetzt lautenden Information bzgl. der möglichen Achsübersetzung, aber auch wegen dem zunehmend patzig empfundenen Tonwechsel im weiteren Mailverlauf, haben wir dann von einem Kauf abgesehen.

Dass es sich lohnt, nicht blind zu kaufen – dies war die Intention des vorherigen Verkäufers -, sondern sich ein Fahrzeug vorab anzuschauen, erleben wir in unserer zweiten Situation.
Kaum wieder aus Hawaii heimgekehrt, finden wir einen MB1124 AF im Thüringer Raum. Zwar nur 5 Gang, aber Baujahr in den 90-er Jahren und wenige Kilometer. Hier ist man auch bereit, an privat zu verkaufen. Im herbstlichen Oktober düsen wir an einem Samstag die 300 km nordwärts und haben dank 4 Uhr Aufstehen auch noch Zeit für ein Frühstück vor Ort in einem netten Café. Zu diesem Zeitpunkt rätseln wir noch, wie wohl der heutige Tag ablaufen wird. Irgendwie ist das Bauchgefühl nicht so optimal, da wir anhand der Bilder meinen, daß sie – mit etwas Schnee im Hintergrund – doch evtl. etwas älter sein könnten. Das Fahrzeug ein Ladenhüter?
Als wir die Feuerwehr bereits von außerhalb des Geländes sehen, haben wir den Eindruck, daß diese irgendwie kleiner ist. Vielleicht liegt es an den kleineren Reifen im Vergleich zu der Feuerwehr in Herrsching. Oder an dem Aufbau, der nicht durch Firma Ziegler sondern GFT gemacht wurde? Tatsächlich stellte sich heraus, daß nahezu keine Kopffreiheit über Boris gegeben war. Aber viel schlimmer: Die Feuerwehr in „gutem Zustand und ohne Rost“ leckte im Bereich des Getriebes und Motor – zumindest so unsere laienhafte Interpretation der vielen feuchten Stellen. Ebenso wirkte der grüne Motorblock irgendwie militärisch? Die Abgasanlage war in der Mitte durchgerostet, auch wenn am Ende ordentlich silber lackiert. Die Kabine von innen an der A-Säule ausgebeult. Und von vorne betrachtet standen die Räder wie die obere Hälfte eines X vor uns da. Aber die Reifen waren mit Polierspray schön schwarz und sauber…

Wir nehmen es immer sehr genau mit der Kontrolle
Es leuchtet uns grün entgegen

Wir haben uns deshalb auch gar nicht mehr die Mühe einer Probefahrt gemacht, sondern uns bereits nach 30 min. verabschiedet. Bestimmt kann man ein solches Fahrzeug noch gut herrichten, aber hierfür ist dann der Preis mit knapp 19.000 € einfach zu viel für uns. Schade um die Zeit und den Sprit für’s Hochfahren! Zuhause am nächsten Tag sehen wir: Der Internetpreis wurde ad hoc um 1000 € reduziert…


In diesen Tagen ist es wirklich ein stetiges „Up and down“. Am Abend vor der Hochfahrt nach Thüringen entdecke ich erneut einen MB1124 AF auf der Zoll-Auktions-Seite. Hier tönte mir noch auf der Coach entgegen: „Warum schaust Du noch nach anderen Autos? Mensch, der sieht aber wirklich besser aus, ist von 2000 und hat 6 Gänge. Wir wollen uns doch morgen schon den anderen anschauen und wenn es klappt, kaufen. Nicht tun!“ Bislang hatten wir auf jener Plattform – mangels für uns passenden Angeboten – noch nicht mitgeboten. Aber das Bietkonzept ist wie bei Ebay, insofern vertraut. Nur mit Ausnahme, daß das fixe, zeitliche Ende in 5er Minuten überschritten werden kann, so daß das letzte Angebot vor einem Zuschlag für immer 5 Minuten gehalten werden muß. Das virtuelle „zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten“. Diesmal verkauft eine Feuerwehr wieder direkt, ohne Zwischenhändler. Das Fahrzeug steht in NRW: Oh je, 4 Stunden Fahrt One-Way. Die erste Mail zwecks Nachfrage nach Fotos aus dem Innenbereich und der Achsübersetzung wird losgeschickt.


Kurzer Einschub, passend zu dem Titel dieses Kapitels: Jetzt ist es zwar so, daß wir in erster Linie nach jenen MBs schauen, aber uns weiterhin ohne Modellbeschränkung auch auf der Mobile.de-Seite tummeln. Und, wie soll es auch anders sein: Plötzlich „lacht“ uns dort ein Steyr des Hauses Excap, mit Kabine, in perfektem Zustand an! Wir hatten uns doch entschieden, daß wir einen MB wollen, oder? Ja, der Stachel des Excaps sitzt tief, so sehr sprang damals der Funke bei Stefan auf uns über. Dies wäre eigentlich UNSER Auto, wenn nicht das Thema Ersatzteilversorgung wäre. Und der Preis… Aber dieses super Angebot aus dem Münchener Raum haut uns vom Hocker und beschert uns einige schlaflose Nächte. Zumal der Verkäufer immer sehr freundlich antwortet. Die Frage ist: Gewinnt das Herz oder das Gehirn? Gefühl oder Verstand? Wir listen per SMS, die abends zwischen mir zuhause und Boris in Nürnberg auf Schulung hin- und herflitzen, auf, was wir noch verändern bzw. ergänzen müßten, und welche Kosten damit verbunden wären. Nicht gerade wenig. Aber wir reden uns ein: Das Bett ist mit 1.40 m Breite zu schmal für uns; das geht gar nicht.
Schweren Herzens entscheiden wir uns dagegen, was für weitere schlaflose Nächte sorgt.

Man sieht sich manchmal zweimal… Durch Zufall stehen wir ein Jahr später auf der Allradmesse in Bad Kissingen (2019) neben ihm!
Und, man glaubt es kaum: Drei Wochen später steht er in Regensburg, und wir kommen ein paar mal auf dem Nachhauseweg von der Arbeit an ihm vorbei.

Am Wochenende, nachdem wir zuvor in Thüringen waren, fahren wir erneut hoch: Diesmal Richtung Bonn zur Feuerwehr in Sankt Augustin – jener Feuerwehr, die den MB1124 AF in der Zoll-Auktion verkauft. Wieder heißt es „früh aufstehen“, denn wir wollen um 11 Uhr die 460 km bewältigt haben. Aber es läuft gut. Trotz einiger Baustellen und Nebel geht es zügig von uns ausschließlich über die A3 ‚gen NRW und wir kommen bereits nach 3.5 Std. Fahrt bei Sonnenschein an. Die Feuerwehr steht schon auf dem Hof und sieht optisch auf den ersten Blick – trotz einiger Macken und Schrammen – gut aus. Leider wirkt das Cockpit irgendwie gestückelt: Ein Teil ist erwartungsgemäß in dunklem grau, der andere Teil um das Lenkrad herum jedoch in dunklem olive-grün. Man versichert uns, daß dies jedoch von Anfang an so war. Vielleicht kann man dies farblich aufbereiten?
Das Fahrzeug hat zwar Erstzulassung 2000, jedoch wurde der Motor OM 366 LA das letzte Mal 1998 gebaut. Wir erfahren, daß es 2 Jahre bei Ziegler stand, bevor es aufbereitet wurde und es die Feuerwehr in Sankt Augustin kaufte. Wir schauen drum herum, innen rein und unten drunter. Da erblicken wir plötzlich die von außen feucht glänzende Ölwanne. Auch im TÜV Bericht wird dies erwähnt: Motor ölfeucht. Ist dies ein KO-Kriterium? Leider können wir das Fahrerhaus nicht kippen.

Wir dürfen eine kleine Probefahrt außerhalb des Geländes machen. Fährt sich soweit ganz gut. „Jetzt dort rechts oder noch eine weiter?“ In den beiden Kreisverkehren machen wir jeweils eine extra Runde vor Publikum. „Echt wendig!“  Auf einem kleinen Platz probiert Boris, die beiden Sperren einzulegen. „Ist dieser Schalter nicht für die Untersetzung? Der Drehschalter ist doch für den zuschaltbaren Allrad, oder?“ Anscheinend aktiviert der eine Schalter die Förderpumpe für’s Löschwasser, also nicht die Untersetzung. Und der Verantwortliche von der Feuerwehr meint uns gegenüber: Der Drehschalter müßte die Untersetzung zuschalten, und dann müßte das Fahrzeug damit permanenten Allrad haben. Wir sind verwirrt. Auch die Bedienanleitung hilft nicht wirklich weiter. Da wir dies bislang an keinem Fahrzeug testen konnten, hatten wir die Symbole an den Schaltern einfach interpretiert, denn recherchiert. Wir werden dies zu Hause versuchen, mit Mercedes zu klären, denn auch im Internet werden wir nicht wirklich fündig. Gleiches wegen der feuchten Ölwanne, zu welcher wir drei unserer Kontakte um Rat bitten.

Top-schick von außen; Kratzer sind nur auf dem hinteren Anbau zu finden
Wir rätseln: Ist die feuchte Ölwanne schlimm oder nicht?

Wir verabschieden uns von unserem Ansprechpartner, der freundlicherweise diesen Samstagstermin für uns möglich gemacht hatte. Und versprechen – sollten wir das Fahrzeug ersteigern -, daß wir Fotos vom fertigen Expedi zuschicken würden.
Auf der Heimfahrt rätseln wir, ob wir mitbieten sollen oder nicht. Noch sind es knapp 3 Wochen Zeit, bis die Auktion endet. Bis dahin werden wir bzgl. der Ölwanne hoffentlich einen Rat bekommen haben. Und auch wissen, wie wir mit einem weiteren Angebot für einen MB1120 AF umgehen werden, zu welchem wir noch weitere Infos von 4Wheel24 bekommen sollen. Es bleibt spannend.

Schneller als durch MB bekommen wir durch Marina und Rico die Bestätigung für unsere Annahmen bzgl. der Schalterbedeutungen. Laut ihren Infos gibt es eigentlich keine – oder nur sehr selten – MB1120/1124 AF mit zuschaltbarem Allrad.
Hoffentlich fragt Marina nicht irgendwann mal nach einer Berater-Provision. Das würde teuer werden.  🙂

Weitere 5 Tage später – ich bin gerade von meiner Dienstreise nach Rumänien und Serbien heimgekehrt – macht mich Marina auf ein tagesaktuelles Angebot eines Händlers im bayrischen Raum aufmerksam. Hier wird ein MB1120 AF, 6 Gang, Baujahr ’92, mit nur ca. 18.000 km angeboten – zu einem vernünftigen Preis. Die Bewertungen sprechen für einen sehr seriösen Händler und so erhalte ich auch prompt – nach nur wenigen Stunden – in der gleichen Nacht Rückmeldung auf meine Fragen. Ein Termin für den Brückentag nach Allerheiligen wird vereinbart, noch bevor Boris seine Diensreise nach China antritt.

Die Sonne versucht, ihren Weg durch den leichten Herbst-Nebel zu bahnen, als wir mit Tempo 200 in Richtung Günzburg, zu Hrn. Lohr, fahren. Wahrscheinlich können wir bald einen Café-Reiseführer schreiben, so wie wir derzeit zum Frühstücken durch Deutschland touren. Wie vereinbart kommen wir um 10 Uhr bei ihm an und sind überrascht von den vielen Feuerwehren, die er auf dem Hof stehen hat. Geschickt manövriert er den MB1120 AF rückwärts aus dem Unterstand heraus, eng an einem Holzpfosten vorbei. Wir starten mit unserem Standardprogamm: Außen rum – alles genau anschauen und nach Roststellen suchen. Dann unten drunter und durch die Radläufe unter das Fahrgestell schauen – Rost, Öl? Danach krabbeln wir ins Innere und verschaffen uns einen Eindruck – Kratzer, Macken, Löcher?

Wir sind schon etwas nervös hingefahren: Ob es heute klappen wird? Und tatsächlich: Es wird grenzwertig! Wir überlegen hin und her. „Alles irgendwie dunkelbraun am Cockpit. Mmh.“ Werden wir uns daran gewöhnen? Aber die Sitze werden wir ja vermutlich austauschen; dann wird es heller. „Aber auch hier wieder feuchte Stellen an der Ölwanne, auch wenn nicht so schlimm wie bei jener aus der Zoll-Auktion.“ Hast Du gesehen, die Blattfederpakete sind nur einfach, nicht verstärkt! (Anmerkung: Zu Hause lesen wir im Forum der Allrad-LKW-Gemeinschaft: Hier sind (Weitspalt-)Parabelfedern verbaut. Bei den anderen Fahrzeugen waren dies Trapezfedern. Also nichts mit doppelt bzw. nur halb verstärkt oder so; einfach nur eine andere Federart.) „Aber hast Du den Rost um die Fenster bemerkt? Vorne und an beiden hinteren Seitenscheiben?“
Wir erbitten uns eine Diskussionszeit nur zu zweit. Wir schauen uns an, rätseln. „Was meinst Du?“ Wir versuchen, einen Kontakt telefonisch zu erreichen, um um Rat zu bitten. Leider ist dieser zur Zeit in einem Kundengespräch und für uns nicht verfügbar. „Die anderen Feuerwehren waren bzgl. Rost deutlich besser.“ Der Preis ist schon gut, aber ob man die Roststellen so ausbessern kann, daß es nicht mehr durchblühen wird? Wir erinnern uns schmerzlich an unseren roten SLK.

Es leuchtet uns aus allen Ecken rot entgegen
Braunes Cockpit, braune Sitze, brauner Fußbereich, aber beige Türen

Der MB1120 AF mit stylischer Deutschlandfahne

Wir fragen, ob wir eine Probefahrt machen können. Da die Hofeinfahrt vorbei an einer anderen stehenden Feuerwehr sehr eng ist, fährt uns Hr. Lohr das Fahrzeug auf die Straße. Es qualmt in großen Wolken weiß aus dem Auspuff heraus. Ob dies bei den anderen Fahrzeugen auch so war? War uns zumindest nie aufgefallen.
Die Feuerwehr fährt sich gut, auch wenn Boris das Weniger an Leistung merkt – im Vergleich zu den 240 PS der Feuerwehr aus der Zollauktion. Man ist doch recht schnell im 6.ten Gang und der Motor tourt bei 2500 rpm und 90 km/h. Mit einigem Nachtelefonieren hatten wir zuvor bei der Servicestelle von MB herausbekommen, daß auch hier die Achsübersetzung wieder 5,25 ist. Die langen Achsen (4,3) scheinen tatsächlich nirgendwo in deutschen Feuerwehren eingebaut zu sein – zumindest super selten.

Wir fahren ein paar Kilometer und der weiße Rauch ist auch verschwunden. „Wie machen wir jetzt weiter?“ Gedanken kreisen; wir listen Vor- und Nachteile auf, vergleichen. Zum Schluß steht fest: Wir fahren wieder, ohne zu kaufen. Irgendwie sprang der Funke nicht über. Sind wir zu anspruchsvoll? Sollten wir rationaler entscheiden? Könnte man die Mängel leicht beseitigen? Eigentlich haben wir keine Lust, noch weiter suchen zu müssen und noch mehr durch Deutschland zu düsen. So langsam macht sich echter Frust breit und wir denken immer wieder an die tolle Feuerwehr aus Herrsching zurück. Oder war die zu gut, falsche Referenz?

Schweigend fahren wir die 210 km wieder zurück nach Hause. Erneut hat es nicht geklappt. Wir werden auch nicht bei der Zoll-Auktion mitbieten – so unser Entschluß. Zu risikoreich das Thema „feuchte Ölwanne“ für uns. (Anmerkung: Das Fahrzeug ging final für „schlappe“ 47.600 € weg. Kein Schreibfehler!) Ebenso übersteigt das vorgestern gemailte Angebot von 4Wheel24 bzgl. eines MB1120 AF mit 28.500 € doch deutlich unser Budget. Wir überlegen, ob wir nicht doch alles „im Paket“, also ein fertiges, gebrauchtes Expedi kaufen sollen. „Tja, wir schauen schon über zweieinhalb Jahre nach etwas Passendem.“ Dieses ganze Hin- und Herfahren, und auch der vermutlich sehr hohe Gesamtpreis für einen Neuaufbau von Fahrzeug inkl. Koffer, wollen wir das wirklich? Schaffen wir die „Betreuung“ eines individuellen Aufbaus parallel zu unserem derzeitigen Job? Sehnsüchtig denken wir an die Münchener Excap-Steyr-Annonce zurück, die zu unserem Erstaunen immer noch geschaltet ist.
In den nachfolgenden Monaten wird auf jeden Fall erstmal „Ruhe“ einkehren, da diese bereits mit Dienstreisen, Weihnachtsurlaub o.ä. verplant sind.

Österreichische Geburtstagsüberraschung!

Auf der Mobile.de-Seite wird jeden Tag gesurft, aber wer kennt schon www.willhaben.at? Zwei Tage vor meinem Geburtstag im März lande ich eher zufällig auf diesem Portal und finde DEN besten Iveco Daily der Welt! Nur 7000 km, zugelassen Ende 2016 – ok., Baujahr 2010 -, und deswegen Euro 4! Und die Ausstattung: Kleine Bullbar mit Seilwinde, Reifenregeldruckanlage, zusätzliche 24 V Lichtmaschine sowie Kartenlesetisch mit LED Lampe. DAS ist unser Expedi! Zu gern hätte ich an dieser Stelle das Bild des echt coolen Ivecos eingebunden, nur leider 2 Jahre später nicht mehr die Erlaubnis hierzu erhalten. Urheberrechte und so.
Alle Bedenken, daß wir ja eigentlich auf LKW-Basis und so… und auch keinen Koffer-Neuaufbau… werden binnen Sekunden über Bord geworfen. Einzig skeptisch macht uns, daß es ein Vorführfahrzeug bzw. Musterfahrzeug ist, welches für den Saud-Arabischen Markt zusammengebaut wurde. Aber von den zusätzlichen Features… Nein, das ist unser Basisfahrzeug!

Die erste Mail „fliegt“ über die Grenze nach Österreich. Einen Tag später – am Sonntag – telefoniere ich mit Patrick, dem Besitzer. Wir vereinbaren, daß ich zunächst mit dem hiesigen TÜV eine mögliche Zulassung kläre, denn: Kaufen, um es danach hier nicht zugelassen zu bekommen, soll natürlich ausgeschlossen werden.
Anfang der Woche pendel ich dann zwischen TÜV, hiesigem Iveco Händler, Internet, Mailverkehr mit Patrick bzw. Exploryx, und wieder zurück zum TÜV – der mich dann auch sogleich mit: „Ah, da ist wieder die Frau mit den vielen Fragen“ begrüßt. Ach ja, alles irgendwie neben dem Mehr-als-Vollzeit-Job reingequetscht. Binnen 2…3 Tagen steigt die Lernkurve exponentiell:

1. Obwohl das Fahrzeug noch gültigen TÜV hat und in Österreich angemeldet ist, muß ich hier eine Komplettabnahme nach §21 machen (ca. 200-300 €). Die sog. COC Papiere gibt es nur für Pkw. Erst im Nachhinein kommt mir: Es liegt doch eine EG-Zulassung vor; weswegen dann diese Komplettabnahme?

2. Seilwinde und Bullbar würde ich aufgrund der „scharfen Kanten“ und der exponierten Anbringung nicht zugelassen bekommen. Laut Patrick kann ich alles problemlos mit 4 Schrauben lösen. Auf der Exploryx-Seite finde ich einen Daily mit Seilwinde. Auf Nachfrage kümmern sich aber wohl die jeweiligen Fahrzeugbesitzer um die finale Zulassung, nicht der Aufbauer.

3. Der TÜV verlangt einen Nachweis über die Schadstoffklasse (zum Zeitpunkt der damaligen Zulassung in Österreich). Eigentlich bräuchte ich hierfür das Datenblatt von Iveco (2 Wochen Wartezeit, ca. 100 €), aber Hr. Schlosser von der Regensburger Iveco Vertragswerkstatt druckt mir kurzerhand die Info über die Euro-Norm des Motors aus einem internen Programm aus. Diese, zusammen mit dem österreichischen Datenblatt, würde der TÜV anerkennen.

4. Die Reifen brauchen das e-Prüfzeichen. Oder sonst bräuchte ich neue Reifen. Haben sie aber.

5. Die eVB-Nummer zur Anmeldung könnte ich hier bestellen.

6. Es würde laut TÜV eine Tageszulassung reichen; dann hätte ich schon mal gültige deutsche Papiere.

7. Da der Daily über 3,5 t ist, brauche ich eine LKW-Versicherung, sofern ich nicht nur für einen Tag zulasse. Hier gibt es nicht so viele Anbieter wie für PKW-Versicherungen. Ein exemplarisch eingeholtes Angebot läßt erschrecken: ca. 1600 € im Jahr, da man bei 110% in der gesetzl. Haftplichtversicherung einsteigt. Man kann – angeblich – auch nicht die Prozente aus der PKW-Versicherung übertragen, da dies nur von höheren in niedrigere Fahrzeugklassen geht, aber nicht umgekehrt (LKW –> Auto –> Motorrad). Ich frage bei ein paar Weltreisenden, die mit einem Daily unterwegs sind, nach. Alle haben das Fahrzeug erst mit Kofferaufbau angemeldet, denn eine WoMo-Versicherung ist deutlich günstiger.

Und da wäre noch die Herausforderung des Unterstelllplatzes, denn wenn das Fahrzeug nur eine Tageszulassung hätte, kann ich es schwerlich auf der Straße stehen lassen. Und mit Lichtgeschwindigkeit und verzerrtem, lang gezogenen Body à la Raumschiff Enterprise in die heimische Garage wird vermutlich auch nicht funktionieren. Tatsächlich stellt sich dieser Umstand als schwierig heraus. Die Scheunen und Hallen im Wolfsegger Umkreis scheinen sehr begehrt. Selbst ein „heißer Tipp“ von unserem Wertstoffhof-Verwalter, dessen Sohn dort gerade noch einen Unterstellplatz für ein Baufahrzeug erhalten hat, erweist sich als „belegt“ und mit Warteliste.

Ich könnte bestimmt das Fahrzeug einige Tage auf dem Hof von Hrn. Schlosser stehen lassen, aber gewiß nicht für 1-2 Jahre. Denn mind. 2,5 Jahre beträgt die Lieferzeit bei Explorx – so der Stand von 2018 -, und ihr Hof nimmt keine „Dauerparker“ mehr auf.

Bei Hrn. Schlosser möchte ich zusätzlich klären, ob er einmal grob über das Fahrzeug drüberschauen bzw. auch Umbaumaßnahmen vornehmen würde. Im Internet finde ich, daß viele den Einbau eines verstärkten Querstabilisators für Vorder-, und vor allem für die Hinterachse empfehlen. Wo wir gerade so „fachsimpeln“, meint er: Kommen Sie doch einfach mal mit in die Halle. Häh? Als ich diese betrete, traue ich meinen Augen nicht: Ein Expedi auf MAN Basis mit leuchtend türkisfarbenem Shelter! Ich bin platt! Die zwei Personen, mit denen ich zuvor im Vorraum gesprochen hatte, stellen sich als die Besitzer heraus. Damit hätte ich hier in „good old Regensburg“ nicht gerechnet!
Es wurde ein nettes, vor allem, sehr kurzweiliges Gespräch! Beide waren auf Anhieb sympathisch und meinten, wir sollten uns doch unbedingt auf der Allradmesse treffen. Sie rieten mir zwar nicht direkt vom Iveco Daily ab, aber wiesen schon auf die erlaubte Gewichtsbelastung im Vergleich zum Fahrzeuggewicht hin, weswegen sie sich immer wieder für einen LKW entscheiden würden. Er sei ja auch nicht viel größer als der Daily, meinen sie zu mir. Auf jeden Fall rieten sie mir zu der Luftfederung, wenn ich den Daily kaufen sollte. Wenn man Straßen wie die in Marokko fahren würde, auf denen der Teer größtenteils weggebrochen ist und man anderen ausweichen müßte, dann würde dies den Aufbau schonen. Aber wie gesagt: Sie würden immer wieder einen LKW kaufen, und auch die normalen Parkplätze hier beim Aldi seien damit kein Problem!
Die Zeit im Gespräch mit ihnen ist so schnell verflogen und ich mußte leider abbrechen, denn an diesem Tag mußte ich abends noch weiterarbeiten. Aber bestimmt sehen wir die beiden auf der Allradmesse wieder!
(Anmerkung: Erst im nachhinein erkennen wir auf Fotos auf der Allradmesse 2019: Dieses Fahrzeug hatten wir bereits 2017 auf der Messe abgelichtet, als eines der Räder nur auf einem kleinen Klotz stand. Die Welt ist wirklich sehr klein!)

Es wird Donnerstag in jener Woche; Patrick fragt nochmal freundlich nach, ob wir uns entschieden hätten, denn andere Interessenten haben auch angerufen.
Wir sagen ab! Lange hat das Gespräch zwischen Boris und mir zuvor gedauert, aber:

  • mit neuem Kofferaufbau zu teuer; über unserem Limit
  • wir müßten Bullbar und Seilwinde abbauen; damit ist uns der Fahrzeugpreis mit knapp 40.000€ in Relation hierzu zu hoch, auch wenn wir natürlich noch handeln würden
  • wir sind skeptisch bei dem Begriff „Musterfahrzeug“ und befürchten, daß dies hier von Iveco zusammengestückelt wurde
  • wir finden in der Kürze der Zeit keinen Unterstellplatz, wobei ich dann doch letztendlich in Ebay-Kleinanzeigen eine Annonce 4 km entfernt von zuhause finde
  • ja, da ist noch die Angst mit der ausgereizten Gewichtsbelastung des Fahrgestells

Zumindest sind wir uns jetzt 100%-ig sicher: Wir müssen gebraucht kaufen! Hoffentlich finden wir dann bloß noch etwas Passendes für uns! Wir sind uns inzwischen auch einig, daß wir nicht zwingend mehr bis 2025 warten wollen. Die Arbeit zollt ihren Tribut.
Wenigstens haben wir jetzt schon einen „Countdown-Maßstab“:

Soll keine Werbung sein, sondern sagen: Wenn diese Packung leer ist, bei ca. 1x Spülmaschine pro Woche, dann werden wir unterwegs sein. Spätestens! Hoffentlich! 😉

Hausmesse, die zweite… Oder: Werden wir wieder rückfällig?

Ende Mai 2019 hat Exploryx Hausmesse bei sich in Isny. Wir hadern mit uns, ob wir hinfahren sollen oder nicht. Vorteil wäre: Da Exploryx seit geraumer Zeit nicht mehr auf der Alllradmesse ist, könnten wir uns hier ein Bild von ihrer Ausbauqualität machen. Nachteil: Die Homepage strotzt nur so von aufgebauten Dailys – und wir wollen ja einen Truck. Stellen sie auch soetwas aus? Zudem: In Isny ist den ganzen Samstag über Regen angesagt!
Egal, wir sehen es sportlich und als Event. Außerdem haben wir auch schon lange nicht mehr im Regen gezeltet. Dieses ist auch schnell mitsamt unseren Luxus-„Aufpustematten“ und Stühlen ins Auto gepackt und schon geht es früh los auf die Autobahn.
„Was ist mit Frühstück?“ Die Handy-App wird unter der Fahrt befragt und schnell ist ein Café in der Nähe gefunden. Dazu müßten wir jetzt – also: JETZT! – abfahren. „Aaaaargh!“ Wir kreuzen direkt von der linken über die rechte Fahrbahn zwischen 2 Autos hindurch auf die Abfahrtsspur. Knapp, aber es paßt. Und da das Café wirklich zauberhaft an einem kleinen Park mit noch kleinerem, rauschenden Bach liegt, möchten wir gerne „Werbung“ machen: Café Morizz in Buchloe.

Am Samstag ist es so warm, daß wir draußen essen. Am Sonntag machen wir nochmals hier Stopp, zum Brunchen, aber diesmal zieht es uns ins Innere.

In Isny angekommen ist es zwar bewölkt, aber das Wetter hält entgegen der Vorhersage den Tag über. „Mmh, ist das alles?“ Das Werksgelände ist sehr übersichtlich und die Anzahl der ausgestellten Fahrzeuge – meistens Dailys und Sprinter – ebenso. Irgendwie sah das Gelände in dem kleinen Werbefilm auf der Exploryx-Homepage größer aus. Vor den wenigen Autos bilden sich gleich Besucherschlangen und so drehen wir erstmal eine kleine, 2-minütige Runde über den Platz. Ein einziger MAN Actros ist ausgestellt, den sein Besitzer verkaufen möchte. So kommen wir mit ihm als auch einem Besucherpärchen ins Gespräch, welches wir durch Zufall ein paar Wochen später auf der Allradmesse in Bad Kissingen wiedersehen werden.
Generell kann man sagen: Das Wort „Hausmesse“ ist hier Programm: Klein und übersichtlich, es gibt trotzdem etwas zu essen und zu trinken, und einen kleinen Dia-Vortrag über Australien. In Summe schon „nett“, und man merkt, Exploryx scheint ein Familienbetrieb zu sein, aber dennoch …
Wir schauen uns die Kabinen von innen an und meinen, die Qualität ist nicht schlecht. Leider nur verneinen sie, überhaupt noch gebrauchte Expedis aufzubereiten; sie machen nur noch „in neu“. Schade, denn das war letztendlich die eigentliche Motivation, warum wir zum Schluß überhaupt noch zur Hausmesse gefahren waren.

Ausstellungsbereich
Eines der Kundenfahrzeuge ist ein Bremach
Dailys und Sprinter in Reih und Glied
„Nackter“ Daily; laut Exploryx Auskunft übernehmen
sie nur einen Teil der Fahrzeugaufbereitung (z.B. größere Tanks)

Da der Tag noch jung ist und der Regen immer noch auf sich warten läßt, drehen wir eine Runde in der überschaubaren Altstadt von Isny und düsen dann mit dem Auto noch etwas in Richtung Allgäuer Gebirge. Unser Zelt hatten wir zuvor noch kurz im Trockenen auf einem schönen Waldcampingplatz aufgebaut, dessen Restaurant sich dann am Abend über unseren 3-stündigen Besuch freuen konnte, denn der Regen hatte pünktlich zum Abendessen eingesetzt.

Kirchturm in Isny; das Kirchenschiff sieht eher wie ein Wohngebäude aus
Aufgang zur Wehranlage
Kleiner Park am Kurhaus außerhalb der Wehranlage
Storchenpaar auf einem der Ratsgebäude
Fußgängerzone in Isny
Bücken bei jedem Balken für Boris
Was mag uns der Künstler wohl sagen?
Blick über die tolle allgäuer Hügellandschaft
Unser Zeltplatz – wir waren die einzigen! – vor dem Regen
Diesiger Blick auf die Berge
So schön kann unser Zelt nachts bei Regen leuchten. Dank „Olga-dos“.  🙂

Generell war es trotz allem eine nette, kleine Abwechslung am Wochenende, mal so „spontan“ weg zu fahren. Und während ich diese Zeilen am nächsten Tag nachmittags im heimischen Garten tippe, trocknet das Zelt ausgebreitet auf unserem Rasen – unter blauem Himmel. Und nicht zu vergessen: Auch der Schockmoment, als sich alle Bilder wie von selbst von der Festplatte beim Verschieben eines Ordners löschten, nachdem ich zuvor die Kamera-SD-Karte schön säuberlich formatiert hatte, löste sich dank eines SD-Speicherkarten-Recovery-Programmes in Erleichterung auf.

Erste Hilfe im Doppelpack…

Nach unserer Rückkehr aus dem Sardinien Urlaub hatten wir uns zu einem Erste Hilfe Kurs beim BRK (Bayerischen Roten Kreuz) angemeldet. Dies als Vorbereitung auf einen 4 Wochen später stattfindenden Outodoor-Erste-Hilfe-Kurs. Zu diesem später mehr.
An einem Samstag Anfang Mai – wer aufgepaßt hat, merkt, daß ist VOR unserem Exploryx Besuch! – sitzen wir also in einem Seminarraum des BRK in Regensburg, zusammen mit 9 weiteren Personen, davon einigen mehr oder minder motivierten Führerscheinneulingen. In 9 Unterrichtseinheiten wird hauptsächlich viel Theorie vermittelt; die Praxis umfaßt dann das Üben der stabilen Seitenlage, Wiederbelebungsmaßnahmen, als auch das Üben einiger Verbände. Unsere Idee ist, hier wieder eine Auffrischung zu bekommen, um später eine bessere Basis für den Outdoor-Kurs zu haben.
Der Trainer ist sehr professionell, und obwohl er diesen Kurs bestimmt schon mehrere hundert Mal gehalten hat, ist sein Erklärungsstil nicht monoton. Er geht auf alle Fragen detailliert ein, jedoch ist der Kurs in erster Linie für hiesige erste Hilfe gedacht, d.h. man geht davon aus, daß das Absetzen des Notrufes nach dem Sichern der Unfallstelle – sofern notwendig – auch den Rettungsdienst schnell herbeieilen läßt. Dieses ist ja nicht immer gegeben, wenn man weltweit unterwegs sein wird. So kann er leider auch keine Infos zu z.B. Notfallsendern oder dem internationalen Rettungsdienst, koordiniert von Texas aus, geben.
Nichtsdestotrotz waren viele Infos – jetzt weiß ich auch, wie ein Defi funktioniert und eingesetzt wird – und das Wiederholen des Stoffes nach mehr als 25 Jahren, die man den Führerschein hat, sehr sinnvoll, auch wenn wir natürlich hoffen, nie in eine solche Situation zu kommen.

Glücklich sieht anders aus! Leider nicht gut verbunden, denn bei Augenverletzungen sollte man beide Augen verbinden, da sich ansonsten das verletzte Auge auch mit dem gesunden mitbewegt und Verletzungen größer werden könnten. Auch ein dicker Verband auf einem Splitter im Auge ist nicht von Vorteil. Das lose gebundene Dreieckstuch über der sterilen Kompresse hätte gereicht.
Unsere Erste-Hilfe-Zertifikate

Trotz deutlich mehr Theorieanteile verläuft der Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs weniger „nüchtern“ ab. Aber schön der Reihe nach!
Anfang Juni sind wir an einem Samstag ganz früh morgens unterwegs in das Umland zwischen Chemnitz und Dresden. An einem Parkplatz in Großhartmannsdorf trifft sich die Gruppe, die die nächsten 3 Tage in diesem speziellen Erste-Hilfe-Kurs (Anbieter: Earthtrail) verbringen wird. Wir sind total durchmischt, was insbesondere die Beweggründe für den Kurs angehen. Altersmäßig jedoch ist die Gruppe eher homogen, denn die Mehrheit ist zwischen Mitte 20 bis Mitte 30. Da fallen wir als auch ein anderes Kollegenpaar „leicht“ aus dem Rahmen. „Da dürfen wir uns schon die Luxus-Camping-Variante mit den Klappstühlen gönnen, während die anderen am Boden sitzen!“ Einige haben zuvor auch schon einen der Survivalkurse von Earthtrail mitgemacht und sind erneut wieder gekommen, da sie sehr positive Erfahrungen mit dem Anbieter gemacht hatten. Wir können dem nach den 3 Tagen nur zustimmen; insbesondere zwei Daumen hoch für den Trainer Stefan.
Stefan bringt nicht nur als u.a. Rettungssanitäter viel Erfahrung mit, er besticht vor allem durch seinen lebendigen Erzähl- und Erklärstil, als auch das richtige Gespür, eine solche, mit 17 Personen doch recht große Gruppe, durch die drei Tage zu leiten. Der ganze Kurs läuft draußen ab, an verschiedenen Stellen eines Geländes (Wald, Wiese), die ein Bauer zur Verfügung stellt. Es wird frei gecampt, draußen gegessen, und mit dem Klappspaten das „Unvermeidliche“ begraben. Die Wiese am Waldrand wird zum „Klassenraum“, „Esszimmer“, als auch abendlichem Lagerfeuerplatz. Und wir haben Glück: 3 Tage kein Regen!

Nach dem Ankommen an jenem Platz für die nächsten drei Tage werden erstmal die Zelte aufgestellt; jeder, wo er mag. Wir wählen die weiche Wiese, nur leider sehr schräg, wie sich später herausstellt. Das hohe Gras verdeckt dies zunächst, aber in den Nächten rutschen wir immer ´gen Fußende. Die Autos stehen ca. 800 m weit weg geparkt, so daß wir mit Rucksäcken bewaffnet alles hochschleppen. Na ja, nicht ganz, denn die zweite Charge transportiert Boris dann doch mit seinem „Geländegeschoss“. „Sagte ich ja: Luxus-Camper!“ Das Essen im übrigen – damit keiner vom Fleisch fällt – konnte entweder selber mitgebracht werden, oder gegen eine zusätzl. Gebühr besorgt dies Earthtrail. Im nachhinein würde ich eher entscheiden, dies selber mitzubringen, denn es wurde in erster Linie vegetarisch gekocht. „Ja, ein Steak auf dem Feuer wäre nicht schlecht gewesen.“

Unser „Seminarraum“: In die Hütte wären wir nur bei Regen gegangen.
Wir campen auf einer (schrägen) Wiese.
Einige Kursteilnehmer zelten im Welt, teilweise nur unter einem Tarp. Andere wiederum schlafen unter freiem Himmel auf der Wiese, nur auf einer Plane. Wir wollten dies auch ausprobieren, aber dann war uns dies zu kalt.

Da der Kurs auch ein BG-Zertifikat enthält, werden natürlich die gleichen Inhalte vermittelt, die wir auch zuvor beim BRK erklärt und gezeigt bekommen hatten. Toll ist aber: Stefan unterscheidet immer zwischen „urbaner Erster Hilfe“ und „Outdoor Erster Hilfe“. Sein Erfahrungsschatz ist riesig und wir erhalten viele Tipps, was man „Outdoor“ anders machen könnte – um zu überleben -, oder wo man doch an seine Grenzen stößt. Stefan geht immer wieder auf unsere spezielle Situation als Reisende in aller Welt ein, was uns auch von den anderen Teilnehmern unterscheidet. Alle Übungen sind deutlich intensiver und ausführlicher als beim BRK, denn man hat ja auch in Summe drei Tage anstatt nur einem Zeit. „Richtig, 5 Minuten Wiederbelebungsmaßnahme ist schon etwas anderes, als nur 2 Sätze mal „pumpen“. Das spürt man. Und nicht zu vergessen, die psychologischen Anteile, wenn man sich um Verletzte kümmert. Immer schön den Erstkontakt suchen: Ich bin der Boris und ich werde Dir helfen!“ Darüberhinaus lernen wir auch Stützverbände mit dem, was die Natur bietet, anzulegen, oder wie man verschiedene Vorfälle wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Vergiftungen, Sonnenstich usw. besser eingrenzen kann und reagieren sollte. „Wer hätte schon gedacht, daß man stark unterkühlte Personen nicht anfassen, oder gar rubbeln sollte?!“ Oder auch – zumindest in der Theorie: Wie man eine ausgekugelte Schulter wieder einrenken kann.

Wir wiederholen immer wieder das sogenannte SAFE-Schema:

Wiederbelebung unter freiem Himmel – zu der Musik: Stay alive!
Unten: „Naturverband“, oben: Verband mithilfe von einer super-leichten Alu-Schaumstoff-Schiene.
30 x Drücken, 2x Beatmen. Letzteres kann jedoch auch weggelassen werden.

Aber neben der ganzen Theorie lebt dieser Kurs durch die Übungen in Form von Schauspieleinlagen. Dies lief so ab:
Es wird immer ein Rettungsteam gebildet, meistens 4 Leute. Diese bekommen einen Rettungsrucksack als eine Art erweiterter Erste-Hilfe-Koffer. Abhängig von dem Szenario (Örtlichkeit und Geländebeschaffenheit sowie Wetterlage), welches man sich anhand einer Karte erklärt, ist man mal alleine im Rettungsteam unterwegs und die restlichen in der Gruppe sind Beobachter, oder die anderen bilden eine Truppe, dies es zu führen gilt. Meistens ist man mitten in einer Theorieeinheit, wenn plötzlich ein lautes Rufen oder Schreien ertönt. Neben Stefan sind 3 weitere Teammitglieder von Earthtrail dabei, die sich um die Schauspieleinlagen kümmern. Und: Es wird wirklich real und vor allem, lautstarkt gespielt, und Verletzungen sind tlw. mit Latex und Farbe nachgestellt.
„Hilfe, Hiiiiiiiilfe, ….“ Alles rennt los, um die Verletzten auf dem Wald- und Wiesenareal zu finden. Ob von einem Baum abgeseilt, von einer Leiter gestürzt, unter einem Baum begraben, oder in einen Autounfall verwickelt. Manchmal hat das Rettungsteam die Rollen wie Koordinator und Betreuer vorher eingeteilt, manchmal entscheidet ein Rettungsteam spontan und die Rollen werden dynamisch eingenommen. Auf jeden Fall wird durch diese nachgestellten Szenen tatsächlich Streß ausgelöst, viele haben einen Tunnelblick, und auch ich habe im Eifer des Gefechtes mal vergessen, die Aidshandschuhe anzuziehen und bin mit „Blut“ bespritzt. Erst das erlösende Stopp-Signal von Stefan läßt den „Einsatz“ beenden und mit dem gesamten Team wird die Situation anhand des SAFE-Schemas analysiert. Alle nachgestellten Einsätze sind so unterschiedlich, und die drei Kollegen von Earthtrail geben mit Leib, Seele und noch mehr Stimme ihr Bestes, daß man tatsächlich oft die Realität ausblendet. Anfängliche Fehler werden nach und nach nicht mehr begangen, aber von Routine kann man natürlich auch nach einem solchen Kurs nicht sprechen.

Wenn jemand mit einem sog. Hängetrauma abgeseilt wird, muß er anschließend in Hockstellung „fixiert“ werden, damit von dem Gurt abgeklemmtes Blut nicht schlagartig wieder zurück zum Herz fließt und es überlastet.
Verbrennungen sollte man initial kühlen, aber den Verletzten anschließend nicht auskühlen lassen
Autounfall, erstmal den Motor abstellen. Hierüber gab es im Nachhinein Diskussionen, ob man bei nicht ausgelösten Airbags einfach so reingreifen sollte, wie ich es gemacht hatte.
Bevor man den Baum wegräumt, sollte man prüfen, ob davon ein Ast in dem Verletzten steckt.
Foto-Shooting der „Verbrennung“.

Wir können diesen Kurs sehr weiterempfehlen, denn man lernt etwas sehr Sinnvolles, gepaart mit dem Eindruck eines Erlebniswochenendes. Viele der Teilnehmer hatten den Kurs von ihren Frauen als Event geschenkt bekommen. Wäre dies auch etwas für Dich?
Von Boris und mir: Vier Daumen hoch für den Kurs!!!

Allrad quattro…

Nachdem wir lange überlegt hatten, ob wir dieses Jahr nunmehr zum 4.ten Mal auf die Allradmesse fahren sollten, gibt eher das Event der Camp-Area den positiven Ausschlag, als die Messe selber. Wir haben gut daran getan, erst am Donnerstag, den 20. Juli, aufzubrechen, als am Mittwoch spät abends: Ein mächtiges Gewitter muß wohl über Nacht über die Camper hergezogen sein. So brechen wir gemütlich am Feiertag auf und staunen nicht schlecht, als uns auf der Autobahn ein Motorradfahrer mit mehr als 200 km/h zunächst überholt, um dann bei ca. 180 km/h nur noch auf dem Hinterrad vor uns her zu fahren. Als Zugabe gibt’s dann noch das Freihand-Fahren mit seitlich ausgestreckten Armen – natürlich mit beiden Rädern wieder am Boden. … wer’s kann…

Auf der Camp Area verziehen wir uns direkt auf’s Camp II, denn wir wollen noch von hier gut zur „Fress-Area“, als auch zur Bushaltestelle und den Duschen laufen können. Man verweist uns eigentlich auf Camp IV, welches seit diesem Jahr neu eingerichtet wurde. Zu dem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, daß dies ähnlich nah ist und eine Empfehlung wert (alles recht flach!). Nachdem wir uns wieder mittendrin reingequetscht haben, machen wir den Rundgang über Camp III und Camp IV, bevor wir auch das zweite Camp II und das Original – Camp I – durchstöbern. In diesem Jahr sind ungewöhnlich viele Allrad-Pkws da und viele „Bastel-Aufbauten“. Ein Zeichen für den anhaltenden Trend zu immer höheren Preisen für (größere) Expedis?

Da wir wissen, daß Marina und Rico von Itchywheels mit ihrem weißen MB1120 da sein werden, halten wir nach den beiden Ausschau und entdecken sie auf dem hinteren Drittel der Camp Area I. Zum ersten Mal lernen wir sie persönlich kennen, denn bislang gab es alleinig nur Mail-Austausch. Sie sind bereits seit Dienstag hier und der vordere Teil war bereits voll, als sie kamen. Aber solange wir nur mit unserem „kleinen“ Zelt kommen… Nach einem kurzen, netten Plausch zieht es uns weiter, um noch den vorderen Bereich zu entdecken. Dort finden wir auch den hübschen Rundhauber „Paula“ von Sabine und Thomas (abseitsreisen.de). In Amberg waren wir mal auf einem ihrer lebendigen Vorträge über einen Abschnitt ihrer 6-jährigen Weltreise.
Schade, daß wir erst wieder nach Rückkehr zu Hause auf Instagram die Info finden, daß auch Cel und Dani von den Break-a-Ways hier sind: Seit Freitag sind sie auf Camp III zu finden, auf welchem wir nur am Tag zuvor rumgelaufen sind. Wäre witzig gewesen, auch ihnen mal „Hallo“ gesagt zu haben, bzw. ihr Weltreise-Auto mal live zu sehen.

Traditionelles Foto vom Trigema Parkplatz auf Camp Area I
Das in diesem Jahr neu geschaffene Camp IV liegt direkt hinter der Bahnstrecke links und ist sehr eben (im Gegensatz dazu liegt Camp III sehr schräg). In erster Linie Allrad-Pkws und WoMos finden wir hier.
Unser Camp II am Freitag früh. Wir sind gegen 7 Uhr auf dem Weg zum Brötchen-Service.
Am Freitag Abend fliegt dieser Werbeheißluftballon über uns hinweg und zieht alle Blicke auf sich.
Rundhauber „Paula“ von Sabine und Thomas aus Amberg.
Düstere Wolken ziehen über Camp III – hinter der Bahnstrecke rechts gelegen – auf. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag gibt es nur einen kurzen Schauer.
Ein Teil des Camp II; hier in der Nähe ist der Brötchenstand, sowie Duschen und richtige Toiletten (ansonsten gibt’s nur Dixi-Klos).
Regentropfen und Morgentau rund um unser Zelt, neben diversen Landys.
Cooler Grill aus einem Benzinkanister!
„Dann sind wir doch noch keine Luxus-Camper, wenn uns soetwas noch fehlt!“
Schneeweißer Expedi von Marina und Rico

Am Freitag ist dann unser Messebesuchs-Tag. Wie inzwischen gewohnt, besorgen wir uns die Tickets am kleinen Häuschen am Eingang zur Camp Area I: Kein Schlange-Stehen, keine Versandgebühr. In der Schlange zum Bus treffen wir durch Zufall wieder Marina und Rico, diesmal mit ihrem Hund Zora. Der Bus hält diesmal auch in der Nähe von Camp III und nimmt ansonsten wieder die „Wald-und-Wiesen-Tour“ zu dem, in einem Naturreservat gelegenen Messegelände. Unser Fazit zum Messebesuch ist diesmal schnell gezogen: Interessant, aber nichts wirklich Neues (für uns). Deswegen gibt’s an dieser Stelle keine weiteren Fotos von der Messe, sondern lieber tolle Sprüche, die wir in erster Linie auf den Expedis auf der Camp Area gefunden haben:

Supercooler Spruch!

Viele gute Omen…

Wir schreiben immer noch das Jahr 2019, der Sommer bäumt sich noch einmal auf und beschert Mitte September letztmalig warme Temperaturen um 25 °C – in unserer Gegend. Dunkel gebräunt sind wir aus Grönland zurückgekehrt und werden wieder aktiv. Wie „aktiv“, warum und wieso? Wir haben jetzt fast 1 Jahr den Gebrauchtwagenmarkt beobachet und sind zu der (er)nüchtern(d)en Erkenntnis gekommen: Zu teuer, oder für uns zu kleine Innenhöhe, falsches Basisfahrzeugmodell, oder: Zu alt oder zu neu (= falsche Euro-Norm). Auch wenn wir den Markt weiterhin beobachten werden, machen wir die „Rolle rückwärts“ und tendieren wieder zum Neu-Aufbau. Insbesondere gegenüber den hohen Preisen von gebrauchten Expedis auf LKW Basis, in die vermutlich noch ein paar mehr Euros fließen werden zwecks Modifikation, relativieren sich inzwischen die Kosten für einen Neu-Aufbau. Und dann wäre es so, wie wir es uns vorstellen. Ein Ende dieser Expedi-Boom-Phase zeichnet sich nicht ab; auch deutlich zu erkennen an der steigenden Anzahl von Offroadmessen. (Unser Nachname stand jetzt auch Pate für eine ganz neue Messe: Die OTTO.)

An dieser Stelle hätte sonst eine lange Pinnwand unserer „ausgelassenen Möglichkeiten“ Platz gefunden; nur leider ist es schwierig, jeden einzelnen Inserenten zu kontaktieren, um um Erlaubnis zur Bildnutzung zu bitten. Schade! So bleibt jene Sammlung unveröffentlicht.

Kurz vor unserem Grönland-Urlaub „stolpere“ ich durch Zufall über die Homepage meiner Namensvetterin Tanja, die gerade mit ihrem Partner ein Expedi aufbaut (Crosli). Ist dies ein erstes, gutes Omen? Ihr Expedi, mit Namen Eiwola = Eierlegender Wollmilchsaulaster, hört sich in der Abkürzung irgendwie niedlich an; komplett ausgesprochen dann wie ein „starkes Ungetüm“. Auf ihrer Homepage lese ich zum ersten Mal von FRM-Technik, ca. 200 km von uns über die B16 entfernt in Richtung Ulm. Vielleicht bin ich vorher schon mal auf der Seite gewesen – es gibt doch mehr Aufbauer, als man denkt -, aber sie blieb zumindest in meinem Gedächtnis nicht hängen. Noch im Urlaub wechseln zunächst ein paar Mails den Nordatlantik und Tanja schildert mir von ihren guten Erfahrungen mit Steffi und Benny. Gleiches lese ich auf weiteren, wenn auch wenigen Berichten im Netz. Ein weiteres, gutes Omen? Dadurch angespornt vereinbare ich noch aus Grönland einen Termin mit Steffi und Benny für Mitte September.

So heißt es abermals sehr früh aufstehen, um überpünktlich noch vor 10 Uhr in Giengen-Hürben auf der Matte zu stehen; natürlich nach einem ausgiebigen Frühstück in einem netten Café in der Nähe. „Und mit dem neuen Tempomaten mit Abstandsregelautomatik bin ich wirklich laaaangsam gefahren!“
Wir sind alles andere als spirituell, aber den klasse Sonnenaufgang stufen wir einfach mal als „gutes Omen Nummer 3 ein“.
Wir laufen zunächst etwas über den umliegenden Hof und schauen uns die drei Feuerwehren an, von denen zwei noch zum Verkauf stehen. Leider sagen uns diese nicht sonderlich von ihrer Qualität her zu – wir stöbern parallel immer noch auf den diversen Platformen nach Feuerwehren -, aber zumindest können wir später noch einmal die Innenhöhe und den Platz über Boris Kopf prüfen.

In der rechten, weißen Halle hat FRM-Technik sein Zuhause.
Dieser  MB1117 mir Fernfahrerkabine wird bald von seinem Besitzer abgeholt.
Die zwei hinteren Feuerwehren hatten wir uns angeschaut.
Gute Verarbeitung von Kabine und Fenstern, Tanks und Stauboxen.

Wir treffen Steffi und Benny mit ihren beiden lieben, rumänischen Hunden und können uns zunächst eine derzeitige Fahrzeugaufbereitung von außen anschauen. Sehr solide und unserer Meinung nach sehr gut gefertigt und montiert. Auch in ihr eigenes Expedi können wir einen Blick werfen, um zu sehen, wie sie ihren Ausbau gemacht haben. Sie vergeben nichts fremd und machen selbst den GFK-Koffer selber. Hut ab!
Zusammen gehen wir unsere komplette Wunschliste durch und geben den Erfahrungen anderer Recht: Benny kann technisch gut erklären, bringt Für- und Wider für diverse Lösungen (z.B. Rautenlagerung versus Federlagerung), hat aber auch eine fundierte Meinung zu Themen bzw. gibt uns Tipps (z.B. hinsichtlich weltweiter Verfügbarkeit von Reifen- und Felgengrößen; s. auch einen Erfahrungsbericht von Abseitsreisen). Ihm geht es darum, etwas sinnvoll und gut zu realisieren, und nicht, etwas zu „verkaufen“. Auf unsere Frage, ob er auch soetwas wie einen „Schrauberkurs“ gibt, schlägt er vor, daß wir den finalen Fahrzeugservice zusammen machen könnten – unabhängig von einer Fahrzeugeinweisung. Wir haben von Anfang an ein positives Gefühl mit FRM-Technik.
Besonders angetan waren wir auch von der Diskussion mit Benny hinsichtlich passender Basisfahrzeuge, d.h. Leistungsfähigkeit der unterschiedlichen Motoren bzw. passender Getriebespreizung bei den verschiedenen Mercedes-Benz-LKWs. Jetzt erweitern wir unsere Suche auch auf MB1225 AF (V8) o.ä., auch wenn wir dennoch so leicht wie möglich bleiben wollen (SK Schwere Klasse ist zwar robuster, aber daür auch ca. 1 t schwerer).

Wir vereinbaren zum Schluß, daß wir zwei Angebote erhalten: Eines für den Fahrzeugaufbau, ein weiteres für den Koffer – und hoffen, daß wir mit unserem preislichen Limit hinkommen werden. Perfekt wäre auch ein möglicher Zeitpunkt mit FRM-Technik: Start Mitte 2020, ca. 1 Jahr später fertig (Fahrzeug und Koffer zusammen). Ehrlich und für uns glaubwürdig ist auch seine Aussage, daß man dann erstmal eine „Testreise“ machen sollte, um „Kinderkrankheiten“ zu entdecken und gemeinsam auszumerzen. Solche Fahrzeuge sind ja immer individuell und nie von der Stange.

Während das Angebot für den Kofferaufbau als grober Preisindikator bereits am Tag danach in unser Mailbox ist – Hammer-Turbo-schnell! -, präferiert Benny wenige Wochen später, für das andere – für den Fahrzeugaufbau – erst das konkrete Basisfahrzeug festgelegt zu wissen. Währenddessen ziehen die leider nicht ersten, düsteren Wolken über der Automobilindustrie auf – so auch unserem Arbeitgeber – und Werksschließungen sowie Entlassungen sind nicht mehr ausgeschlossen. Mit viel gutem Willen kann man dies als weiteres, für uns wohlwollendes Signal für einen baldigen Aufbruch sehen; in Wirklichkeit aber wird die berufliche Situation für alle noch angespannter, und ob wir dann in solch‘ einer Zeit unser Haus überhaupt noch gut verkaufen können…

In dieser Zeit sind wir zusätzlich im Kontakt mit einem Händler im hannoveranischen Raum, der nur in Ebay-Kleinanzeigen einen MB1124 AF inseriert. Wir schwanken zwischen Begeisterung und Skepsis, tollen Fotos vom Fahrerhaus und Bildern einer feuchten Ölwanne, Seilwinde und Radlagerschaden, neuem Baujahr ’96 und kurzer Achsübersetzung (5.22). Wir wollen eine Probefahrt erst nach repariertem Radlagerschaden machen, aber eine schnelle Behebung des Schadens ist erstmal nicht in Sicht.

Sonniges Bild vom MB1124 AF in Ebay-Kleinanzeigen
6 Gänge, 2 Sperren, Schleuderketten – wären abzubauen -, Winde
Sieht auf den Fotos erstmal gut aus; uns gefällt das graue Cockpit auch besser als das braune. Innenhöhe sollte hoffentlich passen.
Hoffentlich kommen die feuchten Stellen nicht vom Turbo. Verbaut sind Trapezfedern; Weitspaltfedern sollen laut Internetrecherche komfortabler sein.

Angesichts der verschärften Versicherungsbedingungen im Norden Amerikas – hier möchten wir eigentlich starten und auch länger als nur die üblichen 90 Tage im jeweiligen Land verbleiben! -, schauen wir derzeit auch nur auf Baujahre ab 1993. Denn, wir haben folgende Infos eingeholt (eine detaillierte Übersicht findet sich auf Panamericanainfo.com):

Sue Blood, Thum Insurance Agency, Vollkasko für mind. 6 Monate:

In general, our insurance carriers do not like to insure vehicles 20 years old or older. Exceptions can be made for vehicles between 20-30 years old on an individual basis. It is difficult to get an exception – the vehicle cannot be a homemade conversion camper van, or a Land Rover or Land Cruiser style vehicle. With that being said, I have recently had a vehicle that was a 1989 chassis converted by Scania into a beautiful expedition vehicle in 2017. That vehicle was approved because the professional conversion was done in 2017 and there was documentation to prove the conversion. There are exceptions to the rules, but it is difficult to get insurance on vehicles 20 years of age or older. 
[…] one more piece of information.  For the conversion units (Toyota Land Cruisers, Land Rover Defenders, homemade camper vans) and expedition units (MAN conversions, Ormocar, Unicat, Action Mobil) our agency does not have a carrier that will insure these vehicles in Canada. We can only offer a USA policy. If you have a “standard” motorhome – for example Hymer, Knaus, Dethleffs, Vario, Volkswagen – we can offer an insurance policy that will cover both the USA and Canada.

Laura Fitzgerald, MCT Insurance, Haftpflicht maximal für 3 Monate:

There is no restrictions [… bzgl. dem Fahrzeugalter…] as of now as there is no damage coverage for this vehicle but this can change at any time.

Auch reaktivieren wir unseren Kontakt zu Ludwig von 4 Wheel24 nach mehr als einem Jahr und bitten um eine Angebotsvervollständigung bzw. -überarbeitung. Als wir guter Dinge die Mail mit dem neuen Angebot öffnen, fallen wir fast vom Sofa. Unabhängig von diesem Aufbauer scheinen die Preise überall förmlich explodiert zu sein. Tja, wenn die Kundschaft vorhanden ist und dies auch zahlt…

Goldener Oktober…

Durch ein Inserat von Orthos-Mobile werden wir auf ihr Vorführfahrzeug Mira aufmerksam, welches zum Verkauf steht. Auch wenn der Preis deutlich über unserem Limit liegt, werden wir angesichts der tollen Innenraumfotos auf dieses Familien-geführte Unternehmen aufmerksam. Erste Details zu dem Fahrzeug, konkret: der Stehhöhe, werden per Mail ausgetauscht und Frau Lohmann beantwortet immer innerhalb weniger Stunden meine Anfragen. So ist auch schnell ein Termin wenige Tage später gefunden, zu welchem wir die ca. 100 km in Richtung Erlangen fahren.

Trotz Regen zeigt sich der Oktober von seiner bunten Seite: Die Blätter der Bäume leuchten in gelb-roten Tönen, so sie der Wind noch nicht runtergeweht hat. Die Mira steht schon draußen, zur Besichtigung platziert, aber der Regen treibt uns zunächst ins Innere des verwinkelten und lichten Firmengebäudes. Vom Ehepaar Lohmann werden wir sehr freundlich empfangen und mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Wir gehen erstmal unsere allgemeinen Fragen durch, um ein besseres Gespür dafür zu bekommen, welche Anpassungen sie an Expeditionsmobilen alles machen, bzw. wie ihre Auftragslage zur Zeit ist. Hier zeichnet sich schon ab, daß sie sich in erster Linie auf den Kofferauf- und -ausbau spezialisiert haben, als die reine Fahrzeugaufbereitung.
So bekommen wir eine Exklusivtour durch den Wohnkoffer ihres Expedis und dürfen auch einen Blick in ihren neuen Kofferaufbau für einen Iveco Daily werfen.

Eines der Phoenix Wohnmobile, die die Firma Orthos vertreibt.
Eine Außenküche in der hinteren, weit überhängenden Staubox.
Gemütliche, große Rundsitzgruppe in Richtung Fahrerkabine. Hierfür ist dann leider der Durchstieg ein „Krabbeldurchgang“.
Blick in den hinteren Bereich des Koffers: Das Schlafzimmer wird durch den Badbereich von der Küche getrennt und man kann hierfür eine Glastür schließen.
Farb-fröhliche Dusche macht gute Laune! Zwischen Badbereich und Bett kann zusätzlich eine Trennwand zugezogen werden.
Das zum Verkauf stehende, ehemalige Vorführfahrzeug Mira vor den beiden Werkshallen.
Wir würden den Gastank eher in der Mitte des Hauptrahmens verlegen, um die Beschädigung bei einem Unfall zu mindern.
Im Nachgang überlegen wir, vielleicht doch auf Gasflaschen umzusteigen. Immer mehr Reedereien scheinen tlw. teure Gasfreiheits- bzw. Gasspülungszertifikate zu verlangen. Eine weitere, aber unbestätigte Info, besagt, daß Fähren ab 2021 (in Europa?) gar keine Autos mit Gas(tanks) mehr mitnehmen.
Küchenzeile, und viel Platz davor!
Viel Platz im Toiletten- und Wasch-Bereich. Orthos bietet auch Trockentrenntoiletten aus Porzellan an.
Die Werkshalle, in der gerade der Koffer für einen Iveco Daily ausgebaut wird. Wie man sich immer wieder täuscht: In Summe ist dieses Expedi nicht wirklich kleiner als die Mira!

Der Koffer ist ein echter Wohnkoffer: Gemütlich, groß, tolle Farben, viel Licht! Wir hadern mit unserem eher praktischen und klassischem Entwurf, wo man durch das Bad den Einstieg in die Fahrerkabine hat, und die Sitzbank gegenüber der Küchenzeile auf der „falschen“ Kofferseite ist. Die Verarbeitung der Materialien, das Mobiliar-Design, als auch das Gespür für die Farben ist einfach erstklassig. Wobei man trotz Erstklassigkeit auch Mängel entdeckt, die nicht nur der Explorer in seinem Magazin 2016 auflistet. Frau Lohmann geht hiermit sehr offensiv um, erklärt, was sie zwischenzeitlich anders machen, bzw. wie sie das Fahrzeug auch anders aufbauen würden, um die Offroad-tauglich nicht einzuschränken, wie dies bei diesem ersten Vorführfahrzeug der Fall ist. So steht für uns nicht nur angesichts des Preises fest, daß es dieses Fahrzeug nicht werden wird – noch zu viele Änderungen angesichts des Angebotes -, sondern auch, daß man mit Orthos neu aufbauen sollte, um genau damit von ihren Erfahrungen zu profitieren.

Die Zeit verfliegt wie im Flug. Nach drei Stunden verlassen wir das Ehepaar Lohmann, um einige Hinweise und viele Tipps reicher. Wir vereinbaren, ein erstes Angebot für unseren Wunschkoffer zu erhalten, wobei wir immer mehr an unserem klassischen Grundriss zweifeln.


Um für uns einen besseren Überblick zu haben, erstellen wir im Nachgang folgende unvollständige, dafür alphabetisch sortierte Übersicht (gemäß unserem Verständnis; ohne Gewähr):

Linkvon uns vor Ort besuchtFahrzeugaufbereitung (Motor, Kabinendämmung, Chassis-Aufbereitung, Tankanlage, Federn, Dämpfer, …)Kofferaufbau (Wohnkoffer, Hilfsrahmen, Stauboxen, …)
Actionmobilhttp://www.actionmobil.com?X
Aignertruckshttps://www.aignertrucks.com/deXX
Alberts Allradtechnikhttp://alberts-allradtechnik.deAustausch per TelefonX *)X
Alpha Cabhttp://www.alpha-cab.de/XX
Atlas 4×4http://atlas4x4.deXX – nur UnimogX
Bimobilhttps://www.bimobil.comXX
Bliss Mobilhttps://www.blissmobil.com/de/X
Bocklethttps://www.bocklet.eu?X
Custom Campershttps://www.custom-campers.deX
Eine Welt Reisenhttp://www.eineweltreisen.org/ewr/wpX *)X
Excaphttps://excap.deXX – nur Steyr
Exploryxhttps://www.exploryx.deXX (+ Tankumbau auch möglich)
extrem Fahrzeugehttps://www.extremfahrzeuge.com/?X (hauptsächlich Landcruiser)
FRM-Technikhttps://www.frm-technik.comXX *)X
Fuesshttp://www.fuess-mobile.de?X
ITS Nutzfahrzeugehttps://its-nfz.de/
(Firma erst später in 2020 „entdeckt“)
X
Krughttp://krugxp.comAngebotsaustausch per MailX
Knutsgarage http://www.knutsgarage.de??
Langer + Bockhttps://www.langerundbock.com?X
Orangeworkhttps://www.orangework.de?X
Ormocarhttp://www.ormocar.de?X
Orthoshttps://orthos-mobile.deXX (+ Tankumbau auch möglich)
TerraCabhttps://www.terracab.de?X
Unicathttps://www.unicat.net/de/index.php?X
Woelckehttps://www.woelcke.de?X
4Wheel24https://4wheel24.deXX *)X

MAN-Service: Toni Maurer, MB-Service: Josef Paul, Iveco-Umbau: Achleitner, Allrad Christ
Legende:
*) Kürzen auch lange Mannschaftskabinen von z.B. Feuerwehren
? Da wir hier keinen näheren Kontakt hatten, ist für uns unklar, welche genauen Details einer Fahrzeugaufbereitung hier durchgeführt werden können.

Da die Auswahl der Aufbauer für uns größer ist als die Anzahl der Fahrzeugaufbereiter, entschließen wir uns, näheren Kontakt zu Alberts Allradtechnik aufzunehmen. Vor einem Jahr hatte ich Hrn. Alberts schon mal mit der Frage, ob sie auch Kabinen kürzen, kontaktiert. Aufgrund der Entfernung von ca. 700 km vereinbaren wir zunächst einen Telefontermin.
An einem Samstag nimmt sich Herr Alberts ausführlich Zeit für uns und wir gehen unser Lastenheft für die Aufbereitung eines Basisfahrzeuges durch. Herr Alberts ist die technische Kompetenz in Person und man merkt, daß er nicht erst seit gestern im Geschäft ist. Hier bekommen wir Hinweise, die wir von anderen erst nach einiger Zeit erhalten hatten – oder auch gar nicht. Wir haben den Eindruck, er weiß, welche Änderungen technisch sinnvoll sind, und welche „Schnick-Schnack“. Uns gefällt die nordisch direkte Art, deren Direktheit sich 1:1 in der Länge – oder besser: Kürze – seiner Mails widerspiegelt. Da er Kontakt zu sehr vielen Händlern hat, verspricht Herr Alberts uns, hier mal auf die Suche nach einem passenden Basisfahrzeug für uns zu gehen. Leider ist unser anderer Kontakt zu dem Händler im hannoveranischen Raum abgebrochen und es gibt keinerlei Reaktion auf unsere Nachfragen, wann das Fahrzeug zwecks einer Probefahrt repariert sein wird. Die Annonce ist ebenfalls zwischenzeitlich aus Ebay Kleinanzeigen entfernt worden. Schade!
Da Alberts Allradtechnik nicht nur die Fahrzeugaufbereitung – inklusive Kürzung einer Feuerwehr – vornimmt, sondern auch den Aufbau eines Wohnkoffers, schicken wir auch diesen Teil unseres Lastenheftes inklusive erster Skizze zu. Nur drei Stunden später erhalten wir ein animiertes 3D-Modell, mit der Frage: „Sowas?“. Respekt!


Als Ende Oktober die Uhrzeit wieder zurück gestellt wird – Eselsbrücke: Im Sommer stellt man die Gartenmöbel VOR das Haus, im Winter wieder ZURÜCK -, ziehen wir Bilanz:

  • Der Händler des MB1124 AF in Hannover ist per Telefon erreichbar. Der Feuerwehraufbau soll bereits runter sein; die Achse mit dem kaputten Radlager soll in der nächsten Woche zur Reparatur eingeschickt werden. Wir werden gefragt, ob wir es eilig haben.
  • Wir entdecken einen weiteren MB1124 AF mit Baujahr ’96 bei einem Berliner Händler. Leider mit knapp 25.000 € recht teuer. Alle anderen Feuerwehren gleichen Modells sind älter als 30 Jahre.
  • Von Hrn. Lohr (Feuerwehr-Fahrzeuge Lohr) bekommen wir auf unsere Nachfrage den Tipp, daß er mutmaßlich ab Mitte November eine österreichische Feuerwehr mit DoKa im Angebot habe.
  • Ludwig von 4Wheel24 überarbeitet sein Angebot deutlich, um den Preis zu senken. Aber wir landen immer noch weit über unserem Limit und es fehlen für uns wichtige Posten. Bezüglich dem alleinigen Fahrzeugaufbau (exklusive Koffer) ist dieses dennoch günstiger als jener Preisindiz von Alberts Allradtechnik.
  • Benny von FRM Technik schickt uns sein Angebot für einen kleinen Teil unserer Fahrzeugaufbereitungsliste. Für weitere unterbreitet er uns den Vorschlag, daß wir bestimmte Teile (z.B. Fahrzeugsitze, Lampen) selber besorgen können und sie würden diese für uns einbauen. Zusätzlich macht er uns auf einen MB1824 AK bei einem Händler in Krefeld aufmerksam, welchen wir sogleich kontaktieren.
  • In der Zoll-Auktion finden wir einen MB1831 AF – genauso wie der MB1824 AK mit kurzer Fernfahrerkabine. Wir fragen bei beiden nach der Motorvariante, und erfahren in der LKW Allrad Community, daß das Fahrgestell eines MB1824 AF ca. 6.4 to schwer ist, während ein MB1124 AF mit ca. 4.6 to leichter ist – ist ja auch LK zu SK.
  • Wir kontaktieren Aignertrucks, Orthos und Krug, um unsere Angebotsübersicht zu komplettieren bzw. veraltete Angebote zu aktualisieren. Von Aignertrucks erhalten wir leider nie eine Antwort, Orthos gibt zumindest eine Rückmeldung, daß sie schwer im Streß sind, und das aktualisierte Krug Angebot für den Koffer landet bei ca. 243.000 € – wohlgemerkt ohne MwSt.!
MB1824 AK, ca. 110.000 km, Baujahr ’96, für ca. 23.000 €. Leider war dieses Fahrzeug schon verkauft, nur die Anzeige noch nicht entfernt. Aber es soll noch einen gleichen mit Baujahr ’95 geben. Der freundliche Händler verspricht eine Rückmeldung auf unsere vielen Fragen inkl. Bilder zum nächsten Werktag.
Und dies ist nicht das gleiche Fahrzeug wie oben, sondern jener, noch nicht inserierte. Leider hat dieser 150.000 km auf dem Buckel, ein paar Rostansätze, und viele Betriebsstunden im Stand, d.h. der Motor lief damit deutlich mehr als die KM-Zahl. Der Händler ist aber so zuvorkommend, daß er ihn uns für günstiger und mit Abbau von Pritsche und Kran verkaufen würde. Wir können den Kontakt zu ihm sehr empfehlen!
MB 1831 AF mit ca. 50.000 km, Baujahr  ’96. Die Auktion läuft noch 3 Wochen, aber das Angebot steht bereits jetzt bei 18.000 €.
Final hat ein Bieter 38.100 € geboten; bis hierhin wären wir längst ausgestiegen.
Bildquelle: ©Generalzolldirektion: www.zoll-auktion.de

Dramaturgie der Entscheidung…

Wir schreiben den 24. November 2019, ein Sonntag; wenige Tage nach unserem 26-jährigen Kennenlernen, welches wir eher als unseren Hochzeitstag feiern. Wir hatten am Freitag Abend zuvor noch diskutiert, ob wir am Samstag die knapp 600 km one-way nach Mönchengladbach, zur Feuerwehr MB1831 aus der Zollauktion, hochfahren. Letztendlich haben wir uns dagegen entschieden: Die viele Zeit, die dies in Anspruch nimmt. Das Risiko, daß der Preis „nach oben abgeht“ – was er dann Tage später auch tat. Aber nicht zuletzt war die Arbeitswoche bei uns beiden einfach zu intensiv gewesen. So verfliegt der Samstag einerseits mit Gartenarbeit, andererseits mit Arbeit für die Arbeit, und es wird Sonntag.
Der Zufall läßt mich nachmittags, gegen 14.30 Uhr, in die private Mailbox schauen, und ich entdecke die kurz zuvor erhaltene Information von Hrn. Lohr, daß jene österreichische Feuerwehr nunmehr eingetroffen ist und er diese auf der Mobile-Seite annonciert hat. Es trifft mich fast der Schlag, im positiven Sinn: Das ist UNSERE Feuerwehr! Erstzulassung November 1993, der Monat und das Jahr unseres Kennenlernens – was nur Zufall, aber natürlich nicht ausschlaggebend ist! Mit knapp 25.000 km nicht so viel gefahren. Durch die weiße Blende außen oben am Dach sieht die Fahrerkabine insgesamt niedriger aus, hat aber eine leicht erhöhte Kabine, die für uns MUST ist – wenn auch nicht auf „Fernfahrerkabinenhöhenniveau“. Vorne ziert eine Seilwinde die Stoßstange, 6 Gang manuell, 2 Sperren, Untersetzung, zwar keine Standheizung, aber ansonsten gut in Schuss. Und zu einem absolut fairen Preis!

Unsere Feuerwehr! Das Foto stammt aus der Annonce – da war es noch taghell.  Vom Kabinenhersteller Marte hatten wir bislang noch nicht gehört. (Anmerkung: Dieser ist nach Insolvenz in der Fa. Walser aufgegangen, die wir jedoch auch nicht kennen.)
Seilwinde vorne, aufgerolltes Seil hinten.
Kein braunes Cockpit, sondern in grau. Eine Wohltat für unsere Augen.

Wir lassen sprichwörtlich den Staubwedel fallen, der Staubsauger wird einfach mitten im Raum abgelegt, und wir sichten die Fotos im Schnelldurchgang. Ja, das Fahrzeug sieht wirklich gut aus!
Ich rufe direkt Hrn. Lohr an, den ich glücklicherweise auch erreiche, und frage: Können wir jetzt vorbei kommen? Er willigt ein, wenn es ihm auch die nächsten Tage unterhalb der Woche besser gepaßt hätte, aber wir können leider nicht frei nehmen. Und ich erinnere mich gut an manche Stories, daß – wenn man nicht schnell genug ist – das Fahrzeug schon anderweitig versprochen ist.
Nur 30 Minuten später sitzen wir im Auto und düsen die 200 km nach Ichenhausen, in der Nähe von Augsburg. Uns ist klar, daß wir im Dunkeln ankommen werden. Und blöd: Wir dachten noch an die Taschenlampen, haben sie aber dann doch vergessen.

Die Wolken am Himmel leuchten im Sonnenuntergang zartrosa, und wir kommen gut durch. Nach 2 Stunden am Ziel angekommen, müssen wir noch etwas warten, da Hr. Lohr kurzzeitig auswärts ist. Wir suchen auf dem Außengelände die Feuerwehr, finden sie aber nirgends, da sie in einer Halle steht. Als Hr. Lohr das Tor dann öffnet, springt bei diesem Anblick direkt der Funke über: Ja, ja, JA!!!
Mit der Taschenlampe von Hrn. Lohr bewaffnet und dem Licht in der Halle schauen wir uns die Feuerwehr so gut es geht an. Fotos drinnen, draußen, unten drunter. Nichts-übersehen-Wollen und -Dürfen. Es gibt Kratzer außen auf den Kotflügeln; ein paar wenige, ausgebesserte Macken an der rechten Seite; eine Plastikverkleidung im Cockpit ist beschädigt. Unten drunter kann man schwer erkennen, ob es vom Motor oder Getriebe feucht ist, oder von der Straße; vermutlich letzteres, denn kaum eine Chassiskomponente glänzt nicht dunkel. Hier hatten wir schon saubere Feuerwehren gesehen; dafür ist sie erst am gestrigen Samstag aus Österreich die 600 km hierhin gefahren worden. Und sie war bis vor wenigen Tagen noch im Einsatz.

Tattarata: Das Hallentor öffnet sich und da steht „unsere“ Feuerwehr!
In grau sieht das Cockpit schon gefälliger aus.
Überall feuchte Stellen – vermutlich von der Hochfahrt. Parabelfedern sind verbaut.
Alles kompakt in der Mittelkonsole. Der Hebel links ist für die Seilwinde.
Wir fragen uns im Nachhinein, ob bei allen Feuerwehren das Differential so niedrig hängt. Ein Vergleich mit anderen Fotos von uns bestätigt dies jedoch.
Aufgerolltes Seil im Heck, hinter dem Differential.

Wir machen im Dunkeln eine kurze Probefahrt Richtung Acker. Die Batterie ist wohl hin, weswegen der Motor zunächst fremdgestartet werden muß, aber ansonsten läuft er gut. Die Gänge sind leicht hakelig, wobei wir nicht sicher sind, ob dies an der Kälte oder am Bedienverhalten liegt, oder einfach nur normal ist. Aber: WIR WOLLEN HABEN! Und schlagen ein!

Ermattet, aber überglücklich! Wir machen uns selber ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk.

Für die Anzahlung fahren wir schnell in den nächsten Ort und nehmen gleich noch Frau Lohr auf dem Rückweg vom Bahnhof mit nach Hause. Der Vertrag wird unterzeichnet. Hr. Lohr sichert uns zu, daß wir die Feuerwehr noch bis Mitte Januar bei ihm stehen lassen können, wenn auch auf einem Außengelände. Aber somit haben wir erstmal keinen Streß, eine neue Bleibe für „unser Expedi“ zu finden.

Irgendwie ein komisches Gefühl, ganz merkwürdig: Nach so langer Zeit, so vielen Besichtigungen und Internet-Recherchen schlagen wir „einfach“ zu. Endlich hat das Hin- und Her, das viele Suchen, Recherchieren, Überlegen, Diskutieren ein Ende. Wir werden neu aufbauen, trotz der nicht so günstigen Preislage. Aber es hat sich über ein Jahr hinweg nicht abgezeichnet, daß wir etwas Passendes auf dem Gebrauchtwagenmarkt finden. Meistens scheiterte es an der für uns notwendigen Stehhöhe im Wohnkoffer.

Auf dem Rückweg nach Hause machen wir in einer netten Pizzaria auf dem Weg halt und sind die einzigen Gäste, aber richtig feiern sieht natürlich anders aus. Innerlich jubeln wir, aber es ist dennoch ein seltsames Gefühl, wenn man etwas kauft und es dann nicht gleich mitnimmt und weiterhin anschauen kann. Zumindest nach Überweisung der Restzahlung werden wir die Papiere zugeschickt bekommen, was insofern ein kleines bisschen den Eindruck hinterlassen wird: Wir haben etwas in den Händen! …und wir genießen das Öffnen jenes Einschreibens ein paar Tage später dann bei einem Glas Sekt!

Erst nach 22 Uhr sind wir wieder zu Hause. Wahnsinn! Zuindest mit meinen Eltern können wir unsere nächtliche Freude noch teilen. Wir können es noch gar nicht glauben; so unwirklich war dies, was in den letzten 7 Stunden passiert ist. Und noch besser: Wir sehen im Nachhinein, daß unsere Feuerwehr sogar Parabelfedern verbaut hat, und durch Mercedes erfahren wir, daß die Achsübersetzung die optimale 39:8 ist. Wir haben wirklich Glück!

Der Vollständigkeit halber listen wir für Euch noch unsortiert jene Händlerportale, auf denen wir in der letzten Zeit immer nach Feuerwehren o.ä. geschaut hatten – neben den Auktionsportalen (ohne Gewähr natürlich für jene Händler, die wir größtenteils selber nicht kennengelernt hatten):

https://home.mobile.de/FEUERWEHRFAHRZEUGELOHR
https://home.mobile.de/AUTOHANDEL-WENDLER
https://home.mobile.de/ROMANREINERTNUTZFAHRZEUGE
http://spoerer-spezialfahrzeuge.autoline.de
https://home.mobile.de/LKW-STIETZEL
https://www.sokfz-reuss.de/startseite/fahrzeuge/feuerwehr
https://www.aignertrucks.com/de/fahrzeuge
http://www.feuerwehr.de/markt
http://jsfeuer.k-itservice.de/fahrzeuge
https://allrad-orthuber.de/fahrzeuge
https://home.mobile.de/FAHRZEUG-MASCHINENHANDEL
http://rti-baumaschinen.de/produkt-kategorie/nutzfahrzeuge/feuerwehrfahrzeuge

Erst in 2020 entdeckt: https://www.troostwijkauctions.com/nl/dechow/01-34476/

Zum Glück fehlt nur noch…

… der Vertrag mit dem richtigen Aufbauer. Da wir uns zunächst nur auf das Finden eines passenden Basisfahrzeuges bzw. eines guten Gebrauchtmobils konzentriert hatten, hatten wir nicht wirklich eine fertige Grundrissskizze. So haben wir in sprichwörtlich „nächtlichen Aktionen“ verschiedene Entwürfe ausgearbeitet, aus denen nachfolgende zwei in die engere Auswahl kommen.

Aus unserem ursprünglichen, ersten Entwurf wird dieser Grundriss hier: Mit Dinette auf jener Seite, auf der der Eingang ist. Mit Bad als Durchgangsschleuse, und großem Bett. Vorteil: Viel Stauraum, dafür aber langem Schlauchflur.
Wir schwanken zwischen diesen beiden Grundrissen. Am liebsten wäre uns eine Rundsitzgruppe, aber nicht vor dem Bett, um nicht ständig im gebückten Gang ins Bett und wieder hinaus zu krabbeln. Nachteil: Klappt der Durchgang in die Fahrerkabine so wirklich? Außerdem ca. 20% weniger Stauraum – zumindest in den großen Schränken. Aber wieviel braucht man davon wirklich? Und: Lauter (?) Kühlschrank als auch Kühlbox direkt neben dem Bett.
Wenn wir alles richtig berechnet haben, sollte ein 5 m Kofferaufbau circa so aussehen.

Krug hatte uns in der Vergangenheit sein aktualisiertes Angebot zugeschickt. Auch von Orthos erhalten wir zwischenzeitlich eines – in (leider) ähnlicher Größenordnung. 4Wheel24 schicken wir unsere neuen Grundrisse und unser aktualisiertes Lastenheft. Gleichzeitig hadern wir, ob wir komplett von Gas für Herd und Ofen auf Elektro umstellen sollten. Grund: Einer der Aufbaufirmen, die wir zuvor mal kontaktiert hatten, meinte, daß die Fähren – welche? – bald keine Gasfahrzeuge mehr mitnehmen würden. Auch wenn Seabridge diese Aussage nicht bestätigen kann, so weisen sie darauf hin:

Jede Reederei hat andere Bestimmungen. Generell ist es aber so, dass immer mehr Reedereien „nur leere“ Gastanks & Gasflaschen nicht mehr genügen. Diese Reedereien verlangen dann ein Gasfreiheits- oder sogar ein Gasspülungszertifikat. Dieses Zertifikat kosten meist zwischen €75-€500 – je nach Zertifikatsanforderung, Lage des Gastanks und Verschiffungshafen. Zudem gibt es nicht in allen Häfen weltweit die Möglichkeit ein solches Zertifikat zu erstellen, sodass man dann evtl. gezwungen wäre, den Gastank auszubauen. Daher ist es generell einfacher, Gasflaschen im Wohnmobil zu haben, welche man im Bedarfsfall einfach herausnehmen kann. Neue Gasflaschen im Reiseland kosten meist nur $30-50.


Wir haben dann mal angefangen, eine Übersicht über unsere zukünftigen „Verbraucher“ zu erstellen – unter der Annahme: Kein Gas zum Kochen! -, wobei es einerseits recht schwierig war, die tatsächlichen technischen Werte im Internet zu finden, andererseits, die wirkliche zeitliche Aktivität zu ermitteln:

Und als wir obige Werte mal in den Strombedarfsrechner von Tanja Moosmann eintippen, fällt man sprichwörtlich vom Stuhl:

Ich kontaktiere Tanja und – ein Hoch auf die globale Kommunikationsmöglichkeit! – erhalte tatsächlich aus Spanien eine Antwort von ihr, nur 2 Stunden später! Sie gibt mir den Hinweis, ob man wirklich einen so großen Wechselrichter für einen 4-Platten-Elektro-Herd bekommt. Wir sind auch schon am Hadern, ob der Umstieg auf komplett Elektro, insbesondere für Herd und Backofen, eine so „geniale Idee“ ist. Auf der anderen Seite wollten wir auch weg vom Gas, insbesondere einem Gastank, da man uns gegenüber meinte, daß das Abfüllen in z.B. Südamerika teilweise auf abgesperrtem Gelände erfolgt, welches man nicht betreten darf, und man dann sogar sein Auto abgeben müßte – sofern man einen fest verbauten Gastank an Bord hat. Tanja bestätigt uns, daß dies auch in Marokko der Fall ist, jedoch: Warum dann nicht Gasflaschen im Fahrzeug haben? Nachteil: Platzbedarf im Inneren mit Belüftung nach außen; es sei denn, man bringt sie irgendwo außen an.
Wir rudern in unserem Lastenheft wieder zurück, denn so viel Watt-Power auf dem Dach, als auch in Form einer – wären dann ja sehr viele! –  z.B. Lithium Batterie(n) im Fahrzeuginneren ist schon ein richtiges No-Go. Im Nachhinein finde ich auch einen Meinungsbericht von Herman-unterwegs hierzu, der unser Rückrudern bestätigt. Aber bezüglich Kühlschrank wäre es schon schön, einen normalen, und nicht „so einen kleinen Kompressorkühlschrank“ zu haben. Schaut auch mal hier Tanjas Erfahrungsbericht an, sowie eine mittlerweile detaillierte Beschreibung von André von Amumot, Tanjas Lebenspartner.
Ein halbes Jahr später hat er auch einen Bericht über ihr Stromkonzept verfaßt. Und bei Pepamobil findet sich ein Bericht über ihre Entscheidung für Komplettausbau in 220 V.


Vor unserem Weihnachtsurlaub auf den Kapverden ziehen wir nur noch zwei Aufbauhersteller in die engere Wahl, die sowohl Grundfahrzeug als auch Koffer aufbauen: 4Wheel24 und FRM-Technik, und entscheiden uns über Weihnachten für FRM-Technik. Ausschlaggebend war:

  • ihre technische Kompetenz: Argumente für oder gegen etwas werden verständlich erklärt; man gibt uns gute Ratschläge und Hinweise
  • man merkt Benny – als auch damals seinen Mitarbeitern bei unserem Besuch – an, daß sie mit Herzblut bei der Arbeit sind und hinter ihren Aufbauten stehen
  • gute Kommunikation, d.h. schnelle Rückmeldung auf z.B. Mails oder per SMS
  • gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis

Beiden Firmen gemeinsam war die gute Qualität in ihren ausgeführten Arbeiten – soweit wir dies zu diesem Zeitpunkt beurteilen können.

Nachdem wir sogar über die Weihnachtstage von den Kapverden aus mit Benny Mail-Korrespondez hatten – „Mußt Du immer so förmlich schreiben?“ -, steht dann am 02. Januar 2020 ein längeres Telefonat an, um unsere Wunschliste für den Basisfahrzeugaufbau als auch die Feuerwehrüberführung von Hrn. Lohr zu ihm zu besprechen. Wir müssen ja dort die Feuerwehr bis Mitte Januar abgeholt haben. Benny bietet seine Hilfe an, uns bei der Abholung inkl. Ausleihe seiner roten Kennzeichen zu begleiten. Einfach klasse! (Anmerkung: An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an Rico von Itchywheels, der uns ebenfalls in jener Situation aushelfen wollte! Da unsere Feuerwehr keinen TÜV mehr hat und in Österreich abgemeldet wurde, hätten wir keine gelben Kurzzeit-Kennzeichen bekommen. Und Angebote von Fremdfirmen zwecks Transport kosten knapp Tausend Euro.)
So startet das neue Jahr – die goldenen 20er – mit sehr positiven Nachrichten für uns: Wir werden unsere Feuerwehr erstmalig bei Tageslicht am 11.01.20 wiedersehen und überführen, aber vielmehr: Wir haben mit FRMTechnik einen vertrauensvollen und kompetenten Aufbauer gefunden, der bereits im Frühjahr loslegen wird!

Es geht los…

Wer sich beim Lesen bis hierhin durchgehangelt hat, von Aaanfang an, den bewundern wir für sein/ihr Durchhaltevermögen! Respekt! Wir hätten auch nie gedacht, daß es so lange dauern würde. Oder anders herum: Gut, daß man nicht in die Zukunft schauen kann. (Ihr werdet mir sicherlich zustimmen, daß es insbesondere für das Jahr 2020 gut gewesen wäre, wenn man dies hätte tun können. Und keiner von uns wird das weltweite Geschehen so schnell vergessen.)
Aber zu diesem Zeitpunkt hier, nichtsahnend, sind wir jetzt endlich soweit, Nägel mit Köpfen zu machen. Denn mit diesem Schritt schließen wir dieses Kapitel und schlagen ein neues, ein hoffentlich konkreteres auf! Wir würden uns freuen, wenn Du uns auch hier begleiten würdest!

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