Gute Seelen

von root

Auf „Gute Seelen“ ist man als Overlander mehr angewiesen, als man zum Reisebeginn meint. Ein „Preis dieser Freiheit“ ist, daß man andere Menschen braucht, die einen „in der Fremde“ unterstützen, und dies, wo man früher doch so selbständig war und sein Leben selber im Griff hatte. Aber was sind dies für „Gute Seelen“?

Die „Guten Seelen“ in der Heimat: Erledigungen von Dingen „zu Hause“, wie Post einscannen oder Pakete empfangen, oder Teile ins Ausland schicken: Irgendwie hören diese auch auf Reisen nie auf und werden sogar essentiell! Insbesondere meine Schwester Sonja ist uns dabei eine sehr große Stütze. Ohne sie wären wir echt aufgeschmissen und wahrscheinlich können wir dies nie wiedergutmachen. Ebenso war uns Steffi von FRM-Technik eine große Hilfe, denn seit wir in Nordamerika angekommen waren, haben wir dank ihr doch einige Ersatzteilpakete zugeschickt bekommen. Nicht zu vergessen sind auch „unsere“ technischen Experten und Ratgeber, Benny (FRM-Technik) und Rico (KFZ-Ullmann), die uns nicht nur versiert in unseren unzähligen „Notsituationen“ mit Patsha helfen, sondern auch unsere Mutmacher sind.

Locals als „Gute Seelen“ im Reiseland: Sie heißen Milli, Valentin, Mario, Ana, Hans, Jup und Julia, Andy, … Ab und an gibt es „sichere Häfen“ in Form von speziell für Overlander geführten Campingplätzen, die von Locals oder Auswanderern betrieben werden, und deren Hilfsbereitschaft uns gegenüber enorm ist. Diese kennen die speziellen Regularien und Bedürfnisse, wie z.B. beim Empfang von Paketen, Unterstellen vom Fahrzeug, Spezialsituationen bei Grenzübertritten, usw., und man kommt hier auch i.d.R. mit anderen Reisenden in Kontakt. In Europa mag es jene Campingplätze ebenfalls geben, aber dort ist die Notwendigkeit für zumindest europäische Overlander nicht wirklich gegeben; dafür insbesondere ab Mexiko südwärts. Und dann gibt es noch die Inhaber – meistens Locals – in Werkstätten, die einem helfen, denn wir kennen kaum einen, der ohne diese technische Hilfe auskommt. Wie Ihr unserem Logbuch entnehmen könnt, hatten wir hier leider einen sehr großen Bedarf, und sind Avelino, Georgios, Hans, Eugene, Charly, Matthias, Luis, Kevin, Bryan, David und vielen weiteren dafür von Herzen dankbar. Natürlich gehören auch die vielen Locals dazu, die man im täglichen Reiseleben kennenlernt, und die uns in ihrem Land willkommen heißen. Diese Menschen, bei denen wir immer mindestens auch den Vornamen erfahren und die uns einen Einblick in ihre Kultur gewähren, sind ein Garant für wunderschöne Reisegeschichten. Voraussetzung dafür war natürlich, daß wir in ihrer Landessprache kommunizieren können.

Andere Reisende als „Gute Seelen“: Ob dies Informationen sind, die bereitwillig in diversen Foren geteilt werden, oder Reisende, die sich als „Postbote“ anbieten, oder „aufmerksame Zuhörer und Ratgeber“ am gemeinsamen Lagerfeuer sind: Unter Overlandern gibt es eine „spezielle Community“. Diese ist nicht zwingend auf Freundschaft ausgelegt, sondern Hilfsbereitschaft: Geben und Nehmen! Es erleichtert einem natürlich das Reisen, nicht alles selber herausfinden zu müssen, und wir sind dankbar dafür, auch ungeahnt Hilfe zu bekommen, und dann entstehen hierbei natürlich auch neue Freundschaften, die über Distanzen halten. Für uns heißt dies nicht, daß man Tausende anderer Reisende kennt, aber – ohne dies jetzt nachgezählt zu haben – wir kommen bestimmt auf über Hundert, die wir in den letzten Jahren kennenlernen durften. Mal persönlich, mal virtuell. Und schön ist es natürlich, wenn sich daraus ein „Kern“ herauskristallisiert; eine kleine Gruppe von Menschen, mit denen man den Kontakt hält, oder sich auch (öfters und auch gerne ungeplant) trifft. Wir freuen uns auf jene Begegnungen bzw. Kontakte per Videocall oder Nachricht immer sehr.

(Musik von: https://www.musicfox.com/)

 

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