Deutsch: Nein, nicht wirklich! In 6 Ländern auf der Welt wird Deutsch als Amtssprache geführt, und diese Länder zusammen sind nicht wirklich groß. Vermutlich sind diese für Reisende auch weniger interessant, obwohl die Deutschen spätestens zu Corona ihr eigenes Land ja als DAS Reiseland für sich entdeckt hatten. Deutsche scheinen auch Weltmeister im Reisen zu sein – zumindest treffen wir sehr häufig auf Deutsche bzw. deutsch-Sprachige unter den Overlandern. Wahrscheinlich können wir froh sein, deutsch als Muttersprache gelernt zu haben, denn leicht ist diese Sprache mit ihren vielen Fällen nicht. Jedoch, weit kommt man damit nicht in unserer Welt.
Russisch: In 4 Ländern dieser Erde wird russisch als Amtssprache geführt, damit in weniger Ländern als deutsch. Aber in diesen Ländern leben mehr Menschen, so daß mehr als das Doppelte russisch als Muttersprache sprechen, als deutsch. Boris hat russisch in der Schule gelernt, so daß bei einem früheren Urlaub in Moskau und St. Petersburg eine Basiskommunikation für uns fast möglich war. Dennoch war es besser, die Anzahl der Haltestellen in der Metro bis zum Ziel abzuzählen, als zu versuchen, die Stationen schnell zu entziffern. 😉
Französisch: Wer hätte das gedacht, daß in 29 (!) Ländern Französisch Amtssprache ist? Gefühlt hätten wir gesagt, daß es mehr spanisch sprechende Länder gibt, aber nein! Vermutlich, weil es so viele kleine Staaten / Inselstaaten gibt, von denen man selten hört. Keine Ahnung, ob dies der Grund war, warum in (deutschen) Schulen eher Französisch als Spanisch angeboten wird, oder ob die „deutsch-französische Freundschaft“ die Motivation dazu lieferte… Hatte ich, Tanja, zunächst noch mit Begeisterung französisch in der Schule gelernt, wurde diese immer weniger, je mehr „exotische“, französische Literatur („Rhinocéros“ von Eugène Ionesco) in den Schulstunden gepaukt werden mußte. Warum muß dies immer so realitätsfremd gestaltet werden? Boris erging es in der Schule ähnlich. Und spätestens mit Spanisch als weitere Fremdsprache kam ich immer mit den Vokabeln, dem Konjugieren und der Aussprache durcheinander. Rückblickend würde ich eher zu Spanisch, als zu Französisch tendieren.
Spanisch: Anfänglich noch voller Elan, dann immer weniger, hatte ich vor vielen Jahren Spanisch als dritte Fremdsprache in der Schule gelernt. Dabei wird in immerhin noch 20 Staaten Spanisch als Amtssprache gesprochen. Was die Anzahl der Muttersprachler angeht, so liegt jedoch Spanisch deutlich vor Französisch. Vor vielen Jahren hatte Boris auch noch fleißig einen VHS-Kurs in Spanisch – neben der Arbeit – belegt, aber wirklich gebraucht hatten wir die Sprache damals nicht. Dafür jetzt, seit wir in Mexiko angekommen sind. Es gibt diverse Sprach-Apps; Boris hat Duolingo für sich entdeckt. Und hat – zu dem Zeitpunkt, zu welchem diese Zeilen entstehen – einen 566 Tages Strike, d.h. ohne Unterbrechung, jeden Tag (!), eine Lektion! Hut ab vor seiner Disziplin! Der kleine, selbstgehäkelte Duo von June (@clewleysontours) wacht dabei im Hintergrund. 😉 Ich hänge mich auch ohne Sprach-App „irgendwie“ an die Konversation dran, und: Wir überleben tatsächlich hier im zentral- und südamerikanischen Raum. Es ist alles andere als perfekt, eine tiefergehende Konversation ist nach wie vor schwierig, aber: Hey, wir schaffen unsere gesamte Werkstattkommunikation in Spanisch! Ok., manchmal muß das Übersetzungstool noch ran, aber nach und nach wächst unser Wortschatz von technischen Begriffen in Spanisch. Zu unserem Leidwesen! Wir sind immer dankbar, wenn die Locals nicht nur einfach Spanisch mit uns sprechen, sondern auch mit Betonung, einfachen Wörtern, teilweise wiederholend. So kommen wir gut durch und haben viele interessante Gespräche, häufig auch, wo wir alle lachen müssen. Unsere Grammatik ist so lala, aber wichtig ist, daß man uns versteht. Dies klappt mit viel Entgegenkommen der Locals auch meistens. Und manchmal schämen wir uns insgeheim, wie wir in Deutschland mit Menschen umgehen, die nicht unsere Sprache beherrschen. Schnell werden solche Besucher als „ungebildet“ abgestempelt. Was sind wir dann in den Augen anderer?
Englisch: … ist die Amtssprache in 59 Ländern, und damit die häufigste Sprache der Welt. Zu Recht, daß wir diese als erste Fremdsprache lernen mußten. Es fällt uns leicht, diese zu sprechen, da die meiste Kommunikation – in Wort und Schrift – in unseren früheren Berufen ebenfalls in Englisch war. Man hat vielleicht nicht alle Slang-Begriffe drauf, aber dauerhaft in Englisch für uns zu sprechen, fällt uns leicht und ist keine Anstrengung. Wir hätten uns jedoch gewünscht, hiermit noch früher begonnen zu haben, nicht erst in der 5.ten Klasse; sind doch hier die Niederlande oder die skandinavischen Länder für uns Vorbild. Aber auch im Baltikum haben uns die Menschen imponiert, die so fließend englisch können. Was die Anzahl der Muttersprachler im Englischen anbelangt, so rangieren diese jedoch hinter Spanisch, was wir nicht gedacht hätten. Jedoch, wenn man alle Menschen betrachtet, die eine Sprache einigermaßen fließend sprechen können, so liegt Englisch deutlich an der Spitze. Der „Gewinner“ bei den Muttersprachlern ist hier jedoch: Mandarin-Chinesisch. Wenn es danach gehen würde, so müßten wir uns alle spätestens jetzt mit der „verschnörkelten“ Schrift vertraut machen und uns mit chinesischen Vokabeln befassen. Aber wer weiß, was die Zukunft uns noch bringen wird…
Kleine Anekdote zum Schluß: Boris „großes Latinum“ bringt ihn beim Bestellen von Essen in dieser Welt leider keinen Schritt weiter. Vielleicht sollte er dafür längere Zeit im Vatikan verbringen? 😉























































































































































































