Wir sind einmal quer durch Peru gefahren, und doch haben wir so vieles ausgelassen. Wie z.B. die Cordillera Blanca, einen Flug über die Nasca Linien, einen Besuch von Machu Picchu, und viele weitere, archäologische Sehenswürdigkeiten. Warum? Wir waren vor 15 Jahren bereits einmal in diesem wunderschönen Land im Urlaub, und wenn man bedenkt, daß mittlerweile viele touristische Aktivitäten nicht nur überlaufener sind als damals, sondern auch noch Geld kosten, wo damals der Eintritt kostenlos war (z.B. rund um Cusco herum, wie Valle de la Luna, Tatio Geysire, usw.)… Das wollten wir uns jetzt (er-)sparen, auch wenn wir diese Attraktionen jedem, der zum ersten Mal hier ist, definitiv ans Herz legen. Mit einem etwas gemischten Gefühl sind wir nach Peru eingereist, hatten wir doch keine Werkstattempfehlung in petto, und wir sind ja leidgeplagt… So haben wir mit der Hoffnung, daß alles irgendwie hält, die Grenze überquert. An dieser Stelle daher jetzt schon mal der Verweis auf unsere gefahrene Route: HIER.
Beginnen wir also wie gewohnt mit den weniger subjektiven Faktoren:
- Wetter: Von Meereshöhe rauf auf 4800 m und wieder runter – so man dies zusammenfassen möchte. Ergo: Von wohltuender Wärme bis noch angenehme Kühle am Tag, und klirrender Kälte von – 10 Grad in der Nacht, war alles dabei. Aufgrund der Jahreszeit, in der wir dort waren (Juni/Juli), war dies insgesamt erträglich und wir mußten glücklicherweise auch keine Schneefelder queren – vielleicht auch, weil wir die Cordillera Blanca ausgelassen hatten. Unsere Wohnkofferheizung brauchten wir dank guter Isolation nicht; schließlich haben wir mittlerweile auch unsere vielseitig nutzbaren Alpaka-Ponchos aus Ecuador – so nutzen wir diese auch als zusätzliche Decke. 😉 Wir waren jedoch verwundert, daß wir in der ganzen Zeit, in der wir Peru besucht hatten, keinen einzigen Tag Regen hatten. Positiv verwundert natürlich.
- Stellplätze: Seit Peru fängt es so langsam an mit den „Freistehplätzen“. Wie lange haben wir uns darauf gefreut. Ok., der erste Tag am Meer war ein Bezahlcamping, und auch in Cusco standen wir zentrumsnah prima auf einem kostenpflichtigen Platz. Aber dazwischen haben wir uns an den immer mehr werdenden Stellplätzen in der schönen Natur erfreut. So haben wir uns Südamerika vorgestellt!
- Wasser: An Campingplätzen konnten wir gut Wasser Füllen, so daß wir diese strategisch genutzt hatten. Inzwischen kommen wir auch locker 2-3 Wochen mit unserem Tank aus und wissen, wo wir sparen müssen bzw. können.
- Strom: Unsere Batterien waren immer über 70..80% gefüllt, also, gewohnte Autarkie durch eigene Stromerzeugung!
- Müllentsorgung: Wir hatten es bereits von anderen Reisenden gehört: Der Müll an der Nordküste Perus ist ein echtes Problem. Und wir können bestätigen: Mit Grenzübertritt von Ecuador nach Peru bietet sich ein wahrlich trauriger Anblick! Man hat das Gefühl, man fährt durch eine elend lange Mülldeponie – so viel (Plastik-)Abfall türmt sich rechts und links der Straße auf bzw. hängt – soweit man sehen kann – in Sträuchern und Büschen. Verwundert waren wir auch an einem Strand nördlich von Lima, an dem der Sand voller Mikroplastik war, und keinen Peruaner hat dies dort gestört… Wir möchten nichts beschönigen, denn wir waren traurig über das, was wir sahen, aber nicht schockiert. Vielleicht, weil wir vorgewarnt wurden; vielleicht, weil wir nicht das erste Mal in solchen Ländern unterwegs waren. Leider zog sich dieses Bild durch ganz Peru durch, wobei insbesondere auch stadtnahe Bereiche ein Problem haben. Wir haben unseren Müll immer artig in Mülleimern (Supermarkt, Camping, …) entsorgt, und dabei nie ein Problem gehabt. Aber an dieser Stelle kann Peru definitiv noch an sich arbeiten.
- Lebensmittel: Nach Grenzübertritt haben wir direkt einen PlazaVea angesteuert, und: Riesiger Parkplatz! Yeah! Noch riesigeres Sortiment! Nochmal Yeah! Wir waren wie im Schlaraffenland! Was wir jedoch nicht wußten: Der PlazaVea nimmt 3% Gebühr auf Kreditkartenzahlung! ☹ Es gibt noch den Tottus Supermarkt in Peru, der ein ähnliches Sortiment hat und keine Kreditkartengebühr nimmt. Je nachdem, welcher für uns besser anfahrbar war, haben wir später gewählt, und zumindest noch anfänglich versucht, durch Bargeldzahlung im PlazaVea die Gebühr zu vermeiden. Im Vergleich zu Deutschland sind auch hier die Supermarktpreise wieder deutlich höher. Das Schöne war, daß die Fleischqualität langsam besser wurde im Vergleich zu den nördlichen Nachbarländern, auch wenn immer noch nicht mit Deutschland vergleichbar.
- Dieselpreis: Wir kamen vollgetankt von Ecuador über die Grenze nach Peru, denn: Der Dieselpreis betrug in Peru das Doppelte! Wir haben später (umgerechnet) zwischen 1.37-1.44 €/l Diesel bezahlt und dabei schon versucht, günstige Tankstellen zu finden. Bis südlich von Lima kamen wir zumindest mit unserer Tankfüllung aus Ecuador hin! In Peru wird zwar Rohöl gefördert, aber nicht raffiniert. Dieses muß aufwändig im Ausland geschehen, weswegen sich der lokale Spritpreis so drastisch im Vergleich zu den Nachbarländern erhöht. Erstmalig haben wir in Peru auch LPG an Tankstellen gesehen, jedoch nur in der Region nördlich von Lima wirklich wahrgenommen. Im Süden haben wir dieses gar nicht mehr gesehen. So war es gut, daß wir unseren Gastank frühzeitig gefüllt hatten. Auch gab es erstmalig Tankstellen, an denen Add Blue ausgezeichnet war.
- Daten/Internet: Wir nutzten weiterhin unseren mexikanischen Starlink Vertrag, 100 GB. Wir kamen abermals nur knapp damit aus, da wir sehr oft freistanden. Unsere eSIM-Karten aus Mexiko funktionierten weiterhin in Peru.
Und unsere subjektiven Eindrücke:
- Straßen: Mit Grenzübertritt waren da auf einmal die vielen, vielen Tuktuks! Also, aufgepaßt! Aber: Waren die ersten Kilometer zunächst stellenweise schlecht, waren wir nach und nach im „Straßenhimmel“: So gute Straßen! Kilometerlang! Ok., wir sind nicht in die Cordillera Blanca gefahren oder waren in der Entenschlucht – können folglich hierüber nichts berichten -, aber nach der Straßenqualität der nördlichen Nachbarländer hat hier das Fahren wieder Spaß gemacht! Ja, Offroad-Pisten blieben Offroad-Pisten, und Nebenstrecken überraschten oft mit Kehren aus Sand und Schotter, wo die Straße zuvor doch eigentlich akzeptabel war, aber in Summe mußte Patsha in Peru deutlich weniger leiden als die Monate zuvor. Steigungen waren wieder moderat angelegt, auch wenn sie sich kilometerlang ziehen konnten. Aber nichts gegen die Steilheit in Kolumbien oder Ecuador zuvor. Bei der Mautgebühr hatten wir – wie in Ecuador auch – versucht, den günstigeren PKW-Tarif – anstelle des teureren LKW-Tarifes – zu bekommen: In 79 % der Fälle hat dies auch geklappt, aber war häufig mit längeren Diskussionen verbunden, da oftmals auch „der Chef“ befragt werden mußte. Es hat sich jedoch gelohnt, da wir so einige Euros sparen konnten.
- Von anderen Reisenden hatten wir gehört, daß die Peruaner die schlimmsten Fahrer von allen südamerikanischen Ländern sein sollen. Irgendwie hatten wir dies von unserem damaligen Urlaub nicht so im Gedächtnis behalten. Und auch jetzt können wir dieses so nicht bestätigen und würden differenzieren: In den Orten und Städten „ja“! Dort gehört Drängeln, Abdrängen, Hupen und Chaos anscheinend mit zum guten Ton. Aber Überland empfanden wir die peruanischen Fahrer als höflich; insbesondere sogar die LKW- und Busfahrer. Hier wurde mit Abstand überholt, und nur an geeigneten Stellen, nicht mehr direkt vor Kurven. Bergauf bekamen wir Zeichen, wann es am besten sei, sie zu überholen. So war das Fahren für uns – bis auf in Ortschaften! – stressfreier als je zuvor.
- Flora & Fauna: Wie eingangs erwähnt, hatten wir die Cordillera Blanca bewußt ausgelassen. Aber auch so war Peru für uns erneut faszinierend! Von langen Küstenstreifen mit meterhohen Dünen – so auch im tollen Paracas NP -, endlosen, flachen Weiten, dunkelblauen Lagunen und Seen, über imposante, farbige Hügel und Berge mit Schneewipfeln in der Ferne, und Straßen, die sich durch landschaftlich faszinierende Canyons schlängeln, … Peru hat eine immense landschaftliche Vielfalt zu bieten. Immer öfters hatten wir nächtens einen faszinierenden Sternenhimmel aufgrund wenigem, städtischen Streulicht. Und was die Tierwelt angeht: So toll, flauschige Lamas, drollig grinsende Alpakas, und flinke Vincunas in großen Herden um einen herum zu haben. Oder die majestätisch schwebenden Pelikane über dem Wasser, in dem sich auch Delphine tummeln. Zum ersten Mal haben wir auch rosane Flamingos gesehen und waren begeistert.
- Landestypische Küche: Trotz höherer Preise als gedacht haben wir Spezialitäten wie Alpaka oder Meerschweinchen (Cuyi) probiert. Und als Geheimtipp: Chicha Morada – ein Traubensaft-ähnliches Getränk aus Mais und Limone. Einfach lecker! Direkt im ersten Supermarkt ist dann natürlich auch ein Pisco Sour in unseren Einkaufswagen gelandet. Ansonsten gibt es als Beilage zu den Gerichten wieder viel Reis.
- Leute: Freundlich und eher zurückhaltend – außer im Straßenverkehr 😉 -, so haben wir die Peruaner kennengelernt. Erstmalig hatten wir auch das Gefühl, daß Indigene besser integriert sind, als in anderen Ländern. Die Lebensumstände wirken jedoch deutlich härter auf uns, als in den nördlicheren Nachbarländern: Die Wohnungen sind oftmals einfache Lehm- oder Ziegelbauten, auf Sand, und mit Erdboden sogar im Haus. Wenn der Wind durch die Siedlungen fährt, und alles in eine Sandwolke hüllt, wirkt alles noch düsterer und ärmer. Entlang dem nördlichen Abschnitt der Panamericana haben wir so viele Schilder und Verkaufsstände gesehen, daß (kleine) Grundstücksabschnitte hier zu erwerben sind. Nur: Wer möchte schon in der Wüste wohnen?
- Land: In Peru waren wir auf Meereshöhe am westlichsten Zipfel von Südamerika, und haben auf einem Pass mit knapp 4800 m einen neuen Höhenrekord mit Patsha aufgestellt. Landschaftlich hat uns dieses Land erneut fasziniert und ist für jedermann gut individuell bereisbar. Für uns fängt jetzt langsam das „richtige“ Südamerika an und wir freuen uns schon sehr darauf!
Auch wenn Euch jetzt auffallen wird, daß dies nicht die letzten Bilder aus Peru sein werden und wir unser Länderfazit vorziehen, wünschen wir Euch jetzt ganz viel Spaß mit unseren Fotos aus diesem Land! Auf unser Abschlußvideo dürft Ihr Euch dann im nächsten Beitrag freuen. 😉

























































































































































