Länderfazit Spanien

von root

Nach ca. 11 Wochen in Summe, mit einer längeren Unterbrechung durch unsere Portugalroute, haben wir Spanien am 15. Juni verlassen. Damit sind wir deutlich länger als ursprünglich geplant, in diesem super abwechslungsreichen Land geblieben. Dazu haben im Wesentlichen 2 Faktoren beigetragen:

  1. Wir hatten uns entschlossen, anstelle von Marokko mehr Zeit in Spanien und Portugal zu verbringen. Grund war ja damals die noch nicht wieder aufgenommenen Fährverbindungen.
  2. Wir haben immer wieder neue Tipps mit tollen Landschaftsformationen gesammelt, die wir dann unbedingt anschauen wollten. Dabei haben wir interessante Städte wie Barcelona oder Madrid bereits ausgelassen, da wir hier in früheren Reisen schon einmal waren. Auch Highlights wie Granada, Malaga, Sevilla, Ronda & Co. kennen wir bereits von einem früheren Andalusien Trip mit einem Mietwagen.

Unsere Routen mit unseren Übernachtungsplätzen findet Ihr HIER.

Zeit also für unser sehr persönliches Länderfazit. Fangen wir mal mit den weniger subjektiven Faktoren an:

  • Wetter: Wir waren von Mitte Februar bis Anfang April sowie von Mitte Mai bis Mitte Juni hier. Regen war in diesem Zeitraum relativ selten, jedoch fiel der merkwürdigerweise genau dann, als wir in der trockensten Wüste Europas waren 😉 oder Bergpässe fahren wollten, wo wir unfreiwillig Zeuge von Erdrutschen und Überschwemmungen wurden. Natürlich waren die Temperaturen im Februar und März noch nicht so warm wie jetzt im Mai und Juni, jedoch hatten wir ehrlicherweise auch schon damals mit höheren Werten gerechnet, die sich jedoch nicht eingestellt hatten. So war gerade am Anfang abends die Pudelmütze ein steter Begleiter, wenn wir draußen gesessen hatten. Positiv und negativ zugleich war die Zeit des Sahara-Sandes, der aus Afrika rübergeweht wurde. Positiv, da die Atmosphäre schon sehr special war. Negativ, da sehr ungesund und man einfach schlecht Luft bekommen hat. Und noch heute haben wir roten Sand in den Gummidichtungen unserer Fenster, der einfach nicht weggehen will.
  • Stellplätze: Spanien ist ein Land für’s Freistehen! In der ganzen Zeit sind wir nur 2x auf bewachten Plätzen gewesen (1x in Santiago de Compostela, 1x im Yachthafen vor Gibraltar) und wir hatten nie, wirklich NIE, ein Problem! Wir haben nicht groß vorgeplant, wo wir abends immer stehen, und wir wurden auch hier nie enttäuscht! So viele abwechslungsreiche und wunderschöne Stellplätze; es war wirklich ein Traum! Auf den meisten standen wir alleine; wir schätzen mal, 10-20% hatten wir noch mit wenigen anderen geteilt.
  • Wasser: Wenn man die Augen offenhält, war Wasser-Tanken nie ein Problem. Im Vergleich zu Portugal ist dies zwar nicht überall so häufig gesät, und wir haben auch in den meisten Fällen beim Diesel-Tanken gleich mit aufgefüllt, aber prinzipiell „verdurstet“ man hier absolut nicht.
  • Strom: Auch bei bewölktem Wetter haben unsere Solarpanele immer genug Strom reingeholt; wir waren also fast an jedem Tag „voll“, selbst in der Anfangszeit unserer Reise.
  • Müllentsorgung: Überall an der Straße finden sich Müllcontainer, teilweise sogar Recyclingcontainer, so daß es für uns ein leichtes war, unseren Müll zu entsorgen. Leider findet man dennoch in der Natur und an Stellplätzen Vermüllung, wenn auch deutlich weniger als in Portugal.
  • Lebensmittel: Wir hatten es ja schon in unserem Länderfazit von Portugal geschrieben: Wir haben uns die Lidl-App besorgt, um gut und günstig einzukaufen. Ansonsten mußte man auch hier schon wirklich suchen, um größere Supermärkte zu finden, denn nicht immer liegen diese an Ein- oder Ausfallstraßen von Ortschaften. Kleinere Tante-Emma-Läden finden sich schon öfters, aber diese sind so winzig, daß sie sich u.E. eher für einen „Noteinkauf“ lohnen. Märkte zum Einkaufen haben wir in Spanien nicht genutzt.
  • Dieselpreis: Während wir zu Anfang unserer Reise noch für ca. 1.40 €/l Diesel getankt hatten, ging auch hier – in diesem EU-Billig-Sprit-Land – der Preis aufgrund des Krieges in der Ukraine hoch. Es gab zum Schluß zwar überall die 20 Cent pro Liter an staatlich angeordnetem (?) Rabatt, aber im Durchschnitt haben wir hier für 1.63 €/l (Diesel) getankt, und vor der Überfahrt nach Frankreich noch einmal für 1.82 €/l – Rabatt schon mit eingerechnet.
  • Daten/Internet: In Spanien hatten wir ja diverse Problem – s. Bericht – einen offenen (!) Laden zu finden, bei welchem wir SIM Karten für Handy und Router kaufen können. So sind wir schlußendlich bei Vodafone gelandet, und haben in der zweiten Hälfte unserer Reise ausschließlich Internet über Handy als Hotspot betrieben, um dieses Geschäfte-Suchen zu vermeiden. Die Handy-Karte hatten wir auch in Portugal behalten und diese dann während der ganzen Zeit über mit Kreditkarte oder Xoom immer wieder aufgeladen. Während wir am Anfang der Reise – Ostküste, Mitte, Süden – noch das Gefühl hatten, das Vodafone Netz ist akzeptabel, hatten wir in Nordspanien sehr häufig keines. So erklärt sich auch, daß wir nicht immer aktuell auf Insta Fotos gepostet hatten.

Und die subjektiven Eindrücke:

  • Land: Spanien rockt landschaftlich! Von steiniger Wüste, über schöne Sandstrände, steile Klippen, grüne Bergregionen, türkisfarbene Seen… Und, und, und! Vielleicht waren wir auch zur richtigen Jahreszeit unterwegs, wo noch nicht viel verbrannt ist, aber wir sind sehr gerne länger geblieben, um die verschiedenen Eindrücke in den spanischen Regionen in uns aufzusaugen.
  • Straßen: Wir hatten schon das Schlimmste befürchtet, wurden aber positiv überrascht! Schon gar nach Frankreich und nach Portugal! Ja, auch in Spanien gibt es schmale und rumpelige Straßen, sehr häufig sind dies Bergstraßen, aber der Rest ist PRIMA! Wir hatten den Eindruck, daß die Regierung in die Straßen-Qualität investiert – nicht wegen der vielen Baustellen, die haben wir gar nicht so wahrgenommen -, aber die Straßen (Belag, Breite, Verlauf) waren für unsere LKW-Größe optimal. Es hat hier wirklich Spaß gemacht, zu fahren. Natürlich auch die Offroad-Strecken! 😉

Wichtige Ergänzung: Bei einer Schlechtwetter-Periode hatten wir einen Streckenabschnitt per Autobahn überbrückt (A686 (=AP 8 / AP 1 Durango via Eibar nach Bergara)) und sind im Baskenland dummerweise genau auf einem Abschnitt gelandet, auf dem erst seit wenigen Wochen ein neues Mautsystem ausprobiert wird: Ausschließlich basierend auf Radar, mit Online-Registrierung – eigentlich vorab – und keinerlei Bezahlstationen. Wir haben ausschließlich diesen Artikel hierzu gefunden und auch den ADAC bereits informiert. Über einige Umwege haben wir jetzt den Betreiber ausfindig gemacht, uns registriert, und per Kreditkarte die Gebühr bezahlt. Ansonsten drohen wohl hohe Geldbußen…

  • Leute: Die temperamentvollen Spanier, insbesondere beim Autofahren! Aber ansonsten – bis auf an einem Mega-Parkplatz an einem Supermarkt in Zaragossa – waren sie eher zurückhaltend und haben eher mit Daumen-hoch auf unseren Patsha reagiert. Das Thema Kriminalität war für uns absolut nicht vorhanden: Wir haben uns bei jeder Übernachtung oder einsamen Abstellen von Patsha sehr sicher gefühlt.
  • Flora & Fauna: Die Farbenpracht der Landschaft hat uns beeindruckt, aber von der Tierwelt hatten wir gedacht, daß wir mehr sehen würden als nur ein paar Vogelarten, Kühe, Schafe und Pferde. Vielleicht ist Patsha auch einfach zu laut, aber an den teilweise einsamen Stellplätzen hätten wir uns mehr Wildlife erhofft.
  • Landestypische Küche: Wir wissen nicht, wie wir dies geschafft haben: Wir sind durch Spanien gefahren, ohne nur ein einziges Mal Paella zu essen! Wir haben eher selber gekocht und sind selten in Bistros oder Restaurants eingekehrt, jedoch konnten wir uns schon anhand des großen Sortiments in den Supermärkten von der Vielfalt und der Qualität überzeugen. Für uns hat Spanien einfach eine überragende Essenskultur. Und: Super gewürztes und zartes Pollo Assado, im eigenen Grill fertig gebrutzelt, ist der Hit, und im Schnitt haben wir dies bestimmt 1x alle zwei Wochen gegessen…

Unsere letzten Fotos aus Spanien haben wir hier mal angehangen und träumen jetzt weiter von den vielen, schönen Eindrücken!

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