Im Teil 1 hatten wir Euch ausführlich geschildert, wie bei uns die Fahrzeugabgabe in Veracruz für die Verschiffung verlaufen ist. In diesem Beitrag soll es daher nun um die Abholung in Cartagena gehen. Unsere allgemeine Link-Seite mit (für uns) wichtigen Infos für jene Verschiffung findet Ihr HIER. Los geht’s.
So schön und abwechslungsreich unser Urlaub in Panama auch war, wir haben immer wieder mit Sorge an Patsha gedacht und verfolgt, wo „unser“ Schiff aktuell ist. Und es war bis zum Schluß ein ewiges Hin und Her, und die wöchentliche Aktualisierung des Fahrplanes durch K-Line war zu jenem Zeitpunkt auch bereits immer wieder überholt. War in der Buchungsbestätigung von Seabridge der Ankunftstag noch am 03.01.26, war dieser bereits schon veraltet und auf den 08.01.26 verschoben, da wider Erwarten noch die USA angelaufen werden sollte. Final kam das Schiff, die Victoria Highway, am 11.01.26 in Cartagena an. In erster Linie war die Verspätung bedingt durch die zusätzliche Liegezeit im Hafen von Veracruz am Anfang der Verschiffung, als auch die langen Wartezeiten vor einem Hafen, bis dieser letztendlich angelaufen werden konnte. Bei den Fahrpassagen hat das Schiff dagegen immer wieder „verlorene Zeit“ wettgemacht.
Bereits vor unserem Flug nach Panama hatten wir die Zollagentin von Cortes Rodriguez per Mail und auf Spanisch kontaktiert, und Dokumente wie Reisepass, Führerschein, Fzg.-Schein als auch Whats’App (WaP) Nummer bereitgestellt. Letztere wird von ihr benötigt, da sie eine eigene WaP-Gruppe mit ihrem Team aufsetzt, damit alle alles einsehen und reagieren können. Nachdem wir ihr noch einige Dokumente unterschrieben hatten, die sie ermächtigten, für uns beim Zoll tätig zu werden, haben wir ihr von uns aus noch die Versicherungsbestätigung (SOAT) für Kolumbien zugeschickt. Wir wußten von anderen Reisenden, was sie benötigt, denn eine Info kam auch auf Nachfrage von ihr nicht. Später wird sie auch noch den Einreisestempel im Pass des Fzg.-Halters brauchen. Auch hierfür hatten wir die Info ausschließlich nur von anderen Reisenden erhalten.
Durch Zufall erfahren wir von anderen Reisenden, die zuvor auf jener Route verschifft hatten, daß ihr Fzg. im südlich von Cartagena befindlichen Hafen Puerto Bahia angekommen ist. Seabridge verweist in seinen Unterlagen darauf hin, daß man generell den Verschiffungshafen abklären soll, da es zwei davon gibt. Wir hatten bis zu jenem Zeitpunkt aber damit gerechnet, daß immer der nördlichere davon angelaufen wird, und es sind doch einige Kilometer (ca. 30 km) dazwischen. Die Zollagentin bestätigt uns auf Nachfrage, daß unser Schiff tatsächlich im südlichen Hafen Puerto Bahia ankommen wird. Ab und an erhalten wir von ihr eine Nachricht von dem neuen Ankunftszeitpunkt, welche jedoch in jenem Augenblick bereits wieder veraltet sind – im Vergleich zu dem aktuelleren Status in den diversen Schiffstrackern.
Generell fühlten wir uns über die nächsten Schritte nicht wirklich informiert, sondern wir erhielten immer nur sehr knappe, teilweise für uns unklare Antworten auf unsere gestellten Fragen, was jetzt wann passiert bzw. was von uns wann erwartet wird. Insbesondere auf letztere wurde nicht eingegangen. Plötzlich jedoch – wir waren kaum in Cartagena angelangt – gab es eine Nachricht, in der wir um die Eingangsbestätigung einer Mail vom Zoll gebeten wurden. Diese Mail hatten wir jedoch nicht erhalten, und in jener sollte ein dynamischer Code sein, der in wenigen Stunden seine Gültigkeit verliert und den Cortes Rodriguez benötigt. Hätten wir jene What’s App Information nicht zeitnah gesehen… So wurde die Mail vom Zoll erneut an uns geschickt, kam jedoch erneut nicht an. Wir befürchteten, daß unsere deutsche Emailadresse nicht korrekt funktioniert, so wie wir in der Vergangenheit auch nie die Bustickets in Mexiko oder die Flugtickets erhalten hatten. Wir konnten jedoch die Email-Adresse mithilfe von Cortes Rodriguez ändern, und siehe da: Die Zollmail kam binnen Sekunden an. Schlußendlich kam auch die an unsere zuvor benutzte Emailadresse an, aber mit einer Stunde Verzögerung. Ab jetzt hieß es dann für uns, zwei Postfächer zu überwachen.
Als das Schiff am Sonntag laut Schiffstracker ankam, haben wir erneut nachgefragt, wie es jetzt weiter geht. Daß dann auch prompt eine Antwort kam – Hut ab, am Sonntag! -, damit hatten wir nicht gerechnet. Auch nicht, daß am Montag danach Feiertag ist, denn auf diesen hatte uns keiner hingewiesen und wir hatten diesen zuvor im Internet auch nicht recherchiert (12.01. ist in jenem Jahr „Heilige 3 Könige“ in Kolumbien). Die Antwort von Cortes Rodriguez war knapp, daß man hoffe, daß am Dienstag die Zollkontrolle sei (wir vermuteten, die Kontrolle der VIN am Fahrzeug), und am Mittwoch der Zolltermin. Ob mit letzterem dann auch die Abholung gemeint war, wußten wir zu diesem Zeitpunkt nicht, denn von anderen Reisenden hörten wir, daß wir eigentlich noch zur Zollbehörde fahren sollten, um Dokumente zu unterschreiben. Wo diese sei, wurde uns von Cortes Rodriguez jedoch nicht mitgeteilt; wir hatten jedoch von anderen Reisenden freundlicherweise einen Ortslink erhalten, der sich mit der Info in den Seabridge Unterlagen deckt.
Plötzlich hatten wir Streß, und zwar: Das WLAN im AirB&B funktionierte nicht. Da wir mit unseren eSIMs wider Erwarten keinen optimalen Empfang hatten, waren wir jedoch darauf angewiesen, zumal wir immer auf Abruf waren. Wir hatten das Modem gesucht, und irgendwann vermutet, welches es sein könnte. Wir haben den Strom in der Wohnung „resettiert“ – war so möglich -, aber das Modem blieb an, was auch so gewollt war. Tja, final lag es daran, daß das Netzwerkkabel des Anbieters zum Modem bereits an zwei Stellen geflickt war und plötzlich einen Wackelkontakt hatte. Der AirB&B Betreiber wollte direkt ein Unternehmen zwecks Reparatur vorbeischicken, aber wir wußten nicht, wie lange dies dann dauern könnte. Und ohne WLAN wollten wir definitiv nicht sein. Daher haben wir das Kabel gesichert, und es hat bis zum Schluß unseres Aufenthaltes auch funktioniert.
Wir saßen auf heißen Kohlen, als plötzlich am Dienstagnachmittag die Nachricht von Cortes Rodriguez kam, daß es eventuell noch heute mit dem Zolltermin – also dem Unterschreiben der Zolldokumente bei der Zollbehörde – klappen könnte. So oder so hatten wir die Unterkunft seit ein paar Tagen nicht mehr verlassen, da irgendwie unser Magen „schlapp gemacht machte“. Insofern war es ok., auf Abruf zu sein, aber dennoch war es gleichzeitig auch ein merkwürdiges Gefühl. 3 Stunden später kam die Entwarnung: Nein, der Zolltermin wird am Mittwochvormittag stattfinden. Mmh.
Am Mittwoch stellten wir uns den Wecker auf 6 Uhr, denn die Zollbehörde macht um 7 Uhr auf. Wir wollten nichts verpassen. Kurz vor (!) 10 Uhr kam die Nachricht: Unser Zolltermin ist um 10 Uhr! Wie sollten wir in 19 Minuten vom AirB&B, mit Uber, rechtzeitig bis zur Behörde kommen? Wir sind das Gebäude mit super langsamem Fahrstuhl runtergesprintet, parallel dazu hatten wir Glück, einen Uber organisiert zu bekommen; dieser kam einigermaßen gut durch den Verkehr zum ca. 5 km entfernt liegenden Zollgebäude, und mit nur 3 min. Verspätung waren wir da. Genauer gesagt: Am vereinbarten Treffpunkt eines Restaurants gegenüber, wo wir von einem Mitarbeiter der Agentenorganisation erwartet werden sollten. Leider war nur keiner da. Auf Nachfrage per What’s App sollten wir dann noch etwas warten; Blutdruck erstmal senken. Mit dem einige Zeit später eintreffenden Mitarbeiter sind wir dann in das Zollgebäude gegangen. Dort mußte ein Dokument 2x unterschrieben werden – wichtig: Name, Passnummer und VIN kontrollieren! Wir wurden gebeten, ab jetzt auf eine Bestätigungsmail vom Zoll zu warten. In dieser sollte dann das TIP für unser Fahrzeug sein, und damit die Erlaubnis, einen Abholtermin vereinbaren zu können. Wir haben bestimmt alle paar Minuten auf unser Handy geschaut.
Da ursprünglich ein möglicher Abholtermin am gleichen Tag nachmittags hätte sein können – so die erhaltene Info –, haben wir Cortes Rodriguez am späten Nachmittag informiert, daß wir leider keinerlei Mail erhalten hatten. Wir hatten befürchtet, daß es wieder mit unserer Mailadresse Schwierigkeiten gegeben haben könnte. Nach anfänglicher Info, daß der Zollbeamte noch keine Zeit gehabt hätte, sich aber am nächsten Tag (Donnerstag früh) gleich als Erstes darum kümmern würde, kam dann plötzlich gegen 19 Uhr die Info: Wir müssen noch einmal am nächsten Tag zum Zoll; noch einmal das gleiche Dokument unterschreiben. Wir waren irritiert und haben später erst erfahren, daß anscheinend das Dokument einen internen Fehler hatte – wie bei anderen Reisenden auch, die wir zum gleichen Zweck wiedertrafen. Cortes Rodriguez hatte zusätzlich die Hoffnung, wenn wir das Dokument am Donnerstag früh unterschreiben, daß wir dann am Nachmittag unser Fahrzeug abholen könnten. Da für beide Dinge alleinig nur der Fahrzeughalter notwendig ist, hätte nur einer von uns an jenem Tag dies erledigen können, und zwischenzeitlich im Agentenbüro warten dürfen. Jedoch hätten wir dann Probleme gehabt, nach Fahrzeugabholung mit diesem wieder zurück in die Innenstadt nach Cartagena zwecks Abholung unseres Gepäcks zu kommen – unmöglich mit einem LKW! -, weswegen wir den alternativen Vorschlag gemacht hatten: Wir kommen beide frühmorgens ins Büro, nur einer fährt dann zum Zoll mit; wir warten danach gemeinsam im Büro auf den Abholtermin und werden zum Hafen mit unserem Gepäck gebracht. Der Transport von uns zum Hafen ist lt. Seabridge in den Kosten inkludiert, die uns zu jenem Zeitpunkt noch nicht final mitgeteilt wurden. Für Cortes Rodriguez war unser Vorschlag ok. Sie haben uns dann noch mitgeteilt, daß im Hafen Kleidervorschrift herrscht. Mit langer Hose und festen Schuhen, sowie Warnweste haben wir schon gerechnet, aber langärmeliges Hemd? Darauf waren wir nicht vorbereitet und hatten dies auch nirgends zuvor als Info erhalten. Im Gepäck hatten wir ein solches Shirt nicht; es herrschen schließlich tropische Temperaturen in jenen Zonen. Also mußte es die Regenjacke richten. ☹ Also, wichtig für Euch: Habt ein langärmeliges Shirt im Gepäck! Ein Helm wird gestellt; falls die Schuhe nicht „festen“ Charakter haben, werden auch Sicherheitsschuhe gestellt, aber natürlich nicht in allen Größen!
Am Donnerstag planten wir genug Zeit ein, um zum Verschiffungsagentenbüro von Cortes Rodriguez zu fahren. Gut, daß wir nochmal nachgefragt hatten, wo dieses liegt, denn die Koordinaten in der Infobroschüre von Seabridge führen zu einem Appartment ca. 200 m entfernt. Seabridge wird zukünftig mit unserem Feedback ihre Unterlagen aktualisiert haben. Wir haben im Nachhinein Glück, so rechtzeitig dran zu sein, denn ein Uber-Fahrer nach dem anderen versetzt uns. Sie sagen teilweise nur 200 m vor Erreichen unseres Treffpunktes ab. Wir sitzen auf heißen Kohlen und fluchen; schaffen endlich, nach 50 min. einen Uber Fahrer zu bekommen, der uns zum Büro bringt, und dies durch dichten Verkehr. Im Büro werden wir sehr freundlich von Ana, der Büroleiterin, empfangen. Sie hat sogar Kuchen gebacken und wir werden gebeten, uns auf ihrer Pinwand „zu verewigen“. 😊 Kurze Zeit später fährt Boris mit einem Mitarbeiter zum Zoll – ich bleibe im Büro – und unterschreibt erneut das Dokument. Und noch während er wieder auf dem Rückweg zum Büro ist, trudelt die heißersehnte Mail vom Zoll mit dem TIP ein. Sofort leite ich diese an Ana weiter; sie telefoniert und bestätigt uns umgehend den Abholtermin für den gleichen Nachmittag. Unsere Aufregung wächst! Und da wir nicht wirklich was an jenem Tag gegessen hatten, lädt sie uns direkt zum Mittagessen in ihrem Büro ein.
Mittlerweile wurde die Rechnung fertiggestellt, die im erwarteten Rahmen liegt, und wir bezahlen sie vor Ort in bar (in COP). Von anderen Reisenden, die im Container verschifft hatten, hörten wir, sie hätten zusätzliche Standzeiten im Hafen bezahlen müssen – lt. Seabridge Infos sind 3 im Angebotspreis inklusive -, aber wir mußten nichts dergleichen bezahlen.
Um 14 Uhr geht es los; wir packen unser Gepäck irgendwie in den kleinen Kofferraum des Privatautos eines Mitarbeiters und werden mit anderen Reisenden, die ebenfalls ihr Fahrzeug abholen, zum Hafen gebracht. Genauer gesagt: Ich werde erstmal an einer Tankstelle in Hafennähe – mit Gepäck – abgesetzt, und warte im klimatisierten Shop, denn nur der Fahrzeughalter darf auf das Hafengelände. Nach Registrierung und vielfachen Personenkontrollen läuft man zu den Fahrzeugen, und da steht auch Patsha. Yeah! Kontrolle von außen: Alles sieht ok. aus und unsere Versiegelungsbänder sind intakt! Kontrolle von innen: Auch hier sieht auf den ersten Blick alles ok. aus! Aber: Die (zusätzliche) Trennwand vom Fahrerhaus aus zum Wohnkoffer ist nicht mehr in Position, wirkt wie „rausgesprungen“, trotz Verriegelung. Kann dies durch die Verschiffung passiert sein, oder war hier jemand dran? Dennoch wirkt erstmal alles „normal“. Man fährt zu einer Waage, aber es erfolgt keine wirkliche Dokumentation des Gewichts. Dann die Info: Eines der Fahrzeuge, die abgeholt werden, wurde aufgebrochen und ausgeraubt! Wir haben den dortigen Schaden selber sehen können. Unsicherheit macht sich breit: Haben wir bei uns alles gesehen, oder etwas übersehen? Erneute, kurze Kontrolle bei einem Zwischenstopp, aber es sieht bei uns alles normal aus. Das andere, betroffene Reisefahrzeug war an Bord des gleichen Schiffes, nur ob es auch in Veracruz an Bord kam oder später, bleibt für uns unklar.
Knapp 2 Stunden später sind wir alle 3 – Tanja, Boris, Patsha – wieder an der Tankstelle vereint! Genau einen Monat nach Fahrzeugabgabe haben wir unser rollendes Zuhause wieder. Tränen rollen! Wir sind sehr erleichtert. Gleichzeitig unsicher, ob wir nichts bei der Kontrolle übersehen haben. Das einzige, was jedoch einem direkt ins Auge fällt – bzw. in die Nase: Der Wohnkoffer stinkt enorm von innen. Wir vermuten, da über die Zeit kein wirklicher Luftaustausch stattgefunden hat; unser Fahrzeug auch noch längere Zeit vor Verladung und nach Ausladung in praller Sonne gestanden hat. Aber dies ist jetzt das kleinste Problem!
Die Verabschiedung von den Cortes Rodriguez Mitarbeitern an der Tankstelle geht herzlich vonstatten, und wir stürzen uns in das Gewusel in Richtung Cartagena, zu einer Tankstelle, bei der wir geplant hatten, nicht nur Diesel zu füllen, sondern auch Wasser und bei welcher wir über Nacht stehen wollten. Nach einigen Diskussionen hatten wir die Erlaubnis, ein paar – vielleicht so 50 l – Wasser tanken zu können, aber für die Nacht dürfen wir hier nicht mehr stehen. Zu gefährliche Gegend, das Argument. Der Tag war anstrengend, wir sind durch; einen wirklichen Plan B zwecks Übernachtungsplatz hatten wir nicht – die Kommentare in iOverlander waren recht neu und bestätigten eigentlich die Übernachtungsmöglichkeit. Wir entscheiden uns, weiter zu fahren, zu einer weiteren Tankstelle, bei der wir gelesen hatten, daß man Wasser mit gutem Druck füllen könnte. Nach wenigen Kilometern kommen wir dort an, und erneut Diskussionen, ob wir Wasser füllen dürfen. Damit hatten wir nicht gerechnet. Um es kurz zu machen: Es gab einige Diskussionen mit verschiedensten Personen, denn das Gebäude, an dem der Wasserhahn ist, gehört nicht der Tankstelle, und nachdem erst ein OK., dann wieder NOK., final dann aber ein OK. kam, haben wir mit dem Befüllen begonnen. Leider war der Wasserdruck nicht wirklich berauschend, so daß wir ausgerechnet haben, daß wir hierfür gute 2 Stunden brauchen würden. Zwischenzeitlich haben wir die Optionen besprochen, doch irgendwo zu übernachten, denn mittlerweile war es dunkel. Liebenswerter Weise haben wir die Genehmigung erhalten, in einer Nische stehen bleiben zu dürfen. Wir waren darüber sehr erleichtert. Empfehlen können wir die Stelle jedoch nicht, denn: Es lag viel Müll (Schrauben & Co.), insbesondere aber abgebrochene Sägeblätter umher. Wir haben versucht, den Platz so gut wie möglich zu säubern, damit wir nicht gleich an Tag 1 einen Reifenschaden haben. Natürlich haben wir noch Diesel getankt, um am nächsten Morgen – wie versprochen – den Platz um 6 Uhr wieder zu verlassen. Die Nacht war sehr heiß; keine Luftbewegung, sehr laut, da direkt an einer sehr befahrenen Straße. Alles andere als ein guter Start, auch wenn wir sagen können: Die Mitarbeiter an der Tankstelle und der Security Mensch waren freundlich zu uns.
Am nächsten Tag sind wir bereits vor 6 Uhr abfahrbereit, haben wir doch fast nicht geschlafen. Wir fahren zunächst eine Gastankstelle an, dann zu einem Exito-Supermarkt, der eigentlich um 7 Uhr geöffnet haben soll. Die Schranke am Parkplatz ist jedoch noch zu, wird dann aber gegen 7.15 Uhr geöffnet, so daß wir als erste auf den Parkplatz sind und mit Erlaubnis auch mehrere PKW-Parkplätze besetzen dürfen. In zwei großen Sessions kaufen wir ein, denn wir müssen alles von Grund auf neu kaufen. Wir haben uns für diese anstrengende Tour entschieden, da wir einerseits keine teure Gasbefüllung an den Campgrounds in Anspruch nehmen wollten, insbesondere uns aber nicht bei Mini-Supermärkten in nächster Zeit versorgen wollten. Anschließend wuseln wir uns aus Cartagena heraus: Das Fahren ist wegen der vielen Motorrädern um uns herum neu für uns, und damit auch mega-mega anstrengend. Wir sind müde, als wir an jenem Tag an unserem Ziel, dem privaten Stellplatz „La Pradera“ ankommen. Jetzt brauchen wir erstmal Erholung, wobei wir uns nach der Zeit im klimatisierten AirB&B erstmal an die auch mit 30 Grad heißen, nächtlichen Temperaturen „gewöhnen“ müssen. Haben wir für die Herrichtung zur Verschiffung knapp 5 Tage gebraucht, ist das Einrichten danach in 3 Tagen erledigt (Diesel/Wasser/Gas/Lebensmittel, als auch „Wiederfinden“ unserer verstauten Dinge).
Ein paar Tage später: Am liebsten würden wir unsere Reise abbrechen und nach Deutschland zurück verschiffen. Warum? Unser Abgasrohr ist an der Stelle, die bereits vor einem halben Jahr in Mexiko durchgebrochen war und geschweißt wurde, erneut gebrochen. Aus den beiden Anschlüssen der Kardanwelle an die Differentiale sifft es. Der Überlauf unseres Urintanks ist rausgebrochen. Unsere Wasserpumpe – im Wohnkoffer – spinnt, brummt und stottert ungemein. Der Gasherd zischt bei der großen Flamme. Die zweite Rückfahrkamera hat erst einen elektrischen Wackler; geht final gar nicht mehr. Und die Bremsflüssigkeit im Kupplungskreislauf ist dramatisch gefallen. Nur unser Riemen-Quietschgeräusch haben wir etwas in den Griff bekommen, nachdem wir die Riemen auf der Lichtmaschinenseite selber nachgezogen haben. Und der total lockere Außenspiegel sowie unsere Treppenhalterung waren auch schnell angezogen. Unsere Laune ist dermaßen im Keller, trotz der Vorfreude auf Kolumbien. Warum hatten wir noch einmal die vielen Reparaturaktionen in Mexiko vor Verschiffung gemacht, wenn jetzt die erste Aktion wieder ist, eine Werkstatt anzufahren? Kann dies wirklich alles durch Vibrationen während der Verschiffung passiert sein? Uns fällt keine andere, passende Erklärung ein. Nachdem wir die Wasserpumpe nachjustiert haben, und den Gasherd gereinigt haben, „widmen“ wir uns unserem Prio Punkt: Dem abgebrochenen Abgasrohr. Nicht nur der Parkwächter bei Los Estoraques hilft uns, mit einer anvisierten Werkstatt Kontakt aufzunehmen, sondern diese – da sie uns nicht helfen kann – vermittelt uns an einen Shop, der genau solche Anlagen repariert. Und verhandelt gleich einen Festpreis für uns aus (ca. 25 € = ¼ der damaligen Reparaturkosten in Mexiko). Wenige Stunden später ist ein neues Rohrstück eingeschweißt, da man unser Originales an der gebrochenen Nahtstelle nicht erneut schweißen kann. Wir hoffen, es hält diesmal länger. Wir erfahren Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft in jenem kleinen Ort. Vielleicht meint es Kolumbien ja gut mit uns. Wir werden weiterreisen! 😉






































































































