Wer jetzt bei dieser Überschrift erwartet, daß wir eine Liste von turnusmäßig stattfindenden Events in den von uns besuchten Ländern veröffentlichen, der wird enttäuscht sein. Auch sind nicht die Treffen von Overlandern aller Welt in aller Welt gemeint, sondern: Unsere eigenen Social Events! 😉 Vielleicht sollten wir dies auch als „Social Routine“ titulieren? Was gehört also dazu?
Abwaschen natürlich! Diese Routineaufgabe gehört natürlich mit zu unserem Reiseleben, haben wir doch keinen Geschirrspüler an Bord, den zumindest ich schmerzlich vermisse. Wir sind zwar inzwischen Meister im „Dreckigen-Geschirr-Stapeln“ geworden, aber nach meistens 3 Tagen geht uns dann doch das eine oder andere Glas oder Besteck aus. Dann müssen wir ran. Spätestens aber natürlich bevor wir abfahren, denn ansonsten hätten wir nach diversen Offroad-Passagen gar kein heiles Glas oder Porzellan mehr an Bord. Irgendwann kam Boris bei dieser Tätigkeit der Begriff „social event“ in den Sinn, denn es ist tatsächlich eine gemeinsame Aufgabe, wenn vielleicht auch kein wirkliches „Event“.
Ein weiteres ist natürlich Einkaufen! Auch wenn zumeist immer noch einer von uns beim Auto verbleibt, so heißt es spätestens beim Räumen vom Einkaufswagen ins Fahrzeug – und dann das „irgendwie irgendwo Verteilen“ der Lebensmittel -, daß dies ein gemeinsamer Akt ist. Erstmal ist natürlich Chaos im Inneren, denn die Getränke und Lebensmittel stapeln sich auf dem Tisch, am Boden, bei der Spüle, um dann ihren finalen Platz zu finden. Während der eine die Dinge in den Kühlschrank räumt, krabbelt der andere in unseren „Keller“ – also dem Stauraum unterhalb von unserem Tisch –, um schwere Sachen wie Dosen zu verstauen.
Wasserbefüllen ist ebenfalls ein Social Event, denn spätestens, wenn der eine „Stopp“ ruft, und der Wassertank am Überlauf ersichtlich voll ist, muß der andere in der Ferne ganz schnell den Hahn zudrehen, damit nicht noch mehr Wasser „reingedrückt“ wird. Apropos Wasser: Wäsche Waschen bzw. Aufhängen erledigen wir auch gemeinsam. Geht einfach schneller und wenn Boris mal wieder die Wäscheleine in gefühlt 3m Höhe aufhängt, brauche ich ihn einfach. 😉
Andere Dinge wie Fenster oder Bad Putzen, sind nicht wirklich Social Events für uns, denn wir teilen uns dies auf und machen dies i.d.R. auch nicht gleichzeitig.
Im weitesten Sinne gehört auch Autofahren mit zu unseren Social Events, auch wenn natürlich nur einer von uns fährt, aber der andere ist mindestens genauso gestreßt: Navigieren, 3D-Scannen der Umgebung zwecks Hinderniserkennung, und Bangen, daß man sich nicht verfährt oder den Hang abrutscht. 😉 Insofern kommt auch meist der Beifahrer fix&foxy am Tagesziel an, und hat daneben noch einige Fotos geschossen, um dem Fahrer dann wenigstens zu zeigen, was er – oder sie – alles verpaßt hat. 😉 Mindestens in Kolumbien ist das Autofahren so anspruchsvoll, daß sich der Fahrer zu mehr als 100 % auf die Straße konzentrieren muß!
Eine weitere, gemeinsame „Tätigkeit“ ist natürlich „Essen“! Ich überlasse Boris gerne das Kochen – mit Ausnahme „Pizza Machen“ -, aber essen tun wir natürlich gemeinsam. Erstmalig hier in Kolumbien erleben wir jedoch in Restaurants, daß die bestellten Mahlzeiten nicht unbedingt zusammen kommen. So kann es sein, daß der eine schon ißt – oder essen muß, damit es nicht kalt wird -, und der andere mit großen, hungrigen Augen daneben sitzt.
Ein richtiges Social Event ist für uns „Haareschneiden“. Seit Corona sparen wir uns hier den Friseur und wir wissen wenigstens, wer schuld ist, wenn es mal wieder krumm und schief aussieht. Zumindest auf Boris Kopf, denn ich lasse meine einfach lang wachsen.
Kein Social Event ist dagegen das Abschmieren von Patsha! Ich weigere mich bis heute, unter‘s Fahrzeug zu kriechen, um die 13 Schmiernippel abzuschmieren. Vor allem nicht mit dem dunklen, teuren Grafitfett, welches ich extra gekauft hatte. 😉 Das überlasse ich gerne Boris, der im Nachhinein immer aussieht wie … Aber – und leider – auch das Reparieren von diversen Sachen am Wohnkoffer und am Fahrzeug sind i.d.R. ein gemeinsames „Event“. Event aber im negativen Sinn, und leider auch immer alles andere als Routine.
Routine hingegen sind inzwischen unsere Abfahrts- und Ankunftsrituale, denn es ist gut, wenn es hier standardisiert zugeht. Insbesondere, wenn im Wohnkoffer alles „rüttelfest“ vor Abfahrt verstaut und gesichert werden muß, macht es Sinn, daß man hier nicht mehr groß über die Handgriffe nachdenken muß. Das Einzige, was hier nicht so „standardisiert“ ist, ist das zielgerechte Ausnivellieren bei Ankunft. Hier kann es schon mal 30 min. dauern, bis wir einen Kompromiss zwischen uns gefunden haben oder wir einfach entnervt aufgeben. Nach langen oder anstrengenden Fahrtagen kann dann das „soziale Miteinander“ schon mal in lauteren Wortwechsel ausarten. 😉
Routenplanung, diverse andere Orga-Dinge, Spanisch-Lernen, Webpage & Co. sind demgegenüber Aktivitäten, die wir uns aufteilen bzw. getrennt erledigen. Mal mehr, mal weniger routiniert.
Das größte „Social Event“ in unserem Overlander-Leben ist und bleibt natürlich das gemeinsame Erleben der Landschaft, der Tiere, die Begegnungen mit Menschen, das Reisen! Wir sind 24/7 zusammen und so ergibt sich zum einen zwangsläufig, daß man mehr Dinge zusammen macht als während des früheren Berufslebens, zum anderen war es immer unser gemeinsamer Wunsch, zusammen die Vielfalt unserer Welt zu erkunden und zu entdecken. Das ist immer noch unsere liebste Beschäftigung!!! Und nach 4 Reisejahren bleibt am Ende die Frage: Sind wir immer noch für die Welt „da draußen“ sozial verträglich? 😉 Aber dies ist wohl Stoff für einen zukünftigen Webartikel…
























































































































































