Kennt Ihr den Begriff: Beiboot? Laut Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Beiboot) ist ein Beiboot „ein Boot, das von einem größeren Wasserfahrzeug mitgeführt wird. Beiboote dienen in erster Linie dem Übersetzen der Schiffsbesatzung, von Passagieren oder Lotsen, dem Transport von Gütern, dem Aufholen des Ankers oder der Rettung Anderer aus Seenot.“
Wir haben den Begriff zum ersten Mal in Zusammenhang mit Overlanding gehört, als es um das Mitführen eines Motorrads im Reisemobil ging. Im Endeffekt geht es darum, was man als zusätzliches Fortbewegungsmittel an Bord eines Reisefahrzeuges dabeihat, um sich entweder aus Notsituationen zu retten – wenn z.B. das eigene Reisefahrzeug defekt ist und man Hilfe holen möchte -, oder, wenn man unabhängig davon andere Orte erkunden möchte, die man, z.B. aufgrund der Größe des eigenen Reisemobils, schlecht oder gar nicht erreichen kann. Welche Beiboote fallen uns ein, mit denen man unterwegs sein könnte?
Auto: In erster Linie haben wir dies in Kanada und den USA gesehen, wenn riesig lange Wohnmobile noch ein weiteres, zumeist kleineres Auto an der Anhängerkupplung mitführen. Dies ist natürlich dann praktisch, wenn man sein Wohnmobil für längere Zeit an einem Campingplatz beläßt, um flexibel mit seinem „Zweitauto“ die Umgebung zu erkunden. Wer hätte nicht gerne so etwas ebenfalls „an Bord“, aber spätestens ab Mexiko südwärts, aber auch bereits in Europa, können die Straßen recht eng und kurvig für das Mitführen eines solchen „Anhängerautos“ werden. Aber man muß dies nicht unbedingt an die Anhängerkupplung hängen, so wie uns ein Film von einer Reisemobilmesse mal gezeigt hat: Wenn das Reisefahrzeug genügend groß ist, kann es einfach das Zweitauto in seiner eigenen Garage mitführen. 😉 Am besten dann auch noch in Luxus-Rennwagen-Ausführung. 😉
Motorrad / Moped / Roller: Da wir uns an Patsha gegen eine Anhängerkupplung bzw. die Eintragung dessen in den KFZ-Schein entschieden hatten 😉, hätten wir zwar kein Auto, aber ein „Zweirad“ in Form eines Motorrades, Mopeds oder einen Roller mitnehmen können. Wenn wir dadurch hinten nicht noch länger, und damit hinter der Achse schwerer geworden wären, wäre dies wirklich eine Überlegung für uns gewesen. Was wir damals jedoch nicht wußten, ist, daß man dies u.U. separat verschiffen muß, bzw. an (südamerikanischen) Grenzübergängen aufpassen muß, auf wen dieses zugelassen ist – denn pro Halter darf nur ein Vehikel mit in das jeweilige Land eingeführt werden. Zusätzlich muß dieses natürlich auch separat versichert werden. Aber generell ist ein Motorrad, Moped oder ein Roller schon praktisch, da man flexibel, zügig und wendig die nähere Gegend erkunden kann. Wichtig ist natürlich, daß man die passende Sicherheitskleidung wie Helm, Jacke und Hose dabeihat, auch wenn in einigen Latein- und Südamerikanischen Ländern die Einheimischen anders unterwegs sind.
Quad / ATV / Side-by-side (SxS): Ok., ein Side-by-Side paßt nicht wirklich in einen Stauraum eines größeren Expedis, wäre aber schon eine coole Sache, damit unterwegs zu sein, insbesondere in Offroad-Gebieten. Da kommen dann Quads/ATVs zum Zuge, und tatsächlich haben einige Reisende dies im Gepäck: Entweder im Stauraum des Wohnkoffers, oder hinten dran auf einer Art (Hebe-)Bühne. Auch hier hatten wir zu Aufbaubeginn ernsthaft überlegt, ob wir so ein Gefährt mit an Bord haben könnten, aber bei unserem Radstand, der Länge unsers Wohnkoffers und dem anvisierten Gesamtgewicht war dies leider ganz schnell wieder vom Tisch. Auch hier gilt, wie zuvor genannt: Separat angemeldet, versichert, und am besten auf einen anderen zugelassen als den Fahrzeug-Halter.
Fahrrad (klassisch/MTB, Faltrad, eBike): Auch wenn ein Fahrrad vielleicht eher ein Sportgerät als ein Beiboot in Notsituationen ist – vielleicht mit Ausnahme des Unibikes von Atlas4x4 😉 -, so könnte dies u.U. dennoch nützlich sein. Zum Beispiel, wenn man sein Steinschlagschutzgitter vor den Scheinwerfern mitten im Death Valley verliert und es suchen muß… 😉 Der Vorteil ist: Ein Fahrrad muß nicht angemeldet werden, es sei denn, für eine Verschiffung – wie wir gerade erst selber erleben durften. Und wir haben ein ganz normales Fahrrad dabei, kein eBike! Bei letzterem hörten wir von anderen Reisenden, daß es mittlerweile gar nicht mehr möglich ist, den Akku bei der Verschiffung – sogar auch nicht separat – mitzuführen. Umständlich muß dieser dann am Zielort neu beschafft werden, falls überhaupt möglich. Rückblickend sind wir am Zweifeln, ob es Sinn gemacht hat, unser (eines) MTB (Mountainbike) mitzuführen, denn regelmäßig genutzt haben wir es nicht. Zwei Gründe: Zum einen macht das Auspacken nur dann Sinn, wenn man an einem Platz länger steht; zum anderen haben wir nicht sonderlich viele Trails gefunden, die man problemlos fahren kann.
Schlauchboot, Kajak, Kanu, ggf. auch mit Motor: Auch wenn der ursprüngliche Begriff des Beiboots aus der Seefahrt kommt, fällt ein solches „Boot“ für uns beim Overlanding eher in die Kategorie „Sportgerät“. Wenn dies nicht soviel Platz in Anspruch nehmen würde, dann wäre dies schon cool gewesen, mit an Bord zu haben, wobei wir dies wahrscheinlich auch nur aufgrund der dortigen Gegebenheiten in Kanada, den USA, auf der Baja oder in Nordeuropa genutzt hätten.
Tretroller / Cityroller / E-Scooter: Auch hier würden wir sagen, daß dieses eher „Spaß-Geräte“ sind, wenn man in der Nähe einer Stadt ist. Auf den holprigen Wegen in z.B. Mexikos Ortschaften können wir uns diese Fortbewegungsmittel gar nicht vorstellen.
Monowheel: Wir haben damals in Griechenland Travis kennengelernt, der ein solches Monowheel an Bord seines Campers hat, und damit tatsächlich auch auf unebenem Gelände unterwegs ist, nicht nur auf Teer. Die Idee fanden wir damals witzig und interessant, vor allem aber: Selten! Ungeachtet dessen fällt auch dieses eher für uns in die Kategorie „Spaß-Geräte“, als ein wirkliches Beiboot zu sein.
Und wie kriegen wir jetzt die Kurve von unserem Blogartikel zu unseren Bildern aus Panama? Ganz einfach: Wären wir mit Patsha dort gewesen, hätten wir uns sehr gewünscht, ein Beiboot dabei zu haben, denn manche Orte, an denen wir mit dem Mietwagen waren, wären für unsere Expedi-Größe gar nicht anfahrbar gewesen. Vielleicht sollten wir uns das doch noch mal mit der Anhängerkupplung und dem Zweitauto überlegen? 😉






































































































































































































